Internetrecht

Wird aus der größten Abmahnwelle jetzt die größte Betrugswelle?

UPDATE 17.12.2013 – 10:50 h – Statement von RA Christian Solmecke zu den neuen Berichten darüber, dass die Betroffenen gezielt auf Redtube gelenkt worden sind: 

„Wenn das wahr ist, haben wir es vermutlich mit gewerbsmäßigem Betrug zu tun. Das würde dann hohe Haftstrafen für alle Beteiligten, die von der Masche wussten oder wissen mussten, bedeuten. Sollten sich die Vermutungen wirklich bewahrheiten, dann hätten wir es hier mit einem gigantischen Kriminalfall zu tun. Interessant dürfte in diesem Zusammenhang die Haftung der Anwälte sein. Auch wenn wir unterstellen, dass die Abmahner Anwälte nichts von der Herkunft der IP Adressen wusste, so hätten sie trotzdem nicht blauäugig 20.000-30.000 Menschen Abmahnungen dürfen. Das hat mittlerweile auch die Staatsanwaltschaft Köln mitbekommen, die meinen Informationen zufolge nun die Ermittlungen aufgenommen hat. Der Fall hat jetzt eine ganz neue Qualität bekommen. Sämtliche Diskussionen darüber, ob hier eine Urheberrechtsverletzung gegeben ist oder nicht, sind damit hinfällig. Sollte sich dieser Betrugsfall tatsächlich erhärten, hätten die Betroffenen sogar ein Recht darauf, die gezahlten Vergleichsbeträge wieder zurückzufordern. Fraglich ist natürlich, ob die Gelder nicht schon längst vom Konto geräumt worden sind. Angesichts der massiven Ungereimtheiten gehe ich jedenfalls nicht davon aus, dass die Abgemahnten künftig noch mit weiterem anwaltlichen Druck – so wie es oft in den Filesharing Fällen der Fall ist – rechnen müssen. Sollte den Betroffenen weiter Druck gemacht werden und sollte sich der Betrugsvorwurf bestätigen, hätten auch die Betreiber der Abmahnkanzleien mit langjährigen Haftstrafen zu rechnen.“

UPDATE ENDE

Berichten von Heise, Golem und Co. zufolge wurden die IP Adressen der Abgemahnten im Redtube Fall vermutlich über sogenannte Traffic Broker ermittelt, in diesem Fall über den Dienst „Traffic Holder“ Das heißt, die Betroffenen wären zum großen Teil bewusst auf diese Seite gelockt worden. Dabei sollen die IP Adressen abgefangen worden sein. Sollte dies zutreffen, hätte der Fall der Redtube Abmahnungen ein nicht zu übertreffendes Niveau an Kriminalität erreicht.

Wie funktioniert der Traffic Holder?

Der Traffic Holder ist ein Dienst, der bei einem Klick der Nutzer auf einer Seite, diesen erstmal auf eine andere Webseite leitet. Diese Webseite gehört dann einer Firma, die auf diesem Wege auf ihr Produkt aufmerksam machen will.

Der Nutzer klickt also erstmal aus Neugier auf ein Bild, das sich auf der besuchten Webseite befindet und wird dann ohne sein Zutun auf eine andere Seite weitergeleitet, die nichts mit der angeklickten Information zu tun haben muss.

Im Falle der Redtube Abmahnungen vermutet „Golem“, dass die The Archive AG genau so einen Dienst in Anspruch genommen hat: „Offenbar hat die The Archive AG deutsche Nutzer mittels eines Skripts via Skimmed Traffic auf Redtube.com weitergeleitet und dabei per Proxy IP-Adressen mitgeloggt, statt eine Ermittlungssoftware einzusetzen.“

Die Nutzer wurden auf folgende Seiten weitergeleitet: 49655.movfile.net und retdube.net. Heise erklärt: „retdube.net fungierte in dieser Kette also wohl als eine Art Proxy, dem Traffic unwissender Nutzer zugeführt wurde. Auf diesem Proxy, so ist anzunehmen, dürften die „Ermittler“ IP-Adressen geloggt haben.“ Erst danach wurde der Nutzer auf die Seite Redtube.com weitergeleitet. Selbstverständlich ist sowas wohl nur denjenigen passiert, die ohnehin auf gewissen „Untergrund-Webseiten“ wie illegalen Streaming Seiten oder anderen pornographische Portale gesurft haben. Dennoch hatten die meisten keine Ahnung, dass sie auf Redtube weitergeleitet werden. Sollte sich dieser Verdacht bewahrheiten, läge hier ein klarer Fall von Betrug vor. Es kann auch nicht sein, dass die IP Adresse ermittelt wurde, bevor die Rechtsverletzung begangen wurde. Das würde bedeuten, dass Menschen abgemahnt wurden, die möglicherweise sofort die Seite weggeklickt haben und noch nicht mal potentiell eine Urheberrechtsverletzung begangen haben.

Können die Rechteinhaber selbst die IP Adressen ermitteln?

Viele regen sich darüber auf, dass die The Archive AG hier anscheinend selbst die IP Adressen ermittelt hat. Dies ist für sich genommen jedoch unproblematisch. Bei den Filesharing Abmahnungen von Rechtsanwalt Rasch ist es sogar so, dass der Rechtsanwalt gleichzeitig auch der Chef der Ermittlungsfirma ist. Dass die Rechteinhaber und die Ermittlungsfirma identisch sind, ist für das zivilrechtliche Abmahnverfahren unerheblich. Lediglich im Strafverfahren kann es problematischer sein.

