Urheberrecht

Nach EuGH-Urteil: sind jetzt alle Streaming-Seiten legal?

Der EuGH hat entschieden, dass die Vervielfältigungen im Browser-Cache keine Urheberrechtsverletzung darstellen. Welche Folgen hat die Entscheidung für das Anschauen von Streaming-Seiten? RA Christian Solmecke analysiert das Urteil im Detail:

 

Was hat der EuGH entschieden?

Bei der Entscheidung des EuGH ging es um die Frage, ob die Vervielfältigung urheberrechtlich geschützter Werke im Cache des Browsers durch die Schranken des Urheberrechts gerechtfertigt ist. Dabei musste der EuGH über die Auslegung von Art. 5 Abs. 1 der Informationsrichtlinie entscheiden, der durch § 44a UrhG beinahe wortgleich in deutsches Recht umgesetzt wurde.

Danach sind Vervielfältigungen unter folgenden Voraussetzungen ohne Zustimmung des Urhebers zulässig:

1. die Vervielfältigung ist vorübergehend

2. sie ist flüchtig oder begleitend,

3. sie stellt einen integralen und wesentlichen Teil eines technischen Verfahrens dar

4. ihr alleiniger Zweck ist es, entweder eine Übertragung in einem Netz zwischen Dritten durch einen Vermittler oder eine rechtmäßige Nutzung eines Werks oder sonstigen Schutzgegenstands zu ermöglichen, und

5. sie hat keine eigenständige wirtschaftliche Bedeutung.

Der EuGH musste jedoch in diesem Fall nur über die ersten drei Voraussetzungen entscheiden, da das nationale Gericht bereits festgestellt hatte, dass Browser-Kopien der 4. und 5. Voraussetzung genügen.

Was heißt das für Streaming-Fälle?

Das Urteil trifft lediglich eine Aussage für Streaming-Content, der mit Zustimmung des Rechteinhabers, also rechtmäßig, im Netz zugänglich gemacht worden ist. Der entscheidende Punkt ist in vielen Streaming-Fällen jedoch, ob auch solche Vervielfältigungen im Cache erlaubt sind, die beim Abspielen eines rechtswidrig zugänglich gemachten Streams (z.B. bei kinox.to und Co.) entstehen. In diesen Fällen nämlich streitig, ob die 4. Voraussetzung, über die der EuGH hier nicht entscheiden musste, vorliegt. Es kommt darauf an, ob es der „alleinige Zweck der Vervielfältigung“ ist, eine „rechtmäßige Nutzung eines Werkes zu ermöglichen“. Im Kern wird dabei darum gestritten, wann eine rechtmäßige Nutzung eines Werkes vorliegt.

Dazu enthält das EuGH-Urteil leider keine Aussage. Wir (und mit uns viele andere Juristen) vertreten jedoch schon seit langem die Auffassung, dass auch das Ansehen rechtswidriger Streams eine rechtmäßige Nutzung des Werkes ist. Der Werkgenuss, also das Ansehen oder Anhören eines urheberrechtlich geschützten Werkes, ist nämlich urheberrechtsfrei. Das gilt für das Anhören einer rechtswidrig kopierten CD und muss daher auch für das Ansehen rechtswidriger Streams im Internet gelten. Zumal der Nutzer gar nicht erkennen kann, ob ein Stream mit Einwilligung des Urhebers hochgeladen wurde oder nicht.

Hinweise des EuGH zum Dreistufen-Test

Der EuGH beschäftigt sich in dem vorliegenden Urteil jedoch auch mit dem sog. Dreistufen-Test (Art. 5 Abs. 5 der Info-RL). Zweck des Dreistufen-Tests ist es sicherzustellen, dass die Schranken des Urheberrechts nicht zu weit ausgedehnt werden. Er stellt also gewissermaßen weitere Voraussetzungen für das Eingreifen einer Schrankenregelung wie Art. 5 Abs. 1 der RL bzw. § 44a UrhG auf.

