Medienrecht

Medienanstalten veröffentlichen Benutzeroberflächen der Plattformbetreiber

Um mehr Transparenz zu schaffen haben die Medienanstalten auf ihrer Webseite die Senderlisten der großen Plattformbetreiber veröffentlicht.

Ebenfalls ab sofort einsehbar sind auch die Kriterien der Sortierung und Zuordnung innerhalb dieser Listen, so die Meldung der Medienanstalten. Die Benutzeroberfläche eines Plattformanbieters hat erheblichen Einfluss auf die Auffindbarkeit von Fernsehprogrammen durch die Zuschauer. Bislang sind die Listen von Kabel Deutschland, SES Astra/HD+, Sky und Unitymedia.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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LCN-Listen

In den Logical-Channel-Numbering-Listen (LCN-Listen) sind Informationen über die Sortierlogik verfügbar. Darin wird ersichtlich, nach welchen Kriterien ein Programm einem Genre bzw. einem Nummernkreis innerhalb der Senderliste zugeordnet wird, so die Meldung weiter. Auch die Sortierlogik ist ab sofort einsehbar. Die Sortierlogik umfasst u.a. das grundsätzliche Navigationsprinzip (Mehrlisten vs. Einlisten-Prinzip) und die Kriterien, nach denen bspw. ein Programm einem Genre zugeordnet wird bzw. nach denen die Sortierung der Sender innerhalb eines Nummernkreises erfolgt.

Daneben werden auch die vollständigen Senderlisten dargestellt. Da sich durch neue Sender regelmäßig Änderungen in den Listen ergeben können, wird dort jeweils der Stand abgebildet, den die Betreiber der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) in der letzten Anzeige übermittelt haben.

Chancengleichheit muss garantiert werden

Laut Rundfunkstaatsvertrag muss eine Chancengleichheit und Diskriminierungsfreiheit beim Zugang zu Rundfunk- und vergleichbaren Telemedienangeboten über eine Benutzeroberfläche bzw. Programmliste gewährleistet sein. Chancengleichheit und Diskriminierungsfreiheit besteht demnach insbesondere, wenn mehrere Listen mit verschiedenen Sortierkriterien nebeneinander angeboten werden. Außerdem muss der Nutzer die Möglichkeit haben, die Reihenfolge der Angebote in der Liste zu verändern oder eine eigene Favoritenliste anzulegen, so die Meldung weiter.

Den Programmanbietern sei es grundsätzlich möglich, Beschwerde hinsichtlich der Platzierung ihrer eigenen Programme bzw. der ihrer Wettbewerber einzulegen, wenn sie den chancengleichen und diskriminierungsfreien Zugang zu ihrem Rundfunkprogramm verletzt sehen, so die Meldung der Medienanstalten. Die Benutzeroberflächen und Programmlisten finden Sie hier. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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