Wieviel wusste U+C?

Zunächst einmal halten wir fest, dass wir hier weder Kollegen noch Mitbewerber angreifen wollen. Wir gehen erst einmal davon aus, dass die Abmahnanwälte hier nicht in die von den Medien vermuteten Praktiken der Rechteinhaber eingeweiht waren. Allerdings könnte der Kanzlei U+C durchaus vorgeworfen werden hier fahrlässig gehandelt zu haben. Es wäre zu erwarten gewesen, dass sich die Abmahnanwälte vertiefter mit der Herkunft der IP Adressen auseinandersetzen. Zumindest dürfte die Kanzlei von nun an die Abmahnungen nicht weiter verfolgen dürfen, zum Beispiel indem die nicht gezahlten Forderungen an Inkassobüros weiterverkauft werden. Dies würde ein aktives Mitwirken am Betrugstatbestand bedeuten.

Welche Möglichkeiten haben die Abgemahnten nun?

1.Sie können ihre Rechtsanwaltskosten zurückfordern (§ 97a IV 1 UrhG).

2.Sie können Strafanzeige erstatten. Wir raten jedoch dazu diese mit professioneller Hilfe zu gestalten.

3.Sie können sich an den Datenschutzbeauftragten wenden und Beschwerde einlegen.

4.Sie können direkt beim Landgericht Köln eine Beschwerde gegen die Auskunftsbeschlüsse einlegen.

Problematisch bei den vorstehenden Möglichkeiten ist jedoch, dass am Ende auch noch jemand da sein muss, der die Zeche zahlt. Das bedeutet, dass selbst dann, wenn man ein Prozess auf Rückzahlung der Anwaltskosten gewinnt, möglicherweise kein Geld zur Rückzahlung bei den Verurteilten mehr aufzufinden ist.

Fazit: Fest steht, dass die IP Adressen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf legalem Weg ermittelt worden sind. Es könnte sich hier demnach nicht nur um eine der größten Abmahnwellen handeln, sondern auch um einen riesen Massenbetrugsfall.

Mehr zur Problematik der ermittelten IP Adressen im Redtube Fall in unserem Video:

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (6 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

RSSKommentare (45)

Kommentar schreiben | Trackback URL

  1. Steven sagt:

    und was ist mit den Ermittlungskosten iHv 65 € pro Abmahnung? Wären sie auch nur um 10€ zu hoch wären wir schon bei einem „Schaden“ von 100.000€ bei nur 10.000 Abmahnungen….

  2. Andre sagt:

    Ich könnte mir vorstellen, dass U+C davon keine Ahnung hatte, aber das würde die Sache auch nicht besser machen. Hätte man sich bei RA Sebastian nach der Art der „Ermittlung“ erkundigt, als dieser mit ein paar zehntausend IPs vor der Tür stand, hätte jedem Laien klar sein müssen, dass das nur illegal sein kann. Aber so ist man fast geneigt, der Kanzlei Urmann blinde Geldgeilheit zu unterstellen – was ich ohne Ermittlungs-Ergebnisse der Kölner StA natürlich niemals tun würde.

  3. Bernd sagt:

    Guten Abend Herr Solmecke

    Erst einmal vielen Dank für Ihr Engagement in dieser Sache und Ihre ermutigende Berichterstattung. Zu Ihrem aktuellen Artikel hätte ich eine Anmerkung:

    Sie schreiben es wäre zunächst nicht problematisch, dass The Archive AG hier anscheinend selbst die IP Adressen gesammelt hat. Zumindest in Deutschland trifft dies wohl leider zu. Es bleibt spannend abzuwarten wie sich die Lage in der Schweiz weiter entwickelt. Denn hier scheint dies, zumindest laut dem folgenden Artikel nicht erlaubt zu sein:

    http://www.schweizmagazin.ch/digital/internet/17573-Redtube-Skandal-Weitergabe-der-Adressen-offenbar-illegal.html

    Es könnte also durchaus auch in Hinsicht auf den IP-Sammelwahn Konsequenzen geben. Vielleicht sehe ich dies aber auch nur falsch.

    Besten Grüße,
    Bernd

    • Andrea sagt:

      hi Bernd,

      Danke für den Bericht, dass diese Betrügerfirma nun sogar in der Schweiz aktiv sind. Und dass die schweizer Behörden hier sogar die Zusammenarbeit mit Deutschland verweigern – laut diesem Bericht von dir – finde ich den Oberhammer und sowas sehe ich eigentlich sogar als einen Fall für den EuGH!! hier sollte man die Schweiz vor dem EuGH ganz dick anzeigen!!

      Denn in diesem Bericht von dir heißt es dazu:

      ———————————————————————————–
      Für Deutschland sieht dies allerdings etwas anders aus. Beweismittel gelten auch, wenn sie auf kriminelle Weise beschafft werden, wie man anhand der gestohlenen Bankdaten von Steuerflüchtlingen sehen konnte. Dies könnte für die Schweizer Justiz durchaus ein Grund sein jede Hilfe und Unterstützung zu verweigern. Warum sollte man der deutschen Justiz behilflich sein die Schweizer Recht und unsere Gesetze nicht achtet, Diebstahl und Hehlerei „legalisiert“ hat und die Auslieferung der Datendiebe ablehnt? Sollten also Schweizer nicht betroffen sein, wäre es vielleicht ratsamer einfach nichts zu tun, Deutschland jede Rechtshilfe zu verweigern oder sogar im krassesten Fall die Firma the-Archive-AG weiter gewähren lassen.
      ——————————————————————————————-
      Und wenn die Schweizer hier diese betrügerfirma The-Archive-AG weiter gewähren lassen, dann ist dass erst recht ein Grund zur Anzeige vor dem EuGH!! Das ist strafbar nach Artikel 7 und Artikel 8 der EU-Grundrechte-Charta!!