Er regelt, dass die Schrankenbestimmungen des Urheberrechts:

1. nur in bestimmten Sonderfällen angewandt werden dürfen,

2. die normale Verwertung des Werks oder des sonstigen Schutzgegenstands nicht beeinträchtigt werden darf und

3. die berechtigten Interessen des Rechtsinhabers nicht ungebührlich verletzt werden dürfen.

Hierzu macht der EuGH interessante Ausführungen, die unter Umständen auf seine Auffassung zu rechtswidrigen Streams hindeuten könnten (Tz. 55 ff. des Urteils):

Zunächst werden die Bildschirm- und die Cachekopien nur zum Zweck der Betrachtung der Internetseiten erstellt und stellen daher einen Sonderfall dar.

Sodann verletzen diese Kopien die berechtigten Interessen der Urheberrechtsinhaber nicht ungebührlich, obwohl sie den Internetnutzern den Zugang zu den auf den Internetseiten dargestellten Werken grundsätzlich ohne die Zustimmung dieser Inhaber erlauben.

In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass die Werke den Internetnutzern von den Herausgebern der Internetseiten zugänglich gemacht werden, die ihrerseits nach Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2001/29 die Zustimmung der betreffenden Urheberrechtsinhaber einholen müssen, da diese Zugänglichmachung eine öffentliche Wiedergabe im Sinne dieses Artikels darstellt.

Die berechtigten Interessen der betroffenen Urheberrechtsinhaber werden auf diese Weise gebührend gewahrt.

Unter diesen Umständen ist es nicht gerechtfertigt, von den Internetnutzern zu verlangen, dass sie eine weitere Zustimmung einholen, um in den Genuss derselben, vom betreffenden Urheberrechtsinhaber bereits genehmigten Wiedergabe gelangen zu können.

Schließlich beeinträchtigt die Erstellung der Bildschirm- und der Cachekopien nicht die normale Verwertung der Werke.

Die Betrachtung der Internetseiten mittels des in Rede stehenden technischen Verfahrens stellt eine normale Verwertung der Werke dar, durch die die Internetnutzer in den Genuss der von den Herausgebern der betreffenden Internetseite bewirkten öffentlichen Wiedergabe der Werke gelangen können. Da die Erstellung der betreffenden Kopien einen Bestandteil der Betrachtung bildet, kann sie eine solche Verwertung der Werke nicht beeinträchtigen.

Das könnte im Umkehrschluss bedeuten, dass der EuGH in den Fällen, in denen der Betreiber einer Internetseite, die Streaming-Inhalte anbietet, nicht die Einwilligung der Rechteinhaber eingeholt hat (es sich also um rechtswidrige Streams handelt), die berechtigten Interessen des Urhebers nicht als gewahrt ansieht und normale Verwertung des Werkes beeinträchtigt ist. Dies hätte zur Folge, dass das Ansehen eines rechtswidrigen Streams dem Drei-Stufen-Test nicht standhielte, sodass die Schranke des § 44a UrhG nicht eingreifen und eine Urheberrechtsverletzung vorliegen würde. Ob der EuGH dies ausdrücken wollte, kann jedoch nur gemutmaßt werden. Es bleibt daher abzuwarten, bis der EuGH die Gelegenheit hat, über die urheberrechtliche Bewertung beim Ansehen rechtswidriger Streams zu entscheiden.

Fazit

Das EuGH-Urteil stellt keinen Freibrief für die Nutzung rechtswidriger Streaming-Angebote wie kinox.to & Co. dar. Auch wenn wir der Auffassung sind, dass das bloße Ansehen dieser Streams keine Urheberrechtsverletzung darstellt: die Rechtslage ist und bleibt umstritten.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (9)

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  1. Andrea sagt:

    Also zu diesem Fall sage ich mal:

    diese Ermittlungen gegen KinoX.to durch GVU und die Staatsanwaltschaft sind und bleiben illegal! Warum??

