Internetrecht

Technische Erklärung zur Einbindung von Buttons für soziale Netzwerke – 2-Klick-Lösung

Technische Erklärung zur Einbindung von Buttons für soziale Netzwerke – 2-Klick-Lösung

Grund der Notwendigkeit einer veränderten Einbindung der Buttons ist die aktuelle Diskussion über die Datenverarbeitung und den Datenschutz bei sozialen Netzwerken wie Facebook, Google+ und Twitter.

So senden standardmäßig eingebundene Buttons unmittelbar bei Besuch der Internetseite, auf der sie verwendet werden, Daten an das jeweilige soziale Netzwerk – und das auch ohne dass der Nutzer sie angeklickt hätte.

Ermöglicht wird dies durch eine sogenannte iFrame-Einbindung. Hierbei lädt der Browser neben der eigentlich aufgerufenen Seite noch eine zusätzliche kleine „Seite in der Seite“, die dann den jeweiligen Button enthält. Im Falle des Facebook „Gefällt mir“-Buttons beispielsweise stammt dieser iFrame bzw. der Quelltext komplett aus der Hand von Facebook und kann von den Betreibern der Internetseiten grundsätzlich nicht kontrolliert oder bearbeitet werden.

Auch ist es bei der durch den Seitenbesuch ausgelösten Datenübertragung grundsätzlich irrelevant, ob der Nutzer bereits bei dem jeweiligen sozialen Netzwerk registriert/eingeloggt ist oder nicht.

Ist der Nutzer nicht eingeloggt oder nicht einmal im Netzwerk registriert, wird dennoch ein Cookie angelegt, der beispielsweise im Falle von Facebook eine Kennung wie B7dcTqgWq3fuDgIIFw47QPIO trägt und zwei Jahre gültig ist.

Verbindet der Browser sich dann später nochmals mit dem Server des sozialen Netzwerks wird dieser Cookie ungefragt übertragen und kann dort gegebenenfalls für die Erstellung eines Profils genutzt werden. Hierzu könnten insbesondere die vom Nutzer besuchten Seiten dienen, welche ein solcher Cookie in der Lage ist zu katalogisieren. Bei Nutzern die sich nachträglich registrieren, ist eine Verknüpfung der im Cookie abgelegten Informationen gegebenenfalls auch dann noch möglich.

Ist der Nutzer in der laufenden Browser-Sitzung sogar bei in sozialen Netzwerken eingeloggt, so wird sowohl die aufgerufene Seite, als auch der Cookie übermittelt – hierbei ist es möglich diese Informationen über die Sitzungs-ID dem jeweiligen Benutzerkonto klar zuzuordnen.

Demnach kann beispielsweise Facebook während der Nutzer eingeloggt ist, beobachten, welche Seiten mit eingebundenem „Gefällt mir“-Button aufgerufen werden – und über einen eingebundenen „Gefällt mir“-Button verfügen inzwischen immer mehr Internetpräsenzen.

Problematisch ist hierbei insbesondere die direkte Verknüpfung der übertragenen Daten mit einer realen Person. Während beispielsweise IP-Adressen nur mittelbar und mit einigem Aufwand einem Klarnamen und/oder einer Adresse zugeordnet werden können, ist dies den sozialen Netzwerken durch die Anmeldedaten des Nutzers bereits unmittelbar möglich.

Berücksichtigt man bei der Bewertung dieser Informationen den bisherigen Umgang der sozialen Netzwerke mit den Daten ihrer Nutzer, so ist davon auszugehen, dass auch die auf oben skizzierte Weise gesammelten Daten von den Netzwerken vollumfänglich (aus)genutzt werden. Auch eine Weitergabe an Dritte oder der Verkauf der Daten kann angesichts einschlägiger Erfahrungen nicht ausgeschlossen werden.

Um diese „Sammelwut“ der sozialen Netzwerke einzudämmen und vor allen Dingen um sich vor eventuell in Zukunft zu befürchtenden Abmahnungen von Datenschutzbehörden zu schützen, empfiehlt sich die Einbindung der „Social-Media-Buttons“ in Form der so genannten 2-Klick-Lösung.

Hierbei wird bei einem Seitenaufruf zunächst nur die gewünschte Seite geladen.
Platzhalter ersetzen die eigentlichen Buttons, die der Nutzer zunächst durch einen Klick aktivieren muss.

Hierbei bietet es sich an den Nutzer durch ein sogenanntes Mouseover, also ein Textfeld das bei Mauskontakt automatisch erscheint, bereits vor dem ersten Klick über die datenschutzrechtliche Problematik „aufzuklären“.

Aktiviert der Nutzer den Button dann durch einen ersten Klick, wird der eigentliche Button nachgeladen und eine Serververbindung mit dem sozialen Netzwerk hergestellt.

Ein weiterer Klick führt dann die eigentliche Funktion des Buttons aus.
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ACHTUNG: Von der Verpflichtung eine Datenschutzerklärung auf Ihrer Internetseite bereit zu halten, entbindet Sie das oben skizzierte Verfahren NICHT.

Weiter Infos dazu finden Sie hier:

Muster Datenschutzerklärung

Einschätzung von Rechtsanwalt Christian Solmecke
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Wie eine solche Einbindung technisch umgesetzt werden kann, erklärt die Heise-Redaktion sehr ausführlich und nutzerfreundlich.

http://www.heise.de/extras/socialshareprivacy/

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Disclaimer / Haftungsausschluss:

Bitte beachten Sie: Auf Grund der unbekannten weiteren Verwendung von an Facebook übermittelten Daten ist es derzeit nicht möglich, eine allen gesetzlichen Anforderungen gerecht werdende Datenschutzerklärung zu erstellen.

Auch bei Verwendung der hier vorgeschlagenen „2-Klick“-Lösung ist nicht auszuschließen, dass es durch das Übermitteln von Daten an Facebook zu datenschutzrechtlichen Verstößen kommt.

WILDE BEUGER SOLMECKE übernimmt daher keinerlei Haftung für Ansprüche von Dritten, die mittelbar oder unmittelbar aus einer Verwendung der hier zur Verfügung gestellten Muster-Datenschutzerkärungen und/oder der hier gemachten Vorschläge zur Einbindung von Facebook-Plugins („2-Klick“-Lösung) resultieren.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Daniela sagt:

    Super Beitrag!Vielen Dank für diese ausführliche und traumhaft ausformulierte, leicht nachvollziehbare Erläuterung!!

    Der Beitrag ist sehr hilfreich und wird bei der nächsten Gelegenheit gerne aufgegriffen und verlinkt :0)

    Gruß
    Daniela

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