  4. kai d. sagt:

    Nun, Herr Urmann hat seine Rolle ja geschickt eingenommen, wenn es sich um Betrug handeln sollte.

    – Eine schweizer Briefkastenfirma gaben die Aufträge.
    – Eine US-Briefkastenfirma gab vermutlich eine falsche, eidesstattliche Versicherung ab.
    – Eine Münchner Kanzlei hat wohlmöglich ein zumindest fragwürdiges Gutachten erstellt.
    – Ein anderer Anwalt gab fraglich formulierte Anträge ab und bewirkte somit die IP-Abfragen.

    …nur der Urmann, da wusste von nichts und hat ja nur Briefe verschickt!?

    Beachtenswert ist dabei auch die Aussagen im Vorfeld durch Urmann, das ja eigentlich alles von Daniel Sebastian ausging und er nur die Logistik übernehmen sollte.

    Warum sollte ein Anwalt, der sich sonst immer chronisch auf Schweigepflicht bei Vertragsangelegenheiten beruft, schon mal von sich aus so ausdrücklich betonen, dass das ja eigentlich alles von einem anderen Anwalt ausging?

    Warum sollten die Abmahner sich nicht gleich an die für ihre fragwürdigen Abmahnungen bekannte grosse U+C gewendet haben?
    Stattdessen sind die vermeintlichen Rechteinhaber angeblich an Daniel Sebastian rangetreten, der dann alles was fragwürdig sein könnte schon mal erledigte und dann an Urmann zum Briefe verschicken rantrat…der natürlich von nichts wusste.

    Heute morgen bei RTL/NTV hiess es, der abmahnende Anwalt hätte „die Daten über einen Strohmann abfragen lassen“.
    Ich denke, dass die Vermutung nicht ungegründet ist, dass er in Daniel Sebastian einen Strohmann gefunden haben könnte.
    Offensichtlich haben die Abmahner, besonders Herr Sebastian, auch nicht mit den Folgen gerechnet, die diese Abmahnwelle ausgelöst hat.

    • Rene sagt:

      Da dem Landgericht Köln wohl ein Licht aufgegangen zu sein scheint, und nun Angst vor Amtshaftungsklagen bekommt schalten sie einen Staatsanwalt, nein sogar einen Oberstaatsanwalt ein um natürlich im Falle einer Straftat nicht selbst haften zu müssen sondern deren Versicherungen.

      Aber ich geb dir recht
      Natürlich hätte U und C zig tausende Leute nicht einfach Abmahnen dürfen, aber ein gerissener Anwalt wird sich doch sicher als Opfer darstellen.
      Das war doch von Anfang an sehr seltsam. Das ein Anwalt aus Berlin einen anderen Anwalt damit beauftragt.

      Der Herr Solmecke spricht ja hier von fahrlässig. Ich frage mich nur inwiefern. Es gab ein Gutachten, mit einer eidestaatlichen versicherten Erklärung. Warum sollte man dem nicht glauben. Selbst das LG Köln hat dem geglaubt.
      und so etwas wie fahrlässigen Betrug gibt es im STGB eben nicht.

      Lieber Herr Solmecke, wie sieht es denn aus, wenn Thomas Urmann in der Schweiz rechtskräftig verurteilt wird. Hätte dies Auswirkung auf seine Zulassung als Anwalt hier in Deutschland.

  5. Andreas Schmidt sagt:

    Ein kurzer Kommentar zu dieser Passage:

    >Selbstverständlich ist sowas wohl nur denjenigen passiert, die >ohnehin auf gewissen „Untergrund-Webseiten“ wie illegalen Streaming >Seiten oder anderen pornographische Portale gesurft haben.

    Möglicherweise wurden die trafficholder-Zugriffe über besonders hartnäckige automatische Werbe-Popups auf legalen deutschen Seiten,
    darunter deutschsprachige Foren und dort verlinkte Download-Seiten, veranlasst. Mir ist sowas mit Aufrufen von trafficholder.com-URLs gegen meinen Willen erst vor ca. 2-3 Wochen passiert.
    Die Fenster im Hintergrund liessen sich kaum schliessen und nachdem deshalb der Browser-Prozess von mir per XKill sofort gekillt wurde, da ich eine Attacke von Schadsoftware befürchtete, musste sogar
    der Rechner komplett neu gebootet werden!

    Es ist sogar möglich dass das Fenster mit einem der jetzt
    abgemahnten Titel „… Secret“ beschriftet war.
    Mich würde es deshalb überhaupt nicht wundern, wenn das die
    gleichen Urheber wie bei dieser Abmahnwelle verursacht haben.

    Das betreffende Forum, wo man mit obiger Werbung belästigt
    wurde, zeigte übrigens lediglich kurze Fotos bzw. Ausschnitte aus dem Programm öffentlich-rechtlicher deutscher Fernsehsender, die über
    verlinkte Portale, die Werbung enthalten, anzusehen waren!
    So eine Seite würde ich nicht als Untergrund-Webseite, Pornographie oder illegales Streaming bezeichnen.
    So erklärt sich auch zwanglos der enorme Anstieg der Zugriffe
    auf die betreffenden Videos durch Telekom-Nutzer aus Deutschland,
    während zuvor die Zahl der weltweiten Zugriffe relativ gering war.

