Internetrecht

Eilmeldung! Polizei Köln greift hart gegen Raubkopierer durch – nun ist boerse.bz dran

Nach Kinox.to ist nun ein weiteres Portal ins Visier der Ermittler gekommen. Auf dem beliebten Portal „boerse.bz“ werden Filme und Serien zum kostenlosen Downlaod angeboten. Die Polizei und Staatsanwaltschaft Köln gaben heute in einer Pressemitteilung bekannt, dass insgesamt 121 Wohnungen bundesweit durchsucht wurden. Zahlreiche Beweismittel wurden sichergestellt. Den Verantwortlichen drohen hohe Strafen. Auch die 2,7 Millionen Nutzer der Plattform könnten dieses Mal belangt werden. Im Gegensatz zum kinox.to Fall geht es hier nämlich nicht ausschließlich um Streaming, sondern auch um den Download. Das Herunterladen geschützter Werke auf offensichtlich rechtswidrigen Portalen ist rechtswidrig.

Der Kölner IT-Anwalt Christian Solmecke rät den Nutzern jedoch dazu nicht direkt in Panik zu verfallen: „Trotz des rechtswidrigen Verhaltens der Nutzer ist fraglich, ob sich die Ermittlungen von GVU und Staatsanwaltschaft überhaupt auf die Nutzer konzentrieren werden. Bislang war die GVU dafür bekannt, sich auf die „großen Fische“ zu konzentrieren. Zudem ist zu bezweifeln, dass auf boerse.bz überhaupt Nutzerdaten gespeichert wurden. Allein die Tatsache, dass sich Nutzer bei boerse.bz angemeldet haben, ist noch kein Rechtsverstoß. Es müsste schon der konkrete Download nachgewiesen werden. Dabei ist zu beachten, dass Nutzer in Deutschland anhand ihrer IP-Adresse lediglich sieben Tage zurück verfolgt werden können. Eine relativ kurze Zeitspanne“.

Weitere Portale werden folgen

Es ist zu erwarten, dass dies nicht das letzte Portal war, das in nächster Zeit Schlagzeilen machen wird. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass viele illegale Download-Portale untereinander verknüpft sind. Wenn die Staatsanwaltschaft jetzt den ersten Uploadern Kronzeugenregelungen anbieten wird, ist davon auszugehen, dass auch andere Portale bald schließen müssen.

Solmecke bewertet die Aktion der Polizei und Staatsanwaltschaft Köln wie folgt: „Mit dem Schließen von boerse.bz ist der Medienindustrie einer der größten Schläge gegen illegale Raubkopierer der letzten Jahre gelungen“.

Hier das Statement von Solmecke im Video zur freien Verwendung:

 

 

Hier die offizielle Pressemitteilung der Kölner Polizei:

Köln (ots) – Die folgende Pressemeldung der Staatsanwaltschaft Köln zu den heute (4.November) erfolgten Durchsuchungen zur Kenntnis:

Polizei und Staatsanwaltschaft Köln durchsuchen bundesweit wegen gewerbsmäßiger Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Film- und Musikmaterials auf dem Portal „boerse.bz.“

Die Polizei in Köln hat unter Beteiligung von über 400 Polizeibeamten unter Federführung der Staatsanwaltschaft Köln (ZAC) heute bundesweit insgesamt 121 Wohnungen in 14 Bundesländern nach Beweismitteln durchsucht.

Den Verantwortlichen wird vorgeworfen, über einen längeren Zeitraum in erheblichem Ausmaß aktuelle, urheberrechtlich geschützte Kino- und Spielfilme, Musikalben, Software und E-Books bei diversen Filehostern hochgeladen und über das Portal „boerse.bz“ einer überwiegend deutschen Downloadszene in einer Größenordnung von ca. 2,7 Mio. Nutzern zum kostenlosen Herunterladen bereitgestellt zu haben. Hierdurch erzielen die Uploader monatliche Gewinne in Höhe von bis zu mehreren tausend Euro – die Rechteinhaber, insbesondere von Film- und Musikindustrie, gehen hingegen leer aus.

Das Ausmaß der illegalen Aktivitäten wurde unter Mithilfe und auf Anzeige der GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen) sowie der Münchener Medienkanzlei WALDORF FROMMER ermittelt.

