Editionsvertrag

Ein Editionsvertrag ist ein Vertrag zwischen Urheber und einem Musikverlag, mit dem Ziel einer stärkeren Zusammenarbeit.

Durch einen Editionsvertrag kann der Musikverlag den Urheber stärker an sich binden. Der Urheber selbst erhält somit die Chance Einfluss auf betriebswirtschaftliche Entscheidungen zu nehmen und wird unmittelbar an den Erlösen beteiligt.

Damit ist der Editionsvertrag klar vom Musikverlagsvertrag zu unterscheiden. Auf Grundlage eines Musikverlagsvertrags übernimmt der Musikverlag die Verwaltung und Verwertung der Nutzungsrechte des Urhebers ohne dessen Mitspracherechte. Ein Musikverlagsvertrag ist als Basis der vertraglichen Beziehungen zwischen Urheber und Verleger zu sehen.

Inhalt eines Editionsvertrags

In der Regel ist der Editionsvertrag auf eine Zeit von drei Jahren befristet. Die Rechte und Pflichten von Urheber und Musikverlag werden individuell auf das Ziel der Zusammenarbeit angepasst. Im Vordergrund stehen die Nutzungsrechte des Urhebers an seinen Musikwerken. An den Gewinnen und Verlusten, die aus der gemeinsamen Verwertung dieser Nutzungsrechte resultieren, werden die Parteien meistens zu gleichen Teilen beteiligt.

Trotzdem ist es nicht unüblich, dass sich der Verleger die Geschäftsführung vorbehält. Dazu räumt ihm der Urheber im Editionsvertrag die Vertretungsmacht ein. Ein solches Vorgehen ist besonders mit Hinblick auf die oftmals größere Erfahrung das Know-how des Verlegers hinsichtlich der Verwertung von Musikwerken von Vorteil.

Um rechtliche Streitigkeiten zu vermeiden, sollte im Editionsvertrag auch geregelt sein, was mit den Nutzungsrechten nach Beendigung des Vertrages geschieht.

Folgen

Auf Grundlage des Editionsvertrags gründen die Parteien eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (FG Hamburg Beschluss vom 06.06.2005 – III 389/04). Diese sogenannte „Edition“ muss anschließend bei der GEMA angemeldet werden.

Individuelle Beratung

Ein Editionsvertrag bietet vor allem Urhebern die Möglichkeit unmittelbar Einfluss auf die wirtschaftliche Verwertung ihrer Werke zu nehmen. Wenn Sie Fragen zum individuellen Nutzen oder der Ausgestaltung eines Editionsvertrags haben, steht Ihnen die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE gerne zur Seite.


Um Ihre Projekte auf ein sicheres Fundament zu stellen, ist eine vorherige rechtliche Prüfung ratsam. Hierbei helfen wir Ihnen! Unser Expertenteam um Rechtsanwältin Rafaela Wilde steht Ihnen unter der Rufnummer 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) gerne für eine erste Einschätzung zur Verfügung.


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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