  6. maik sagt:

    Ich hätte nicht gedacht, dass der Deutsche mal den Arsch hoch bekommt und sich zur Wehr setzt.
    Habt ihr Super gemacht!! Nur gemeinsam kann man was erreichen und ändern.
    Ich glaube die Geldquellen des ganzen Abmahnwahns hier in Deutschland werden jetzt langsam versiegen, dank U+C und Co.
    Und Herr Solmecke und Co. werden sich neue Aufgabengebiete suchen müssen, auch für diese Anwälte hört der Geldregen auf, ich hoffe diese guten Anwälte bleiben trotzdem sauber.

    Wenn das überstanden ist, muss endlich gegen die GEZ Abzocke und viele andere Dinge vorgegangen werden, ihr könnt das, dass habt ihr bewiesen.

  7. Gast sagt:

    Hallo Herr Solmecke,

    in Ihrem Blog-Eintrag sind einige kleinere Ungenauigkeiten enthalten.

    1. Sie schreiben „Der Nutzer klickt also erstmal aus Neugier auf ein Bild“.

    Das ist nur EINE Möglichkeit. Zunächst ist trafficholder nichts anderes als ein Händler für Webseiten-Aufrufe. Dabei gibt es nur eine einzige Grundregel: Der Browser des Benutzers muss die Adresse des Traffic-Händlers aufrufen. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, den Browser dazu zu bringen:

    – Wie Sie schreiben: Der Benutzer klickt etwas an (muss kein Bild oder Link sein. Auch z.B. ins Leere.)
    – Der Benutzer ruft eine Webseite auf, und diese fordert den Browser auf, stattdessen automatisch die Adresse des Traffic-Händlers aufzurufen (ein sogenannter 302-redirect)
    – Der Benutzer hat eine Webseite geöffnet, die eine Werbedienst nutzt, der periodisch neue Werbung nachlädt. Dann kann auch ohne Anwesenheit des Benutzers der Browser angewiesen werden, die Adresse des Traffic-Händlers anzusteuern. (z.B. indem javascript nachgeladen wird, das den Browser anweist, zur Adresse des Traffic-Händlers zu gehen)

    Hier scheint es so zu sein, dass am ehesten der letzte Punkt in Betracht kommt. Denn es gibt übereinstimmende Berichte von Betroffenen, dass bei ihnen zum fraglichen Zeitpunkt definitiv niemand zuhause war.

    Das heißt, es wurde wohl noch nicht einmal jemand „gelockt“, sondern das ganze lief vollautomatisch ohne Zutun des Benutzers. „gelotst“ wäre wohl dafür ein besserer Ausdruck

    2. Sie schreiben von „Nutzer auf die Seite Redtube.com weitergeleitet“

    Mehrere Betroffenen berichten übereinstimmend, dass sie in ihrer Browser-History KEINEN Aufruf von redtube.com finden können. Das wäre aber notwendig, damit Ihre Aussage stimmen kann.

    3. Sie nennen retdube.net eine „Art Proxy“

    retdube.net/movfiles.net war ganz sicher kein Proxy. Ein Proxy nimmt Datenverkehr an, und leitet ihn dann weiter. Die Videos sind so groß, dass es nicht glaubwürdig ist, dass die „Ermittler“ den erheblichen Datenverkehr hätten abwickeln können, der dadurch entstanden wäre. Zumal redtube sicherlich automatisch den Verkehr zum Proxy gedrosselt hätte, so dass das ganze nicht hätte funktionieren können.

    Sehr viel naheliegender ist hingegen, dass retdube.net/movfiles.net ganz einfach die fraglichen Videos eingebettet hat! Dann ist es auch leicht, per javascript zu überwachen, ob das eingebettete Video (auch vermutlich ganz automatisch) abgespielt wird.

    4. Ihre Aussage „ohnehin auf gewissen ‚Untergrund-Webseiten‘ wie illegalen Streaming Seiten oder anderen pornographische Portale gesurft“ ist extrem spekulativ und vermutlich falsch. Skimmed-Traffic wird meiner Erfahrung nach durchaus auch auf Seiten abgegriffen, die zwar keine Mainstream-Seiten sind und durchaus zu agressiver Werbung neigen, aber ansonsten seriös sind!

    5. Sie zitieren golem: „statt eine Ermittlungssoftware einzusetzen“ Das ist nicht gesagt. Es kann durchaus sein, dass mit GLADII eine Javascript-Software gemeint ist, die von retdube.net aufgerufen wurde und im Browser die Klicks dort überwacht hat, oder die auf dem Server von retdube.net lief und dort die entsprechenden Infos (z.B. per AJAX) empfangen und ausgewertet hat.

  8. Michael sagt:

    Wann wurden die ersten Abmahnungen verschickt?
    Bereits am 29.11.2013 wurde die Domain streaming-abmahnung.de gesichert und am 2.12.2013 zu genau diesem Fall online gestellt.
    Das legt die Vermutung nahe, dass die abmahnende Kanzlei (Daniel Sebastian & U+C) mit einer Kanzlei (Dr. Schulte & Partner), die sich als Verteidiger anbietet, unter einer Decke steckt. Der Eindruck entsteht, dass man hier versucht auch bei den Abgemahnten abzukassieren, welche nicht direkt zahlen wollen.
    Solch ein Vorgehen kann doch nicht legal sein, oder?
    Quelle: http://blog.kowabit.de/wer-kassiert-noch-ab/

    • Rene sagt:

      Stell dir mal vor wir hätten hier in DT die von Brüssel aufgezwungene Vorratsdatenspeicherung. Dann wären noch mehr Leute betroffen.