    1. die GVU darf seit 2006 seit Verbot durch das Kieler Landgericht NICHT mehr gegen User ermitteln. Bericht von Golem hier:

    http://www.golem.de/0611/48696-2.html

    Zitat Urteil aus diesem Artikel:

    „Das Gericht bezeichnet die Einbeziehung des GVU-Mitarbeiters als eine „Privatisierung des Ermittlungsverfahrens“, bei der Polizei und Staatsanwaltschaft „nur noch formal in Erscheinung treten, sämtliche wesentlichen Ermittlungsschritte aber von der [GVU] bestimmt oder durchgeführt wurden“. Eine solche Privatisierung sei rechtswidrig. Der Mitarbeiter der GVU, so das Gericht, hätte nicht als Sachverständiger nach den Regeln der Strafprozessordnung (StPO) bei den Ermittlungen hinzugezogen werden dürfen, erst recht nicht in diesem Umfang. Denn die GVU, die sich im Interesse der Software- und Filmbranche mit der Verfolgung der Produktpiraterie beschäftigt, habe ein parteiisches Interesse am Ausgang derartiger Verfahren.

    Angesichts des Umstandes, dass Durchsuchungen für die Betroffenen mit Grundrechtseingriffen einhergingen, sei, so das Gericht, ein derartiges Vorgehen nicht hinnehmbar. Den Einwand, es handele sich bei der konkreten Maßnahme um einen Sonderfall im Sinne der Strafprozessordnung, in dem ausnahmsweise eine parteiliche Person zu den Ermittlungen hinzugezogen werden dürfe, ließen die Kieler Richter nicht gelten: Weder sei bei den Ermittlungen besonderer technischer Sachverstand erforderlich gewesen noch habe es sich bei den sichergestellten Gegenständen um solche gehandelt, die allein durch den Mitarbeiter der GVU hätten identifiziert werden können. Vielmehr würden von den Strafverfolgungsbehörden regelmäßig wesentlich komplexere informationstechnische Fragen bewältigt.
    ——————————————————-

    2. das von Ihnen genannte Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofes

    3. Urteil des Europäischen Gerichtshofes zum Verbot der Vorratsdatenspeicherung aus 2014:

    http://www.tagesschau.de/ausland/vorratsdatenspeicherung222.html

    Von daher darf die Justiz hier weder gegen die Urheber dieser Uploads noch gegen uns User ermitteln. Denn niemand weiss doch, ob diese Uploader nicht etwa vorher die DVDs zu diesen Filmen legal käuflich erworben hatten und diese DVDs erst auf ihren Rechner gestreamt hatten und dann den Stream auf diesen Filehostern hochgeladen hatten.

    Darüber hinaus ist derselbe Weg mittels eines käuflich erworbenen Festplatten-Videorecorders möglich. Diese Geräte beinhalten ein intern verbautes Brennlaufwerk, mittels dem man sich die Filme, die man vom TV auf diese Festplatte des Gerätes geholt hat (meist direkt über die originalen us-TV-Kanäle und andere deutschsprachige Kanäle; ja wir haben die durch unsere Smart-Card von unserem privaten TV-Anbieter im Programm), auf DVD brennen und so auf den Rechner übertragen kann.

    Im zweiten Schritt kan man dann mit ECHTEN opensource-Programmen wie Amarok und anderen die Werbung rausschneiden und im dritten Schritt mittels dem opensource-Programm FFMPeg dann diese Teile wieder zu einem ganzen Film zusammenfügen und im vierten Schritt mittels VLC-Player ins .mp4-Format umstreamen.

    Dann fehlt nur noch der Upload auf einen solchen Hoster und schon habe ich eigentlich eine legale Kopie!

    Von daher: wie soll denn hier bewiesen werden, dass dieser Upload auf solchen Hostern wirklich eine illegale Raubkopie ist??

    Deswegen: das Verbot solcher Filesharing-Seiten ist doch absoluter Nonsens. Außerdem: wenn jetzt KinoX.to, Movie4k.to und andere downgehen, dann sind sofort 10.000nde andere Seiten da, die diese Dienste erneut anbieten.

