Presserecht

Focus muss Cover der digitalen Ausgabe zensieren

Es ist kein Geheimnis, dass viele Magazine versuchen, mit nackten Tatsachen auf dem Cover mehr Aufmerksamkeit und somit mehr Leser zu erreichen.

Doch während am Kiosk nebenan das Bild einer barbusigen Frau auf einem Zeitschriftentitel zur Gewohnheit geworden ist, ist es in der digitalen Version ein Grund zur Unruhe.

Beim E-Kiosk-Betreiber „Zinio“ ist nun aus Angst vor Sanktionen von Seiten Apples das aktuelle Titelbild des „Focus“ in zensierter Version erschienen, so die Meldung des Nachrichtenmagazins. Das Magazin hatte das Titelthema mit dem Foto einer halbnackten Frau illustriert, die E-Paper-Version hat nun einen Zensurbalken über der Brust.

Entweder Zensur oder die Ausgabe erscheint nicht

Laut des Branchenmagazins „Horizont“ habe „Zinio“ den „Focus“ zu diesem Schritt gedrängt: Entweder man entscheide sich für ein anderes Bild oder man zensiere das halbnackte Model – andernfalls werde die Ausgabe nicht erscheinen, so der Bericht.

Nach Angaben des „Focus“ habe man auf die Empfehlung, ein anderes Titelbild zu wählen, bewusst nicht reagiert: „Wir lassen uns die Wahl unserer Titelmotive nicht von Vertriebspartnern vorschreiben. Auch eine von Prüderie getriebene Zensur widerspricht unseren Vorstellungen von Pressefreiheit“, so ein „Focus“-Sprecher.

Allerdings habe eine Beschwerde von Apple vor der Veröffentlichung nicht vorgelegen, so die Informationen des „Hamburger Abendblatts“.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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