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iStreams.to :

Haftstrafen wegen illegalem Sky-Angebot – Was droht Nutzern?

iStreams.to bot Sky-Angebote zum Schnäppchenpreis an. Das Angebot war jedoch illegal. Im Prozess um gehacktes Pay-TV vor dem LG Lüneburg sind nun drei der vier Angeklagten wegen bandenmäßigen Computerbetrugs zu Haftstrafen zwischen acht Monaten und zwei Jahren verurteilt worden. Droht Nutzern ebenfalls ein juristisches Nachspiel?

Am 12. November 2018 hatte am Landgericht (LG) Lüneburg das Verfahren gegen die Angeklagten im Alter zwischen heute 22 und 26 Jahren wegen Computerbetruges im besonders schweren Fall (§ 263a StGB) und Ausspähens von Daten (§202a StGB) in insgesamt 20.854 Fällen begonnen. Der Prozess endete nun für drei der vier jungen Angeklagten mit Haftstrafen zwischen acht Monaten und zwei Jahren auf Bewährung wegen bandenmäßigen Computerbetrugs. Der vierte der angeklagten jungen Männer bekam eine Verwarnung, da es ihm hauptsächlich darum gegangen sei, selbst gratis Fußball sehen zu können.

iStreams.to: 21.000 Kunden nutzten kostenpflichtiges illegales Angebot

Den Angeklagten wurde vorgeworfen, im Zeitraum von Oktober 2011 bis Februar 2016 über das selbsterrichtete Internetportal iStreams.to illegale Streamingdienste angeboten zu haben. Die Seite hatte ihren Nutzern einen illegalen Zugang zu Sport- und Fiction-Programmen von Sky gegen Zahlung eines monatlichen Festpreises ermöglicht. Die Angeklagten entschlüsselten hierfür unter anderem das Signal des Pay-TV-Senders Sky und boten den Nutzern ihrer Seite die Übermittlung des unverschlüsselten Signals zu einem deutlich geringeren Preis an, als den, den der Anbieter Sky in Rechnung gestellt hätte.

Über den Zeitraum Oktober 2011 bis Februar 2016 nahmen allein über 7.400 Internetnutzer die Dienste der Seite iStreams.to in Anspruch und buchten insgesamt rund 21.000 Streaming-Pakete. Die Angeklagten sollen dadurch Einnahmen in Höhe von rund 250.000 Euro erzielt haben. Das Gericht ging jedoch von einem niedrigeren Betrag aus. Der Firma Sky entstand demgegenüber ein Schaden durch entgangene Abonnements in Höhe von über 3,1 Millionen Euro.

Die Angeklagten hatten im Prozess die Vorwürfe weitgehend eingeräumt und bereits während des Verfahrens im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs zudem Schadenersatzzahlungen von insgesamt 150.000 Euro mit Sky vereinbart.

Rechtsanwalt Christian Solmecke: „Auch Nutzern der Plattform kann juristischer Ärger drohen, denn wer per Bankeinzug, Kreditkarte oder Paypal gezahlt hat, der ist selbstverständlich ermittelbar. Sky könnte von den zahlenden iStream-Nutzern Lizenzschadensersatz fordern, der, je nach Länge der Nutzung, schnell mehrere Hundert Euro betragen kann. Und die durch die Nutzer begangenen Urheberrechtsverletzungen könnten neben zivilrechtlichen Folgen sogar auch in strafrechtlicher Sicht relevant sein.“

tsp