    Wann bitte kapiert die Content-Industrie (die ich schon als wahre Content-Mafia bezeichnen muss) endlich, dass sie hier längst verloren hat durch die technischen Neuerungen?? Denn wenn man hier gegen Raubkopien vorgehen wollte, dann müsste man sogar diese Geräte wie Festplatten-Videorecorder und sowas verbieten.

    Denn ich sage mal ehrlich: welcher Kinogänger ist heute noch so blöde und filmt direkt im Kino ab?? Das glaube doch wer will. Diese Darstellung von der Content-Industrie ist doch absolut lächerlich und absurd.

  2. Andrea sagt:

    Dann muss ich zu Ihrem Video sagen:

    diese Seite KinoX.to ist eigentlich gar keine echte Filesharing-Seite. Sie ist eigentlich eine Streaming-Plattform und ein Link-Aggregator. Diese Links führen die User zu den anderen Download-Seiten. Und damit ist KinoX.to KEINE Filesharing-Seite. Und daraus folgt: KinoX.to ist eigentlich nicht per se illegal. Gleiches gilt auch für Movie4k.to und dessen Vorläufer Movie2k.to und es müsste dann auch für Movie-Blog.org gelten.

    Wenn dem so wäre, dann müsste man sogar youtube down nehmen und andere solche Videoseiten. Denn auch dort kann es – unter Umständen – solche Uploads von privaten Usern geben. Denn wie ich gesehen habe, sind so gut wie alle Uploads auf youtube und anderen solchen Seiten von Privatleuten und NICHT von Firmen.

    Und dass wäre dann in meinen Augen sogar ein glatter Verstoß gegen Artikel 5 Grundgesetz (Pressefreiheit, Informationsfreiheit, Meinungsfreiheit), Artikel 11 und Artikel 12 der EU-Grundrechte-Charta und gegen Artikel 19 UN-Menschenrechts-Charta.

  3. Andrea sagt:

    Darüber ist zu Ihrem Standpunkt, dass diese Vermutung mit dem Honey-Pot wohl so nicht zutrifft sagen: doch, er trifft absolut zu und dass hat mit zwei Fällen in der Vergangenheit der GVU zu tun, genauer gesagt im Jahre 2006. Denn in besagtem Jahr wurde die GVU bereits zweimal NACHWEISLICH dabei erwischt!!

    Bericht von Golem hier:

    http://www.golem.de/0602/43159.html

    Zitat aus diesem Artikel:

    „Heise Online und Onlinekosten.de hatten nach gemeinsamen Recherchen berichtet, dass die GVU mindestens einen Administrator eines FTP-Servers bezahlt und damit zur Verbreitung von Raubkopien beigetragen habe. Nun wurden die in Form von E-Mail-Auszügen, an die GVU gestellten Rechnungen für den FTP-Server-Betrieb und einem Kontoauszug vorliegenden Beweise in der c’t-Ausgabe 4/2006 veröffentlicht.

    „Um an Informationen über Ersteller und Verbreiter von Raubkopien zu kommen, bezahlte die GVU Informanten aus der Szene. Mit finanziellen Zuwendungen unterstützte sie außerdem den Betrieb von Raubkopierer-Servern“, so die c’t in einer Mitteilung unter Berufung auf die veröffentlichten Beweise. Zumindest einen Admin bezahlte die GVU laut des c’t-Berichts dafür, Lock-Server mit Filmen und Musik zu betreiben – die in der stets nach kostenlosen Servern Ausschau haltenden Szene rege benutzt worden seien. Ein weiterer GVU-Helfer soll der in der Szene bekannte „Evil Admin“ sein, der Verbindungsdaten an die Gesellschaft weiterleitete, zitiert die c’t aus der eidesstattlichen Versicherung eines verurteilten Raubkopierers.

