VKS 1.0 Video-Messanlage | Abstandsmessung

Funktionsweise der VKS 1.0 Video-Messanlage

Beim Brückenabstandsmessverfahren VKS 1.0 werden Videobilder mithilfe einer entsprechenden Software ausgewertet, die eine Umrechnung des zweidimensionalen Videobildes auf die dreidimensionale Verkehrssituation (perspektivische Transformation) ermöglicht. Der Verkehr wird von einem mindestens 3 m über der Fahrbahn liegenden Punkt aufgenommen, in der Regel von einer Brücke herab.

Abstandsmessgerät

Bildnachweis: © Steffen Niclas - Fotolia.com

Auf dem ausgewählten Streckenabschnitt werden vier Passpunkte in Form eines Rechtecks markiert. Diese Punkte und zwei weitere Kontrollpunkte werden genau ausgemessen und bei der Auswertung der perspektivischen Transformation zugrunde gelegt.
Da im Gegensatz zu anderen Messverfahren der Verkehr konstant überwacht wird und nicht nur im Falle eines Anfangsverdachts ein Foto ausgelöst wird, hat das Bundesverfassungsgericht 2009 diese Überwachung als verfassungswidrigen Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung gewertet.

Daher müssen nun Anlass, Zweck und Grenzen des Eingriffs bei jeder Messung bereichsspezifisch, präzise und normenklar festgelegt werden. Neue Versionen des VKS 1.0 sind deshalb mit einer entsprechenden Software ausgestattet, die nur von den Fahrzeugen ein Frontbild anfertigt, die einen vorher eingegebenen Schwellenwert unterschreiten, so dass ein Anfangsverdacht vorliegt.

Einsatzbereich

Das VKS 1.0-System kann nur auf ebenen Fahrbahnabschnitten eingesetzt werden, da es in Senken oder Kuppen zu Auswertefehlern bei der perspektivischen Transformation kommen würde. Abstandsmessverfahren werden erst ab Geschwindigkeiten über 80 km/h durchgeführt, daher werden Brückenmessgeräte wie VKS in der Regel nur auf Autobahnen oder Schnellstrassen installiert.

Fehlerquellen bei der VKS 1.0 Video-Messanlage

Werden die Bedingungen an die Passpunkte nicht erfüllt, ist die Auswertung des Materials fehlerhaft. Zudem müssen Pass- und Kontrollpunkte auf dem Videomaterial gut sichtbar sein.
Ein Referenzvideo muss von der Messstelle angefertigt werden. Die Aufstellhöhe der Kamera muss dokumentiert werden und darf während der Messung nicht verändert werden.
Wenn diese Punkte nicht erfüllt werden ist die Messung unter Umständen nicht verwertbar.
Wird Ihnen eine Abstandsunterschreitung vorgeworfen und die VKS 1.0 Video-Messanlage bei der Messung gebraucht, helfen wir Ihnen gerne weiter! Rufen Sie uns unter 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) an, am besten noch bevor sie den Anhörungsbogen zurückschicken.


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Saskia Ratz arbeitet seit 2012 in freier Mitarbeit für die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt Verkehr- und Strafrecht.

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