      Hierzulande muss man nur bei dem richtigen Provider sein, der keine Verbindungsdaten speichert.

  9. josy sagt:

    Hallo Herr Solmecke,

    wie wir es schon alle geahnt haben……
    Was bedeutet dies jetzt für Alle, die von Ihnen vertreten werden?
    Machen Sie diese Schritte jetzt von alleine für uns oder müssen wir Sie damit beauftragen? Wenn ja, entstehen hierdurch noch weitere Kosten für uns?

  10. Bob sagt:

    Was sagt eigentlich die Anwaltskammer zu diesem Verhalten?

    • IPeter sagt:

      Was sagt eigentlich die StA? Letztlich sind hier GG geschützte Rechte vorsätzlich (Rechtsanwalt) und fahrlässig (LG Köln) verletzt worden. Bei einem derartigen öffentlichen Interesse ist doch eine Verfolgung von Amts wegen gegeben?

      • Nach neuesten Informationen ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln bereits. Wir werden in Kürze dazu einen Beitrag veröffentlichen.

        • IPeter sagt:

          Danke… Mir geht es darum, das wir uns nicht um schnöde P..obilder unterhalten, oder in technischen Details versinken.

          Es geht im Kern um die Frage, wie verfassungskonform in GG Rechte eingegriffen wurde – vorsätzlich oder fahrlässig – von Anwälten oder Richtern.

    • Rene sagt:

      Hallo,

      soweit ich weiß, muss ein Anwalt erst in Ausübung seines Berufes eine Straftat begehen. Und dann rechtskräftig verurteilt werden. Nicht zu verwechseln mit Zivilrechtsverfahren. Siehe beigefügten Link

      Erst dann kann die Anwaltskammer aktiv werden und darüber beraten was zu tun ist.

  11. PornoKalle85 [Mobile] sagt:

    Juhu die Staatsanwalt mischt mit, die Schweizer mischen mit, RedTube mischt mit.
    Es fehlt nur noch der Porno Mafia boss aus Hamburg der sauer ist und den Leute schickt.
    Das wird lustig,ich feiere das ganze, das die rchtig fett eine aufs Maul kriegen….

  12. mepeisen sagt:

    Herr Solmecke. Es gibt eine weitere Entwicklung:

    Die Abmahn-Firma „The Archive AG“ und die IT-Super-Firma „ITGuards Inc.“ ist personenidentisch. Quelle: http://blog.kowabit.de/porno-sein/

    Die mittlerweile veröffentlichten Fragmente aus dem Gutachten, rund um die Software GladII führt ja zu einiger Verwirrung bei IT-Technikern. Die edesstattliche Erklärung schafft mehr Nebel als dass sie aufräumt. Für mich mehren sich auch mittlerweile dadurch die Hinweise, dass das alles eine sehr banale Erklärung hat: Die Software existiert weder in dieser Form, noch kann es ein Gutachten geben, was in irgendeiner Art und Weise beweist, dass sie auf Redtube und ähnliche Portale angewendet werden kann. Das ist einfach nur ein durchdachter aber schlampig ausgeführter handfester Betrugsfall.
    Das Aufstellen von Honeypots und der Versuch, den Schaden durch gezielte Werbe-Banner überhaupt erst entstehen zu lassen, passt ins Bild. Nicht die Software „GladII“ war hier involviert, sondern einfach nur ein primitiver Webserver, auf den User gelockt wurden und der die arglosen Besucher dann auf Redtube weiterleitete…

  13. Rookie sagt:

    Guten Tag zusammen,

    ich habe im Internet gelesen, dass die Telekom die IP Adressen ihrer Kunden nach 7 Tagen löscht. Andere Provider, wie z.B. Arcor, speichern die IP Adressen gar nicht.

    Gehe ich also richtig davon aus, dass im aktuellen Fall Redtube, zwischen dem Aufruf des Videos und dem Anfordern der IP beim Provider durch die abmahnende Kanzlei, maximal 7 Tage liegen können, da die Telekom sonst alle gespeicherten IP Adressen löscht?

    Und haben Kunden von Providern, die auf das Speichern von IP Adressen verzichten, diesbezüglich überhaupt etwas zu befürchten? Angeblich liegen dem Provider ja keine IP Adressen vor, die ein Anwalt erfragen könnte.

    Ich würde mich über Aufklärung freuen.

    Besten Dank und Gruß.

  14. Andrea sagt:

    Wow…das wird ja immer dreister, was hier läuft…Danke an Herrn Christian Solmecke kann ich da nur sagen! Clever und klasse gemacht!! Aber auch Danke an die User hier, die so viele Beweise beigesteuert haben.

    Nachdem wir nun jetzt wissen, dass die ganzen IP-Adressen also illegal ermittelt wurden, wäre es an der Zeit, die gesamten Filesharing-Fälle in Deutschland neu aufzurollen und nachzuprüfen, wie da die IP-Adressen ermittelt wurden und ob da alles mit rechten Dingen zuging bei den ganzen Kinofilm-Portalen.

    Denn ich vermute stark, dass es da eine ähnliche oder sogar gleiche Masche gab, wie jetzt hier auch. Denn movie4k.to ist ebenso eine Streaming-Seite, auf der man nicht direkt herunterladen kann und auch youtube ist eine Streaming-Seite. Das downloaden wird erst mit Hilfe von diversen Browser-Addons möglich.