    Ob die jeweiligen Urheber, deren Inhalte von der GVU teils selbst ins Netz gestellt worden sein sollen, jeweils ihr Einverständnis dazu gaben, erscheint dem Bericht zufolge fraglich. Zumindest einige Unternehmen gaben gegenüber der c’t an, nichts von der Aktion gewusst und auch nicht ihr Einverständnis gegeben zu haben. „Mit dieser Art der Fallenstellerei hat die GVU die Rechte, für deren Schutz sie sorgen soll, selbst verletzt“, kommentiert c’t-Redakteur Holger Bleich. Sofern die Anschuldigungen gegen die GVU stimmen, hätte die GVU zumindest Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung geleistet, was für sich genommen schon strafrechtlich relevant sei, wie ein von der c’t zitierter Fachanwalt betonte.

    Die GVU hatte auf einen dpa-Bericht verwiesen, nach dem es bei der Durchsuchung lediglich um Daten für einen Abgleich mit anderen sichergestellten Daten gegangen sei. Die Gesellschaft sei nicht als Beschuldigte, sondern in der Rolle des Zeugen während der im Januar 2006 erfolgten Razzia durchsucht worden. „Dabei wurden zweifellos die Beweise für das dubiose Vorgehen der Privatfahnder gefunden, auch wenn die Staatsanwaltschaft Ellwangen danach aus formalen Gründen bekundet hat, dass die GVU nicht als Beschuldigte durchsucht worden sei“, so c’t-Redakteur Holger Bleich weiter. Bisher habe die Staatsanwaltschaft noch keine Ermittlungsergebnisse bekannt gegeben.“

    […]

    „Die dpa hat inzwischen neue Informationen zu der Angelegenheit in Erfahrung bringen können, demnach sollen die bisher zuständigen Staatsanwälte in Ellwangen inzwischen die Ermittlungen bezüglich der GVU an die Staatsanwaltschaft in Hamburg abgegeben haben. Ob die GVU dort als Beschuldigter oder als Zeuge eingestuft werde, wurde bisher von Seiten der Justiz nicht angegeben.“

    —————————————————————-

    Und ergänzend dazu gibt es einen Bericht von Gulli über einen weiteren Fall, bei dem die GVU erneut im Jahre 2006 erwischt wurde:

    http://www.gulli.com/news/8835-die-gvu-darf-nicht-mehr-mitermitteln-2006-11-02

    Zitat aus diesem Artikel von Gulli:

    „Ein ausführlicher Bericht in der c’t 22/2006 legt auch nahe, dass auf die GVU wenig Verlaß ist, stellt jedoch auch den kooperierenden Staatsanwaltschagften ein schlechtes Zeugnis aus. Im Fall einer Ebay-Händlerin, die chinesische Import-DVDs legal vertrieb, wurde ein Haftbefehl ausgesprochen und die Beschuldigte für zwei Wochen in Untersuchungshaft gelandet. Frei kam sie erst nach der Zahlung von 25.000 Euro Kaution. Anlaß: ein Strafantrag der GVU. Ein Gutachten, das die Illegalität der verkauften DVDs gerichtsverwertbar belegt, lieferte die GVU nicht. Der chinesische Vertrieb versicherte hingegen, legale Ware zu vertreiben. Testkäufe ergaben, dass keine Fälschungen verkauft wurden, die Aussage der GVU, die DVDs seien nicht mit Hologrammstickern versehen, wird von den Käufern bestritten.“
    —————————————————————–

    Wir sehen also: die GVU hat bereits ZWEIMAL eindeutig solche Honeypots ausgelegt!! Und damit ist iese Vermutung, dass die GVU hier KinoX.to erneut zu einem Honeypot machen will, nur naheliegend!!

