Internetrecht

Die Kanzlei Becker Haumann Mankel Gursky mahnt den Verkauf von Fußballkarten im Netz ab!

Die Rechtsanwälte Becker Haumann Mankel Gursky gehen im Namen von drei Fußballvereinen (Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, VFL Wolfsburg Fußball GmbH, SV Werder Bremen GmbH & Co KGaA) gegen Nutzer vor, die bei eBay oder bei Ticketbörsen ihre erworbenen Fußballtickets zum Verkauf anbieten. Wir klären über die Rechtslage beim Weiterverkauf von Fußballtickets auf und geben Tipps wie man als Abgemahnter am besten vorgehen sollte.

Grund für die Abmahnung soll der Versuch der Unterbindung des unkontrollierten Handels mit den Tickets sein. Aus Sicht der Fußballvereine berge der Handel mit den Tickets die Gefahr, dass Personen, denen der Zugang zum Stadion eigentlich verweigert werden soll (beispielsweise Hooligans) über den anonymen Kauf an die Karten kommen. Zudem sollen die Karten nicht zu überhöhten Preisen im Netz gehandelt werden. Dies widerspräche den Interessen der Vereine, denen daran gelegen ist, ihre Fans flächendeckend mit Karten zu noch erschwinglichen Preisen zu versorgen. Aus diesem Grund ist der Weiterverkauf explizit in den AGB verboten.

Weiterverkauf nur unter ganz bestimmten Bedingungen möglich

Tickets dürfen laut der Borussia Dortmund GmbH nur im Rahmen des Privatverkaufs und unter Beachtung folgender Punkte weiterverkauft werden: „ Es ist untersagt, dass Ticket im Falle der privaten Weitergabe mit der Absicht, es zu einem wesentlich höheren Preis als den, der auf dem Ticket angegeben ist, anzubieten und zu veräußern. Dies ist insbesondere dann anzunehmen, wenn im Rahmen von Internetauktionen, z.B. eBay, die Option „Sofortkauf“ (Festpreis) nicht ausschließlich ausgewählt wird oder das/die Ticket(s) auf anderen Internet-Ticketplattformen (z.B. viagogo, seatwave) um 15% höher als der jeweilige Originalpreis angeboten werden/wird; der Preisaufschlag von über 15% zum Ausgleich tatsächlich entstandener Transaktionskosten und die Nutzung der Urheberrechte sowie sonstigen Rechte des Veranstalters bei der Vorbereitung, Durchführung und/oder Abwicklung der privaten Weitergabe ist unzulässig“.

In einem der uns vorliegenden Fälle hat unser Mandant lediglich zwei Karten von Borussia Dortmund in der Saison 2015/2016 im Rahmen einer eBay Aktion weiterverkauft.

Was wird in der Abmahnung verlangt?

In der Abmahnung wird diesem Nutzer ein Vergleichsvorschlag in Höhe von 250 Euro unterbreitet. Zudem soll der Nutzer eine strafbewehrte Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung unterschreiben. Davon raten wir ohne vorherige anwaltliche Beratung jedoch dringend ab. In der Regel ist die beigefügte Unterlassungserklärung viel zu weit gefasst. Allenfalls sollte eine modifizierte Unterlassungserklärung verfasst werden.

Der Weiterverkauf von Fußballkarten ist nicht per se rechtswidrig

Allgemeine Geschäftsbedingungen, die den Weiterverkauf im privaten Rahmen gänzlich untersagen sind rechtswidrig. Privaten Käufern, die das Ticket zum privaten Gebrauch erworben haben, kann der Weiterverkauf nicht verboten werden. Nach den Vorgaben der höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BGH, Urteil vom 11.09.2008, I ZR 74/06 – Bundesligakarten.de) ist immer einer Gesamtschau der Umstände des Einzelfalls vorzunehmen, um die Frage zu beantworten ob jemand gewerblich handelt oder eben nicht. Dabei kommt es bei Ebay insbesondere darauf an, wie viele Verkäufe der Abgemahnte vorgenommen hat und ob schon einmal Karten verkauft worden sind oder nicht.

Ist der private Weiterverkauf an bestimmte Bedingungen geknüpft, besteht bei Verstoß gegen diese Vorgaben zudem noch lange keinen Unterlassungsanspruch. Ein entsprechender Unterlassungsanspruch aus § 280 Abs. 1 BGB kommt nur dann in Betracht, so lange die Verletzungshandlung im konkreten Vertragsverhältnis noch andauert. Ein vertraglicher Unterlassungsanspruch kann Ihrer Mandantin daher jeweils nur hinsichtlich des Weiterverkaufs einer konkreten Eintrittskarte zustehen, nicht aber bezüglich zukünftiger Kartenverkäufe.

Fest steht, dass der Weiterverkauf von Fußballtickets nicht per se rechtswidrig ist und Abgemahnte nicht einfach blind die Unterlassungserklärung unterschreiben sollten. Eine individuelle Rechtsberatung lohnt sich. (JEB)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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