Internetrecht

Immer mehr Deutsche schauen TV im Internet

In Deutschland wächst die Zahl derer, die Fernsehprogramme über das Internet schauen. Dies hat die Onlinestudie 2011 von ARD und ZDF ergeben.

Mittlerweile haben 73,3% der Bevölkerung (2010: 69,4%) einen Internetzugang, somit gibt es in Deutschland 51,7 Millionen Internetnutzer (2010: 49,0 Millionen). Seit 1997 legen ARD und ZDF die Onlinestudie vor, für die Statistik werden alle Einwohner ab 14 Jahren berücksichtigt.

Die Zahl der User, die Bewegtbilder konsumieren, liegt bei 68%, wovon 29% TV-Sendungen zeitversetzt schauen (2010: 23%). Vor allem die Zahl derer, die live im Internet fernsehen, ist gegenüber des Vorjahres gestiegen: lag der Anteil 2010 noch bei 15%, schauen nun 21% der Internetnutzer live Online-TV. Somit schauen rund 19 Millionen Menschen zumindest gelegentlich Fernsehinhalte im Internet – vier Millionen mehr als 2010. Überdurchschnittlich hoch ist der Anstieg bei den 14- bis 29-Jährigen.

Markus Schächter, ZDF-Intendant und Vorsitzender der ARD/ZDF-Medienkommission: „Das Netz braucht professionelle TV-Inhalte und diese werden dort immer stärker abgerufen. Mit unseren Angeboten in der ZDFMediathek erreichen wir außerdem ein jüngeres Publikum als mit der normalen Ausstrahlung. Die Ergebnisse stützen unsere Prognose: Das Netz schafft das Fernsehen nicht ab, sondern es wird zu einem wichtigen Ergänzungsmedium für die TV-Sender.“

Gerade die enge Anbindung des ARD-Internetangebots an die Hörfunk- und Fernsehprogramme der ARD sei ein Grund für diese Entwicklung, so die Meldung von ARD und ZDF. Dr. Helmut Reitze, Intendant des Hessischen Rundfunks und stellvertretende Vorsitzende der ARD/ZDF-Medienkommission sagt dazu: „Die Menschen sehen, hören und lesen heute, was, wann und wo sie es wollen. Schon heute machen die Nutzungsdaten deutlich, dass unsere starken TV- und Radiomarken sich auf den neuen Abrufplattformen nicht nur behaupten, sondern besonders gefragt sind. Mit unseren Mediatheken und der Fülle an Zusatzinformationen zu unseren Fernseh- und Radiosendungen bieten wir genau das, was unser Publikum von uns erwartet: Unsere hochwertigen Inhalte unentgeltlich, zeit- und plattformunabhängig bereitzustellen.“

Insgesamt haben 43% der deutschen Internetnutzer ein Profil in einem sozialen Netzwerk (2010: 39 Prozent), ca. ein Drittel (31%) davon tauscht sich in der jeweiligen Community über Fernsehinhalte aus. Auch die Internet-Nutzung auf mobilen Geräten ist gestiegen, mittlerweile gehen bereits 20% der User mobil online (2010: 13%). Die Zahl der App-User liegt bei 17%, neben Kommunikations-Apps und Apps zu Service- und Verkehrsthemen ist auch die Nachfrage nach Apps der Fernseh-, Radio- und Printanbieter gestiegen.

Die Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2011, für die im März und April bundesweit 1800 Erwachsene in Deutschland befragt wurden, sind in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift “Media Perspektiven” (MP 7/8 2011) dokumentiert. Die Artikel sind unter www.ard-zdf-onlinestudie.de abrufbar.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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