    Von daher frage ich mal ernsthaft: wie hat die werte Content-Industrie hier die IP-Adressen ermittelt?? Denn ich denke – nach diesen ganzen Berichteb bei Akte mit Ullrich Meier – dass auch hier fragwürdige Softwares eingesetz wurden oder aber ebensolche fragwürdigen Werbebanner.

  15. Lenz sagt:

    Hallo Herr Solmecke,

    heute Mittag hat Herr Urmann in einem Interview bei ZEIT Online angekündigt, dass er auch trotz der in diesem Artikel und insbesondere in Ihrem Update geschilderten Entwicklungen weiter Abmahnungen versenden wird. Ist diese Drohung aus Ihrer Sicht realistisch? Kann diese Kanzlei nicht irgendwie von ihrem Vorhaben abgebracht werden, in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten oder sogar Jahren weitere Betroffene zu produzieren? Ich danke Ihnen für Ihr Engagement in dieser Sache.

    Viele Grüße,
    ein (noch) nicht Betroffener, der Angst hat

    • Frank sagt:

      Die Frage ist da ja: Wie wurden die weiteren IPs ermittelt? Wie wurden die weiteren Seiten überwacht?

      Wenn die Vorgehensweise identisch ist, wird es schwer für ihn. Zumal: Er kann sich ja auch in „Opfer-Rolle“ sehen und später gegen seine Auftraggeber ermitteln?!?

      Wichtig ist jetzt erst einmal, wie die Staatsanwaltschaft reagiert und ermittelt.

      Die Aussagen der Schweizer Presse finde ich weniger amüsant. Sei es so…

      Zumindest finde ich es klasse, hier auf dem Laufenden gehalten zu werden. Da sich bei mir auch ab und an Links nicht als das darstellten, was sie sein sollten, lese ich mit Interesse mit.

      @Herr Solmacke:
      Wenn ich einen Brief erhalten sollte, kann ich mich dann an Sie wenden? Komme aus dem Raum Osnabrück/Emsland, Plz: 48xxx

    • Rene sagt:

      Hallo Lenz,

      kommt drauf an bei welchem Provider du bist. Ich bin Bei Vodafone und weiß das die keine Verbindungsdaten speichern. Nach eigenen Angaben werden diese Daten nach spätestens 24 Stunden gelöscht.

      Ich könnte mir aber vorstellen das U und C weitermacht da es ihm egal ist ob die Daten illegal beschafft worden sind. (siehe beigefügtem Link)
      Er wird mit hoher Wahrscheinlichkeit weitermachen, bis man ihm Eine Straftat nachweisen kann.

      Ein Armutszeugnis für das deutsche Rechtswesen. Stellt sich für mich aber die Frage, ob das LG Köln oder ein anderes Gericht in Deutschland Auskunftsbeschlüsse in Zukunft nicht genauer prüft.
      Ich kann dir jetzt keinen direkten Link geben. Aber auf der Seite augsburger allgemeine vom 16ten findest du einen interessanten Artikel besonders der Letzte Absatz

  16. Wolf sagt:

    Hallo Herr Solmeke,

    was mich stutzig macht ist ebenso, das die laut der EV zum Ermitteln der IP-Adressen eingestzte Software GLADII-1.1.3 (Eigentlich: glade2-1.1.3) im Grunde nichts weiter ist als ein Open Source Tool zum Erstellen von Elementen einer Benutzeroberfläche unter Gnome.
    Insoweit ist die fragliche Software weder nützlich noch geeignet die IP-Adressen von möglichen Urheberrechts Verletzern zu ermitteln.

    Siehe: https://glade.gnome.org/
    Glade is a free user interface builder for GTK+ and the GNOME GUI
    desktop.

    Kommt damit nicht zu dem möglichen Betrugsvorwurf evtl noch der einer falschen EV und im Falle des Aufrechterhaltens in einem möglichen Hauptsacheverfahren auch noch Prozessbetrug hinzu?

    MFG – WW

  17. Lucas sagt:

    Herr Solmeke, anscheinend ermittelt die StA „nur“ hinsichtlich der EV und Datenschutzdelikten, nicht jedoch hinsichtlich des viel schwerwiegenden, sich aber aufdrängenden Anfangsverdacht eines Millionen-Betruges.

    Da sie an vorderster Front mit dem Fall betraut sind, haben sie sicherlich der StA einiges an Wissen voraus.
    Wann schicken Sie also einen Strafantrag wegen schweren gewerblichen Betrugs zusammen mit dem bereits gesammelten Dossier nach Köln ?
    Oder müssen wir das wieder selbst machen?

  18. […] und nicht durch irgendeine Umleitung im Hintergrund angefragt. Was letzteres anbelangt, so mutmaßt Kollege Solmecke aktuell, es handle sich möglicherweise alles um einen riesen “Betrug“. Herr Urmann […]

  19. Karlheinz sagt:

    Was ich absolut nicht verstehen kann….wie kann sich ein Amtsgericht (in diesem Falle Leipzig) über geltendes Urheberrecht (in dem ja aller klip und klar geschrieben steht) hinwegsetzen, bzw. dieses so uminterpretieren, die es dieser RA-Kanzlei erst ermöglichen tausendfache Mahnbescheide herauszuschicken?. Genau da steckt doch der Hase im Pfeffer.
    Und weiterhin stell ich mir die Frage, nach welchen Rechtsgrundsätzen hier in Deutschland Recht gesprochen wird….Da entscheiden mehrere Kammern auf dem Landgericht in Köln gegen die Herausgabe von Adressern…und andere dafür. Ich fasse es nicht. In einem Entwicklungsland kann es nicht schlimmer zugehen.