  4. Andrea sagt:

    Darüber hinaus scheint es hier immer noch so zu sein, dass die Staatsanwaltschaften immer noch bei der GVu die Hand aufhalten, was Gulli ebenfalls in diesem Artikel oben bewiesen hat:

    http://www.gulli.com/news/8835-die-gvu-darf-nicht-mehr-mitermitteln-2006-11-02

    weiteres Zitat aus diesem Bericht von Gulli:

    „Die fragwürdigen Ermittlungs- und Gutachterdienste der GVU würden dennoch in vielen Staatsanwaltschaften gerne entgegengenommen. Angesichts leerer Kassen ist das Angebot der GVU, kostenlose Gutachten zu erstellen, natürlich verlockend.“

    „In vielen Staatsanwaltschaften ist es um die Kooperation mit der GVU hingegen schlecht bestellt. In Baden-Württemberg wurde die Zusammenarbeit gar von oben untersagt:“

    „Eine Beauftragung der GVU als Sachverständige kommt nicht in Betracht.“ Ebenso sei die „Hinzuziehung von Mitarbeitern der GVU zu Durchsuchungen nicht zulässig.“, zitierte die c’t eine ministeriale Weisung an die baden-württembergischen Staatsanwaltschaften.

    ————————————————————

    Aber: wie man anhand von diesem Fal KinoX.to sieht, arbeiten die Staatsanwaltschaften und auch die GVU erneut zusammen, trotz gegenteiliger Behauptungen und TROTZ Verbotes durch das Landgericht Kiel! Davon zeugt dieser weitere Bericht auf welt.de:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article133665974/Haus-von-mutmasslichen-Kinox-to-Betreibern-gestuermt.html

    Zitat aus diesem Bericht von welt.de:

    „In seiner E-Mail wird ein kommerzielles Betrugssystem der digitalen Schattenwelt beschrieben. „Die kriminellen Gewinne wurden mit Onlinewerbung und Zahlmodellen erwirtschaftet.“ Die Akteure seien sogar bereit gewesen, Gewalt anzuwenden. Die GVU habe von einem Betroffenen erfahren, dass die Hinterleute nicht davor zurückschreckt hätten, „einen in Ungnade gefallenen Geschäftspartner durch einen Brandanschlag gefügig zu machen“.“
    —————————————————

    Und auch dieser weitere Absatz aus diesem Artikel von welt.de:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article133665974/Haus-von-mutmasslichen-Kinox-to-Betreibern-gestuermt.html

    „Die aktuelle Operation habe das Zeug, „den Schlag gegen die kommerziell betriebene ‚Piraterie‘ bei Kino.to in seiner Bedeutung für den Urheberrechtsschutz in Deutschland sogar noch zu übertreffen“, schrieb Leonardy an die GVU-Mitarbeiter. Die Generalstaatsanwaltschaft setze ausdrücklich auf die „besonderen Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten der GVU bezüglich der illegalen Szene“.“
    —————————————————-

    zeigt: die GVU ermittelt hier – trotz eindeutigem Verbot aus 2006 – wieder zusammen mit der Staatsanwaltschaft trotz dieser obigen Beteuerungen. Und damit machen sich auch die Staatsanwaltschaften immer unglaubwürdiger!! Sowas hat mit Rechtsstaat in meinen Augen NICHTS mehr zu tun. Warum bitte halten Staatsanwaltschaften und GVU dieses Verbot der Mitermittlung nicht ein??

    Grüße
    Andrea

  5. Andrea sagt:

    Aber eine Frage habe ich noch:

    was mache ich, wenn ich nach Content suche, der so aus den 1960ger bis 1980ger Jahren stammt (Musik und Filme), den es in KEINER legalen Videothek mehr gibt??

    Denn Fall habe ich nämlich gerade. Ich suche konkret nach dem Film „Die Dornenvögel“.

    Was ich schon unternommen habe auf legalem Wege:

    1. abgrasen ALLER legaler Videotheken in meiner Stadt bis ich Blasen an den Füßen hatte (mehrere Stunden rumgesucht)
    Ergebnis: alle sagen, das Teil was ich wünsche, ist so alt, dass es nicht mehr hergestellt und nicht mehr ausgeliefert wird.

    2. Youtube-Angebot gecheckt
    ebenfalls nicht erhältlich.

    Nun meine Frage: darf man in solchen Fällen auch mal auf Torrent ausweichen, wenn ALLE legalen Wege also gescheitert sind?? Wie sieht es da aus??

    Danke Vorab für eine Antwort.

