IT-Recht

Trotz kostenloser Communityflat kein sorgenfreies Telefonieren untereinander

Auch in diesem Jahr lockt Tchibo mit einem vermeintlich verführerischen Weihnachtsangebot: Dauerhaft kostenfreies Telefonieren untereinander mit der gratis Communityflat. Und tatsächlich gibt es einen Haken im Kleingedruckten. Bei uferloser Nutzung der „Flat“ drohen nicht nur die Kündigung, sondern auch zusätzliche Kosten.

 

© ilro-Fotolia

© ilro-Fotolia

Am 10. Dezember 2012 hat der Hamburger Kaffeeröster Tchibo wieder einmal eine Weihnachtsaktion gestartet. Bei Kauf einer Simkarte oder eines Prepaidpakets erhält jeder Kunde zusätzlich die Communityflat kostenlos und ohne Laufzeitbegrenzung. Mit der Communityflat garantiert Tchibo kostenfreies und sorgloses Telefonieren zu anderen Tchibofon- Nutzern für 0 Cent/min.

 

Auf den zweiten Blick wird jedoch deutlich, dass es sich nicht um eine typische Flatrate handelt, denn im Kleingedruckten offenbart sich der Haken der verführerischen Weihnachtsaktion: Für den Fall uferloser Nutzung  behält sich Tchibo das Recht einer außerordentlichen Kündigung vor.

 

In den Tarifdetails findet sich Folgendes: Liegt der Mobilfunkumsatz, bei gleichzeitig ungewöhnlich hoher Nutzung der Option, unter 10 €, kann Tchibo die kostenlose Option beenden. Telefonieren Tchibofon- Nutzer also mehrheitlich untereinander und weniger in andere Netze, kündigt Tchibo die kostenlose Communityflat und die Option wird zukünftig kostenpflichtig. Die Nutzung der Flatrate wird dann nur noch zum üblichen Preis in Höhe von 2,95 € gestattet.

 

Letztendlich entscheidet also die Nutzung darüber, ob die Communityflat kostenfrei bleibt. Diejenigen Kunden, die sich insbesondere für die kostenlose Tchibofon- Option interessieren, müssen mit weiteren Kosten rechnen. Vieltelefonierer gehören nach den Tchibo- Tarifdetails also offensichtlich nicht zum gewünschten Kundenkreis.

 

Sicherlich sind die folgenden Beiträge ebenfalls interessant:

 

LG Bonn: Telekom muss bei VDSL Internet-Flatrate auf Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit hinweisen

 

Vorsicht bei Internet-Flatrate Angeboten für Smartphone oder Handy

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.