  20. josy sagt:

    Was mich mal interessieren würde ist, ich habe im Netz einen Beitrag gelesen, das besagter RA sich nicht beirren lässt über das was bis jetzt bekannt ist und weiter macht. Warum kann er sich alles erlauben? Warum stellt die Staatsanwaltschaft eigentlich die Fälle in Regensburg immer ein? Im Aktuellen Fall wurden die Fälle zu den Akten gelegt, laut Inet.

    • Frank sagt:

      Da gibt es m.M.n. 2 Möglichkeiten:
      * Er blufft und will Angst und Schrecken verbreiten!
      * Er hat die Beschlüsse und diese müssten erst von einem Gericht gestoppt werden. Verschickt er sie und die Abmahnungen waren nicht rechtens, wendet er sich gegen seine Mandanten! Dann ist er das Opfer der Justiz…

      Eine brennende Frage wären die anderen Seiten:
      * Welcher Rechteinhaber?
      * Welche Software?

      Wenn diese die jetzt aktuellen sind, könnte das alles platzen.

  21. Unwissender sagt:

    Hallo
    Aus meiner bescheidenen Sichtweise wird hier eine Tatsache komplett ausgeblendet – In Deutschland ist über den 44a UrhG gerade dieses technisch bedingte zwischenspeichen als zulässige flüchtige Vervielfältigungshandlung als zulässig erklärt.
    Daher liegt auch kein Verstoß vor. Wenn jetzt in Kenntnis um diesen Umstand wissentlich abgemahnt wird stellt das einen tatbestandsmäßigen gewerbsmäßigen Betrug des Abmahnenden dar. Wenn nicht sogar Abs. V. (Hier könnte die Art der Erlangung der IP Adressen den Abs. V stützen)

    • Frank sagt:

      Mir stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage:
      Wenn die User umgeleitet wurden, auf Seiten, die sie nicht angewählt haben, egal, woher sie kamen, haben sie sich dann strafbar gemacht?
      (ungeachtet ob nun Streaming illegal oder legal ist)
      M.M.n. nicht. Daher ist das Urheberrecht eigentlich zu vernachlässigen.

      Herr Solmecke,
      Normalerweise sollte doch die Firma „the Archiv AG“ bei legaler Vorgehensweise bereits rechtlich gegen Redtube vorgehen müssen, ansonsten wäre es doch eine Duldung der illegalen Verbreitung? Ist das nicht auch ein Indiz? Sie (die AG) wussten ja offenbar um die Verbreitung des Films, da sie einen Anwalt eingeschaltet haben.

      Wenn die Staatsanwaltschaft nun das Gutachten, die e. Versicherung für nichtig erklärt, was passiert dann?
      Wie sind dann die Abläufe? Sind dann alle darauf basierenden Abmahnungen nichtig, bzw die noch nicht verschickten?

      Haben Sie eine unverbindliche Einschätzung?

      Vielen Dank für Ihre Mühen und Ihren Einsatz.

  22. Piero Zedda sagt:

    Wieviel wusste U+C?

    Nun ich versuche mal auf diese Frage einzugehen:

    Meiner bescheidenen Meinung nach waren und sind die U+C Rechtsanwälte nie so recht von ihren Abmahnungen überzeugt. Bereits vor dem Redtube Fall haben diese ja bereits für recht dubiose „Firmen“ Abmahnungen verschickt.

    Zumindest kann ich mir anders nicht die Bilanzposition „Forderungen gegen Gesellschafter“ erklären.

    Hier wird seitens der Gesellschafter massiv Kapital aus der U+C GmbH gezogen.

    Unabhängig davon, dass es sich hier um eine mutmaßlich verdeckte Gewinnausschüttung handelt, stelle ich mir die Frage: Warum sollten Anwälte sich ihr Honorar bereits vor Abschluss eines übernommenen Mandats in dieser Form genehmigen?

    Wissen die bereits im Vorfeld, dass sie auf ihren Kosten sitzen bleiben weil fast alle bisher verschickten Abmahnungen quasi ungültig sind?

    Wollen die das Spiel einfach so lange weiter treiben bis ein Gericht ihnen einen Riegel davor schiebt und die GmbH dann gegen die Wand fahren?

    Fragen über Fragen 😀

    Mit freundlichen grüßen

    Piero Zedda

  23. Frank sagt:

    Herr Solmecke,
    Könnten Sie, als Vertreter (eines Teils) der Geschädigten eigentlich versuchen, alle Abmahnungen, die sich auf die hier schon erwähnte Software beziehen, stoppen zu lassen, quasi in den zustand „schwebend“ versetzen.
    Falls sich dieses als Betrug herausstellt, wäre das sicherlich auch für die beteiligten noch nicht angeschriebenen Opfer hilfreich.

  24. Perak sagt:

    Hallo Herr Solmecke,

    ich habe es auf dem IT-Blog kowabit.de gefunden. Was ist Ihre Meinung dazu?
    Ist das im Falle Redtube insoweit relevant, sodass, wenn man die Information an U+C weiterleitet (oder sonst noch wohin), weitere Abmahnungen jetzt für U+C Strafrechtlich relevant würden.

