Künstlersozialkasse – Künstlersozialabgabe

Auch Künstler und Publizisten müssen ausreichend versichert sein, um in einem Notfall entstehende Kosten nicht aus eigenen Mitteln zahlen zu müssen. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen sind Künstler und Publizisten nicht automatisch gesetzlich versichert. Um Künstlern und Publizisten einen ausreichenden Versicherungsschutz zu gewähren existiert die Künstlersozialkasse.

Selbstständige Künstler zahlen einen einkommensabhängigen Beitrag an die Künstlersozialkasse, der dann wiederum um einen zweiten Anteil seitens der Künstlersozialkasse erhöht wird. Der zweite Teil wird finanziert durch Zahlungen des Bundes und Zahlungen der Unternehmen, die Leistungen von Künstlern verwerten. Der Gesamtbetrag wird an die verschiedenen Träger der Pflege-, Renten-, und Krankenversicherung ausbezahlt. Der Künstler ist hierbei frei in der Wahl seines Versicherers.

Wer unter den Begriff des Künstlers fällt

Der Begriff des Künstlers ist gesetzlich nicht geregelt und weit gefasst. Als Künstler werden beispielsweise Publizisten, Webdesigner, Grafiker, Texter, Choreographen, Alleinunterhalter, Schriftsteller und Musiker bewertet. Aufgrund der jeweiligen Tätigkeit sollte im Einzelfall geprüft werden, ob die Künstlereigenschaft erfüllt ist oder nicht. Die nötige künstlerische Tätigkeit zur Aufnahme die Künstlersozialkasse muss mit einem Aufnahmeantrag nachgewiesen werden. In einem entsprechenden Aufnahmeantrag sollten Belege und Nachweise über vergangene und zukünftige künstlerische Tätigkeiten angefügt werden.

Abgabepflicht eines Unternehmens

Beschäftigt ein Unternehmen Künstler, kann das Unternehmen eine Abgabenlast treffen. Grundsätzlich fallen für jedes Unternehmen Abgaben an die Künstlersozialkasse an, das regelmäßig künstlerische Leistungen in Auftrag gibt oder verwertet. Die Deutsche Rentenversicherung prüft die Abgabepflicht und ordnungsgemäße Durchführung der Unternehmer und sanktioniert die Nichteinhaltung der Abgaberegeln in Form von Bußgeldern. Unternehmen sind konkret dann zur Abgabe verpflichtet, wenn künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen verwertet werden oder regelmäßig Aufträge an selbstständige Künstler oder Publizisten erteilt werden. Entscheidendes Merkmal bei der Auftragserteilung ist die Regelmäßigkeit.

Wann die Auftragsvergabe als regelmäßig einzustufen ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Wenige jährliche Aufträge werden in den meisten Fällen schon als regelmäßig betrachtet. Die Abgabepflicht des Unternehmers besteht auch dann, wenn der Auftragnehmer selber gar nicht über die Künstlersozialkasse versichert ist. Ausnahmetatbestände können Unternehmer mitunter von der Abgabelast befreien. Bevor auf eine reine Vermutung nicht gezahlt wird, sollten etwaige Ausnahmetatbestände rechtssicher geprüft werden, um eine spätere Sanktionierung durch die Deutsche Rentenversicherung zu vermeiden.

Rechtliche Probleme können dann auftreten, wenn die Künstlersozialkasse natürliche Personen als Künstler ablehnt und die Aufnahme in die Künstlersozialkasse verweigert. Auf der anderen Seite haben Unternehmer Probleme, wenn unangemessene Abgabebeiträge gefordert werden. In beiden Fällen empfiehlt sich eine rechtssichere Prüfung der Ausgangssituation, um entsprechende Interessen schlussendlich auch durchsetzen zu können.


Um Ihre Projekte auf ein sicheres Fundament zu stellen, ist eine vorherige rechtliche Prüfung ratsam. Hierbei helfen wir Ihnen! Unser Expertenteam um Rechtsanwältin Rafaela Wilde steht Ihnen unter der Rufnummer 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) gerne für eine erste Einschätzung zur Verfügung.


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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