IT-Recht

„Gratis“-Onlinespiele – Mehr Transparenz zu Kosten gefordert

Geht es nach der Verbraucherzentrale NRW, dann sollten Anbieter von Onlinespielen dazu verpflichtet werden, über etwaige Kosten von vornherein aufzuklären. Angeprangert wird die häufig anzutreffende Praxis vieler Onlinespiele-Anbieter, erst als Browser-Games oder Apps einen unkomplizierten und kostenlosen Einstieg in das Spiel zu versprechen, dann aber etliche Spieleinhalte nur gegen Zahlung zur Verfügung zu stellen.

„Gratis“-Onlinespiele - Mehr Transparenz zu Kosten gefordert ©-cirquedesprit-Fotolia

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Hier müssten potenzielle Spieler von Anfang an über notwendige In-App-Käufe informiert werden und mittels eines Preisverzeichnisses alle Kosten – und zwar in „echter Währung“ und nicht in irgendeiner virtuellen Währung – überblicken können.

Free-to-Play wird zur Kostenfalle

Wer sich die vermeintlich kostenfreien Spiele erst einmal auf sein Smartphone, sein Tablet oder den PC heruntergeladen hat, sehe sich von nun an regelmäßig Angeboten für schnelleres Spielen, höhere Levels oder bessere Ausstattung der Avatare gegenüber. So locke die Option In-Game-Käufe zu tätigen mit zusätzlichem Spielvergnügen und lasse Free-to-play schnell zur Abzocke werden. Insbesondere auf In-Game-Käufe, die eine zwingende Voraussetzung darstellen um im Spiel weiterzukommen, seien die Kostenfallen oftmals ausgelegt. Bisher müssen die Anbieter keine Angaben dazu machen, wie viel ein Spieler im Laufe des Spiels verspielen kann. Dies bedürfe einer Korrektur in Form einer Gesetzesverschärfung, fordern die Verbraucherschützer.

Onlinespiele: Verführung zum Kaufen

Virtuelle Währungen vermitteln überdies besonders bei Kindern und Jugendlichen den Eindruck, sie würden kein echtes Geld ausgeben. Die Kaufoptionen werden den Nutzern permanent vor Augen geführt, sei es über einen zentral platzierten Kaufbutton oder sich während des Spiels laufend öffnende Fenster, die darauf hinweisen. Die Beobachtungen im Beratungsalltag der Verbraucherzentrale zeigen, dass sich so häufig viele kleine Käufe zu großen Summen zusammenaddieren.

Versehentliche in-App-Käufe

Ein weiteres Problem sei laut der Verbraucherzentrale in unbeabsichtigten In-App-Käufen zu sehen. Diese werden über den jeweiligen App-Store oder die Benutzerkonten abgewickelt. Eine Schlüsselrolle nehmen bei der Transaktion Kreditkarten-, Konto-, oder Handynummern ein. Sind diese dort abgespeichert und womöglich nicht einmal über ein Passwort geschützt, genügt für einen In-App-Kauf mitunter ein unbeabsichtigter Fingertipp. (FRB)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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