Medienrecht

ARD, ZDF und Produzenten regeln VoD-Rechte neu

Nach langen Verhandlungen haben sich ARD, ZDF und die Produzentenallianz nun auf eine neue Eckpunktevereinbarung geeinigt. Dazu gehört auch eine Neuregelung der Video-on-Demand (VoD) Rechte.In der „Eckpunktevereinbarung über die vertragliche Zusammenarbeit zu Film-/Fernseh-Gemeinschaftsproduktionen und vergleichbare Kino-Koproduktionen“ sind nun die kommerziellen VoD-Rechte von Kinofilmen, an denen die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten als Koproduzenten beteiligt sind, neu geregelt.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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VoD: Mehr Rechte für Produzenten

Künftig stehen die Pay-VoD-Rechte exklusiv dem Produzenten zu, wenn der Sender mit weniger als 50 % an den Herstellungskosten beteiligt war, heißt es in der Meldung des ZDF.

Weitere Regelungen

Auch geregelt sind künftig der Einsatz von Geolocation-Maßnahmen durch die Sender beim Streaming ihrer Programme, die Verwertung der SVoD- und der Pay-TV-Rechte sowie eine Verkürzung der Entscheidungsprozesse und der Vertragsabwicklung. Darüber hinaus sollen die Vertragsbedingungen für den Produzenten bei untergeordneter finanzieller Beteiligung der Rundfunkanstalt verbessert werden, so die Meldung weiter.

Reaktion ARD und ZDF

Dr. Thomas Bellut, Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens sagte dazu: „Mit der Fortschreibung der Vereinbarung unterstreicht das ZDF sein Bekenntnis zu Kinogemeinschaftsproduktionen und fairen Vertragsbedingungen auch mit Kinoproduzenten.“

Prof. Dr. Karola Wille, Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks, ergänzte: „Die Eckpunkte sind ein solides Fundament für die verlässliche Fortführung der guten Zusammenarbeit zwischen den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und den Produzenten im Bereich der Kino-Gemeinschaftsproduktionen. Das ist gut für den deutschen Kinofilm und für unsere Zuschauerinnen und Zuschauer.“

Reaktion Produzentenallianz

Alexander Thies, Vorsitzender des Gesamtvorstands der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen betonte jedoch, dass die nun verhandelten Eckpunkte nur eine Übergangsregelung darstellen: „Wir freuen uns, dass die neuen Eckpunkten für Film-/Fernseh-Gemeinschaftsproduktionen jetzt vereinbart sind. Sie bringen für die Produzenten verschiedene Verbesserungen gegenüber den Bestimmungen aus den Jahren 2002 und 2009, auch wenn wir uns mit anderen wichtigen Forderungen noch nicht durchsetzen konnten. Deshalb haben wir diese Eckpunkte nur als Übergangsregelung abgeschlossen, die nun insbesondere verbesserte Regelungen im Bereich der Zuordnung der kommerziellen VoD-Rechte beinhaltet. Im Zuge der Novelle des Filmförderungsgesetzes werden wir uns jedoch dafür einsetzen, bei geförderten Produktionen die Bedingungen für Film-/Fernseh-Gemeinschaftsproduktionen sowie allgemein für die Lizensierung von TV-Rechten für die Filmhersteller weiter zu verbessern.“

Die neuen Eckpunktevereinbarungen finden Sie hier

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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