Im Rahmen der Durchsuchungsmaßnahmen konnten Beweismittel in größerem Umfang (wie z.B. Computer, Festplatten, eine Vielzahl von CDs und DVDs) sichergestellt werden. Einige der Tatverdächtigen zeigten bereits Kooperationsbereitschaft. Die Ermittlungsbehörden erhoffen sich, über die Auswertung der Beweismittel weitere Erkenntnisse über die Raubkopierszene zu erlangen.

Weitere Informationen zu den Einsatzmaßnahmen erteilt die Staatsanwaltschaft Köln. (mö)

Mehr dazu auf Tarnkappe.info

Auch interessant: Unser Video zum kinox.to Fall:

Hier das Statement von Solmecke im O-TON zur freien Verwendung.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (5)

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  1. […] Allerdings drohen den Nutzern des illegalen Angebots wohl dieses Mal eher rechtliche Konsequenzen, als das bei Kino(x).to der Fall war. Denn im aktuellen Fall handele es sich nicht ausschließlich um Streaming, sondern um Download von urheberrechtlich geschützten Dateien, wie der Kölner IT-Anwalt Christian Solmecke meint. […]

  2. Klaus sagt:

    Das mit Boerze ist schlichtweg scheisse.
    Die sollten sich besser um wirklich wichtige und dringendere Themen kuemmern.Gewaltverbechen haben in unserem sogenanten Rechtsstaat kein Gewicht.Warum sich auch mit den gefaehrlichen Leuten anlegen wenn man doch die harmlosen Dingfest machen kann.
    Dann mal weiter im trueben fischen und kleine Fische fangen und die grossen wie Russen,Jugo,Rumaenen oder was sonst fuer Mafia weiter wirken lassen.
    Rechtsstaat in BRD = Failstaat.

    Polizei ist wichtig aber nutzlos bei uns in BRD.

    lg Klaus
    PS:Komm mir keiner die arme Musik,Film oder Softwarebranche.
    Die meisten von denen haben zig Autos Villen oder sonst fuer nutloses Zeug.

  3. Tom 1980x sagt:

    Ich verstehe das nicht mehr. In den 90er Jahren ist jeder Mensch in eine Videothek oder Bibliothek gegangen hat sich Musik cd´s ausgekiehen und dann auf Kassette überspielt oder in den späteren 90ern auf cd gebrannt und kein Hahn hat danach gekräht. Wo ist da jetzt bitte schön der unterschied. Medien verlustfrei zu kopieren war schon in den 90ern möglich und wenn es den Leuten gefällt kaufen sie es später trotzdem noch, wenn nicht landet die CD irgendwann in der Mülltonne. Der einzige Schaden der hier entsteht ist ein imenser Eingriff in unsere Grundrechte wegen Firmenwillkür. Das wir hier etabliet wird ist nichts weiter als eine menscheverachtende Diktatur der Großkonzerne. Wehret den Anfängen ! Das sage ich als nicht kopierer! Nie wieder Hetze gegen unschuldige ! Wir müssen auf die Strasse, und zwar alle (egal ob runtergeladen wurde oder nicht), es geht hier um unsere Freiheit !

  4. chmod sagt:

    Boerse.bz war -wie Herr Solmecke in seinem kurzem Video bereits angemerkt hat, ein Forum, in dem lediglich Links zu den entsprechenden Downloads angeboten wurden.

    Die eigentlichen Downloads jedoch, liegen bei sogenannten OneClick Hostern.

    Wie möchte man bitte nachweisen, dass User XY, sich Datei AB gedownloaded hat, wenn der entsprechende Download bei einem Fremdanbieter lag/liegt?

    Aus meiner Sicht eher unwahrscheinlich, dass in diesem Fall ein Downloader für seine Tat belangt wird.

  5. […] Christian Solmecke, IT-Anwalt aus Köln, äussert sich zu diesem Fall wie folgt: “Trotz des rechtswidrigen Verhaltens der Nutzer ist fraglich, ob sich die Ermittlungen von GVU und Staatsanwaltschaft überhaupt auf die Nutzer konzentrieren werden. Bislang war die GVU dafür bekannt, sich auf die “großen Fische” zu konzentrieren. Zudem ist zu bezweifeln, dass auf boerse.bz überhaupt Nutzerdaten gespeichert wurden. Allein die Tatsache, dass sich Nutzer bei boerse.bz angemeldet haben, ist noch kein Rechtsverstoß. Es müsste schon der konkrete Download nachgewiesen werden. Dabei ist zu beachten, dass Nutzer in Deutschland anhand ihrer IP-Adresse lediglich sieben Tage zurück verfolgt werden können. Eine relativ kurze Zeitspanne”. […]

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