Persönlichkeitsrecht

Peta muss Anti-Wiesenhof-Spiel löschen

Schon seit längerem ist die Tierschutzorganisation Peta im Rechtstreit mit dem Geflügelkonzern Wiesenhof. Peta hatte bereits mehrfach Strafanzeige gegen den Wiesenhof gestellt, denn sie sah bei Wiesenhof erhebliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und Verstöße gegen die Tierschutz-, Schlacht- und Transportverordnung als gegeben an. Um ihren Unmut gegenüber dem Konzern Nachdruck zu verleihen, entwickelte Peta für die eigene Webseite „Chicken-Shit“, ein Anti-Wiesenhof-Spiel, bei dem der User den Wiesenhof-Chef Paul-Heinz Wesjohann als virtuelles Huhn vollkoten konnte.

Das Landgericht Oldenburg hat nun entschieden, dass das Spiel Chicken-Shit neben einer Beleidigung eine persönliche Herabwürdigung darstelle und daher Persönlichkeitsrechte verletze, so die Meldung des Branchendienstes Meedia. Peta hat das Spiel bereits von ihrer Webseite entfernt. Bei einer Missachtung des Urteils hätte der Tierschutzorganisation ein Bußgeld von bis zu 250.000 Euro gedroht. Eine Ordnungshaft von bis zu ein bis sechs Monaten wäre ebenfalls möglich gewesen.

Edmund Haferbeck, stellvertretender Vorsitzender von Peta Deutschland sagte gegenüber Meedia, dass man Rechtsmittel gegen den Beschluss des Landgerichts Oldenburg einlegen werde. „Die Richter haben den satirischen Ansatz des Spiels in ihrer Erklärung erkannt, was zeigt, dass sie nicht grundsätzlich ein Problem damit haben. Nur die Möglichkeit, Herrn Wesjohann anzukoten, ging ihnen zu weit.“ Als persönliche Diffamierung sei das Spiel allerdings nicht konzipiert gewesen, so Haferbeck. „Das ist falsch. Im Spiel verweisen wir auf unsere Website mit Informationen zum Wiesenhof-Skandal.“

Allerdings kann er dem Urteil auch eine positive Siete abgewinnen: „Wir haben das Thema Wiesenhof wieder in die Medien gebracht. Das war unser Ziel“, so Haferbeck nach Informationen von Meedia.

Im August diesen Jahres hatte der Geflügelproduzent Wiesenhof bereits vor der Ausstrahlung einer vom SWR produzierten Dokumentation über das „System Wiesenhof“ eine Programmbeschwerde gegen die ARD eingelegt. Nach Ansicht des Unternehmens sei der Beitrag nicht gewissenhaft recherchiert, unausgewogen und unwahr, so die Begründung des Konzerns damals.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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RSSKommentare (2)

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  1. Paul Schmitz sagt:

    Ist ja mal wieder schön wie Herr Haferbeck mal wieder versucht eine Niederlage schön zureden.

    Mittlerweile hat der Frontkämpfer von PETA ja Erfahrung darin.

    Wiesenhof ist viel zu gnädig mit dieser Organisation, die Terror für Tiere gefordert hat.

  2. Matthias Maschke [Mobile] sagt:

    Es ging damals um einen Zeitungsartikel über Peta mit der fragwürdigen Überschrift „Terror für Tiere“

    Wiesenhoff verdient sein Geld mit dem ermorden und Verkauf von Tieren.
    Der Verbraucher erwartet bei einem Markenprodukt ( gerade wenn es um Fleisch geht ) eine Artgerechte, oder zumindestens vorschriftsmässige Haltung.

    Den Chef persönlich anzugreifen scheint zwar auf den ersten Blick eine unüberlegte und Vorschnelle Reaktion zu sein, allerdings ist ja genau das Petas Politik.
    Und die Unternehmer müssen auch ab und zu mal persönlich einen auf den Deckel kriegen.
    Die verstecken sich hinter ihrem Schreibtisch und werden für unethische Entscheidungen einfach NIE persönlich zu Verantwortung gezogen.
    Das kann auch nicht richtig sein.

    Ich bin kein Tierschützer oder Veganer. Ich denke nur es sollte jedem einleuchten das wir hier nicht über irgend eine Firma, Marke oder Geld reden sondern über Lebewesen.
    Und da können die Meinungen halt mal radikal ausseinander gehen.
    Für den einen ist ein Rind fast nur noch ein Gegenstand, für den anderen ein Säugetier wie der Mensch.

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