  6. Andrea sagt:

    Auf movie4k.to geben die Macher sogar offen zu, hinter diesen ganzen Adressen zu stehen. Folgende Ansage machen die User dort:

    „Liebe VAP und User: Wir haben Movie2k/Movie4k Alternativ Domains eingerichtet!
    Ersatz Domains: Movie4k.TV und Movie4k.ME, so wie Movie.TO
    Leider beugt sich Österreich der gierigen Copyright Lobby und versucht durch sinnlose Sperren etwas zu erreichen, was am Ende nur jeden einzelnen Bürger so wie der Freiheit schadet.
    Denkt ihr wirklich Zensur ist eine Lösung? Denkt ihr wirklich eine Sperre wird uns stoppen? Wir haben noch weitere 30 Domains, die nur darauf warten Live geschaltet zu werden.
    Wir hoffen die Bürger wachen auf und checken diesen Wahnsinn. Wir indexieren exakt wie Google oder andere Suchmaschinen auch Freien Content, besitzt ihr dafür überhaupt die Rechte? Und ist Google als nächster dran?
    Wer die alte Movie4k.TO Domain benutzen will, kann den Google Public DNS 8.8.8.8 benutzen oder einfach den Tor Browser laden!
    An unsere User: Unternehmt etwas, lasst euch nix gefallen. Denn bald ist es zu spät und uns allen wird die letzte Freiheit im Internet genommen! Zensur ist der Tod der Demokratie!
    Nachricht an die VAP: Holt euch doch weitere Tipps fuer die Zensur aus dem Iran oder bei Kim Jong Il.

    Von daher sind dass offenbar welche, die aus der opensource-Gemeinde kommen und sich wirklich für den Kampf um ein freies Internet einsetzen. VOn daher sollte man mal überprüfen, ob das nicht am Ende alles Privat-User sind, die hier die DVDs von diesen Filmen gekauft und dann diese gestreamt haben. Kann man dass irgendwie überprüfen, ob die Macher hier nicht am Ende lauter legales Material haben??

  7. Andrea sagt:

    Denn ich sage mal so:

    ich habe einen Trick bei movie4k.to entdeckt, wie man den Download-Button direkt auf deren Seite vermeidet. Denn es gibt ein Firefox-Addon, mit dem man den Film trotzdem auf der Platte hat: VideoDownloadHelper.

    Aber der funktioniert nur, wenn man paralell dazu den Film anguckt. Dann läd dieses Tool den Film paralell herunter, ohne dass man hier den Download-Button auf dieser Seite drückt. So habe ich es einmal vor Monaten gemacht, weil ich dieses Tool mal ausprobieren wollte. Habe aber danach das aufgenommene sofort wieder gelöscht, das Betriebssystem überschrieben und alles neu installiert.

    Aber ich sage mal so: ich nutze für Filme und Musik derzeit nur noch youtube als einzige Quelle, auch wenn die ebenfalls wohl ein sogenannter Honeypot von dieser Content-Industrie ist, so viele Spielfilme wie dort online sind und so viel öffentlich-rechtlicher Content, der dort online ist. Sogar ganze Serien (Beispiel: Schwarzwaldklinik).

    • Andrea sagt:

      Naja, solche Add-Ons machen es nur möglich, den gestreamten Inhalt aus dem Cache des Rechners zu ziehen und dann separat anderorts auf der Festplatte zu speichern. Deshalb muss der Stream auch komplett ausgeladen haben, um die komplett vollständige Datei speichern zu können. Es gibt hunderte solcher Add-Ons, die genau diese Funktion für Flash-Player bieten.

      XP war das letzte Micrsoft-OS, bei dem das noch problemlos manuell möglich war. Ab Vista wurden die die temporären Dateien im Cache in kleine Pakete gestückelt und es war nicht mehr ohne weiteres anhand der Dateigrößen ersichtlich, was genau was ist.
      Bis dahin reichte noch, den Cache zu öffnen, die gößte Datei herauszukopieren und simpel mit VLC abzuspielen, auch ohne passende Dateiendung oder sonst was.

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