    „…eine Abuse-Anfrage an wix.com zu den Domains itguards.net und the-archive.ch folgendermaßen beantwortet wurde:

    The domains :
    the-archive.biz
    the-archive.ch
    itguards.net
    are located under the same Wix account :
    Email : itguards@XXXXXX.com (<- eMail-Adresse wird von mir aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht)
    User name : the-archiveXXXXX
    Thanks,
    Elad – Wix Support
    Wix Support Team

    Somit bestätigt sich die erste Vermutung, die nur aus dem Quelltext mit der selben ID geschlussfolgert werden konnte. Die Firma THE ARCHIVE AG und die US-Firma itGuards Inc entstammen dem selben Ursprung.“

    • Frank sagt:

      @Perak
      „…wenn man die Information an U+C weiterleitet…“
      Nachdem, was ich bisher von dem Anwalt gelesen habe, wird es ihn wohl nicht interessieren. Er hat seine Adressen und die Beschlüsse. Sagt er zumindest. Angeblich könne man ihm nichts anhaben, er sei auf der sicheren Seite. (Ich meine Spiegel oder Zeit-online, bin aber nicht sicher.)

      Interessant wird es wohl für die Behörden sein. Da sollten diese Informationen über die bereits tätigen Anwälte geprüft und weitergeleitet werden. So könnten diese Informationen zentral und gefiltert weitergegeben werden. Ggf. sind sie dann für die Gerichte sogar „verständlich“ geschrieben (mit den notwendigen §).

      Die eV soll ja nun geprüft werden. Wenn diese (hoffentlich) für unwirksam erklärt wird, wird das Gericht hoffentlich die getroffenen Beschlüsse für unwirksam erklären und rückgängig machen. Damit sollten dann alle noch zu verteilenden Abmahnungen, die darauf basieren bei U+C in den Schredder gehen.
      Ob man dann dort gegen „The Archiv AG“ vorgeht, kann man nicht wissen. Lt. diversen Quellen im Internet scheinen die ja kein Geld zu haben, da sie auch keine Steuern zahlen. Wenn ich richtig gelesen habe, ist erst im April einer dort ausgestiegen und im November ein neuer Anteilseigner aus D(!) dort eingetragen worden.

      Vielleicht interessieren sich die Schweizer-Behörden ja auch für den Fall, da sie einen schlechten Ruf erlangen könnten, wenn sie wegschauen.

      Ich hoffe nur, dass diese ganze Miesere dazu führt, dass die Politik/Gerichte endlich Klarheit schaffen, was nun Stand der Dinge ist, im Bereich Streaming.

      Eine andere Frage ist: „wenn jemand über Trafficholder auf eine illegale Seite geleitet wird, der Stream startet automatisch, wie bei Youtube, wie schützt man sich? Nicht jeder sichert monatelang die Protokolle seines Browsers.

      Die Umleitungen sind für den User ja nicht sichtbar.

      Die Reaktion von Redtube begrüße ich, habe aber leider bisher zu wenig von denen dazu gehört/gelesen. Wenn jetzt ein ganzes Land Angst hat, diese und andere Seiten (im Auge der Eigentümer legal) zu besuchen, geht denen ein Haufen Geld durch die Lappen.

      Andererseits müsste es für Redtube möglich sein, zu schauen, wie User auf die entsprechenden Filme gelangten. Da sie am Server sitzen, sollten die Logs das hergeben.

      Ich hoffe, dass die Staatsanwaltschaft dort auch Fragen stellt und die passenden Antworten bekommen wird („Ja, die kamen über retdube.xxx und co“).

      Bisher schweben ja noch tausende User im Ungewissen. die nicht direkt über die Telekom surfen. Die, die über Reseller surfen, sollten eigentlich bereits Post haben, da, nach Infos aus einem 1&1-Forum die externe IP der Telekom gehört, die Anfrage durch gereicht wird an 1&1 („Wem gehört die Nutzerkennung ka123456-789@inline .de?“) und diese die Antwort an die Telekom geben. Damit sollten ggf. Reseller-Kunden in den bereits verschickten Abmahnungen enthalten sein. <= Ist nur eine Vermutung!

      @Piero Zedda:
      "Wieviel wusste U+C?" Egal was sie wussten, bei der Größe, dem Umfang werden sie sich vorher abgesichert haben, damit sie nicht angreifbar sind. Sie handeln dann in gutem Glauben?!?

      Hoffen wir auf schnelle (für uns positive) Ergebnisse der ermittelnden Behörden und einen schnellen Stopp dieser Angelegenheit.

      • Perak sagt:

        @Frank
        Meine Frage zielte daraufhin, dass unser Porno-Anwalt jetzt nicht mehr, wie bis jetz, behaupten kann, dass ihm nichts von all dem bekannt war. Und wie ich Herrn Solmecke verstanden habe, dürfte er die Abmahnungen nicht mehr veschicken.
        Darüber hinaus greift dann die Regel aus dem UrhG nicht mecht, die unseren Porno-Anwalt vor der Erstattung der Kosten des Anwalts des Abgemanten schützt.

  25. Frank sagt:

    Ich noch einmal:
    Wenn man sich diese beiden Links ansieht:
    http://who.is/whois/itguards.net
    http://who.is/whois/the-archive.biz

    Es wird bei beiden auf:
    Name Servers
    ns1.wix.com 216.139.213.90
    ns2.wix.com 207.36.47.9

    hingewiesen. Die 2. Domain gibt sogar:
    Billing Contact Information:
    Name: Wix Support

    aus. Das und der o.angegebene Blog sollten zusätzlich zu allen anderen Vermutungen die Zusammengehörigkeit noch untermauern.

  26. Lazerhawk sagt:

    Sehr geehrter Herr Solmecke,

    Dieses Organigramm der Abmahner und ihrer Anwälte dürfte für sie interessant sein.

    http://goo.gl/1EVukA

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×