3. Teil: Finanzierung und Förderung von Start-up Unternehmen

In unserer Serie zum Thema Start-up Unternehmen haben wir uns bisher mit der Frage beschäftigt, was eigentlich hinter dem Begriff des Start-up steckt, sowie mit der Frage nach der Gründung eines solchen. Der Folgende Beitrag soll nun die Finanzierungs- und Förderungsmöglichkeiten beleuchten. Denn mag die Idee auch noch so gut sein – ohne eine entsprechende Finanzierung zur Entwicklung und Vermarktung des Produktes bzw. der Dienstleistung wird das Projekt kaum Erfolg haben.

Genauso wie die Unternehmensentwicklung als solche unterschiedliche Phasen hat, finden sich auch im Hinblick auf die Finanzierung unterschiedliche Phasen.

Zu Beginn finanzieren die Gründer ihr Projekt zunächst aus eigener Tasche und greifen in einem zweiten Schritt sodann auf Freunde und Familie zurück. Bei den zu stemmenden Kosten handelt es sich in erster Linie um die Lebenskosten der Gründer, die sich derweilen voll und ganz ihrer Idee und der Anfertigung eines Konzepts widmen.

Während der sogenannten Seed-Phase geht es darum, die Herstellung eines Prototyps anzufertigen. Als Investoren kommen so genannte Business Angel in Betracht. Bei dieser Art Investoren handelt es sich um Unternehmer, die dem Start-up finanziell und ggfs. beratend zur Seite stehen. Als Gegenleistung für ihre Investition erhalten die Business Angel in der Regel Anteile am Unternehmen.

Im Anschluss an die Seed-Phase beginnt die eigentliche Start-up-Phase durch Gründung des Unternehmens. In dieser Phase geht es darum, das Produkt zur Marktreife zu bringen und den Marktauftritt zu planen. Die Finanzierung erfolgt hier mithilfe von Investoren aus dem Bereich der Venture Capital-Gesellschaften, die sowohl in privater, als auch in öffentlicher Hand liegen können. Diese stellen den Start-up-Unternehmern – in der Regel ohne Sicherheiten zu fordern – langfristig Eigenkapital zur Verfügung. Die Venture-Capital-Gesellschaft trägt sowohl das Risiko eines Verlustes (da grundsätzlich keine Rückzahlungspflicht besteht), als auch die Chance am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Um ihr Verlustrisiko zu verringern, lässt sich die Venture-Capital-Gesellschaft daher Kontroll- und Mitsprachrechte als Gegenleistung für ihre Investition einräumen.

Da die Gesellschaften in der Regel Investitionen im mehrstelligen Bereich tätigen, wird zu diesem Zeitpunkt von den Gründern auch etwas mehr verlangt, als lediglich ein Produkt mit entsprechendem Marktauftritt. An dieser Stelle sollte den Investoren ein Finanzplan für den Zeitraum 3 – 5 Jahre vorgelegt werden. Ein solcher dient dazu, die Liquidität des Unternehmens zu erhalten. Daher sollten in dem Finanzplan alle wichtigen finanziellen Aspekte des Unternehmens erfasst und analysiert werden. Zudem muss die Rentabilität gewährleistet werden. Im Ergebnis bedeutet das, dass der Finanzplan neben einer Kapitalbedarfsplanung auch immer eine Liquiditätsplanung beinhalten sollte.

Vereinfacht lässt sich sagen, dass beim Finanzplan ein Vergleich aufgestellt werden soll – es muss der Ist-Zustand herausgearbeitet und dem Soll-Zustand gegenüber gestellt werden. Daraus ergibt sich die Finanzprognose, die die Basis für die Planung der kommenden Einnahmen und Ausgaben des Unternehmens bildet.

Zudem gibt es noch spezielle Förderprogramme. Diese sind – wie auch die Venture Capital-Gesellschaften – sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor vertreten. Die Förderungsmaßnahmen im öffentlichen Bereich können auf Bundes-, Landes oder Kommunalebene erfolgen. Insgesamt wird zwischen direkter Förderung in Form einer Finanzierung und indirekter Förderung durch die Gewährung von Realleistungen unterschieden.

Beim „Exit“ geht es schließlich darum das Unternehmen gewinnbringend zu veräußern. (Genaueres zu dem Thema folgt in einem gesonderten Teil)

Finanzierungsgruppen im Rahmen von direkter oder indirekter Finanzierung / Förderung:

  1. Gründer
  2. Freunde und Familie
  3. Business Angel (Seed-Phase)
  4. Venture Capital (Start-up-Phase)
  5. Exit

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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