Design – Merchandisingverträge

Die Vermarktung der eigenen Produkte oder Dienstleistungen stellt heutzutage einen gängigen Weg dar die Bekanntheit des eigenen Angebotes zu erhöhen und eine bestimmte Imagebildung zu verfolgen, die oftmals absatzfördernd wirkt. Sofern Unternehmen den Vertrieb bzw. das Merchandising des eigenen Angebotes nicht selbst übernehmen wollen, bietet sich der Abschluss von Merchandisingverträgen mit externen Partnern an.

Partnerschaften bieten sich immer dann wenn, wenn der Aufwand in den Aufbau einer Vertriebsstruktur und der Verkauf eigener Merchandise-Artikel wirtschaftlich oder zeitlich betriebswirtschaftlich nicht die richtige Wahl darstellt. Ein professioneller Merchandise-Partner kann mit eigenem Know-How und Erfahrung im Vertrieb von Merchandise-Artikeln gewinnbringenden unternehmerischen Vorteil zu finanziell klar kalkulierbarem Einsatz erbringen.
Darüber hinaus bieten sich Urhebern und gewerblichen Schutzrechtsinhaber vielfältige Möglichkeiten eigene Lizenzen für die Nutzung und Vermarktung eigener Marken, Logos, Zeichnungen oder Designs auf fremden Produkten zu erteilen.

Merchandise-Verträge für eigene Produkte

Sofern Sie mit Dritten Verträge zur Vermarktung von eigenen Merchandising-Produkten schließen, gilt es im Vorfeld die eigenen unternehmerischen Ziele zu analysieren. Anhand der unternehmerischen und wirtschaftlichen Vorstellungen muss der Umfang der Rechteeinräumung in einem Merchandisingvertrag formuliert werden.

Im Kern geht es bei der Ausgestaltung von Merchandisingverträgen um die Rechteeinräumung an einer möglicherweise Vielzahl von Rechten. Üblicherweise geht es hierbei um Urheber-, Marken-, und Persönlichkeitsrechte. Dem Merchandisepartner wird in einem gewissen Umfang und für eine gewisse Dauer erlaubt bestimmte Produkte mit den eigenen Logos, Zeichen, Designs, Slogans oder anderen Merkmale auf dem Wettbewerbsmarkt anzubieten. Ein Möbelhersteller kann so z.B. Marketingprodukte mit eigenem Logo vertreiben ohne sich um Herstellung und Vertrieb kümmern zu müssen. Wichtig ist hierbei, dass der Umfang der eingeräumten Rechte klar und detailliert beschrieben wird. Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, dass geregelt wird wo und in welchem geschäftlichen Umfeld Werbeartikel angeboten werden dürfen. So ist eine imageerhaltende Vermarktung gesichert. Der Vertriebsweg ist hierbei der entscheidende Beurteilungsfaktor. Da Sie Interesse daran haben, dass Ihre Merchandiseartikel einen hohen Qualitätsstandard aufweisen, sollten Regelungen in Bezug auf einzuhaltende Qualitätskontrollen getroffen werden. Nicht vergessen werden sollte letztlich eine transparente Laufzeit der vertraglichen Zusammenarbeit und eine Regelung bezogen auf die Einnahmen aus dem Merchandisingvertrag. Sofern nicht klar vorherzusehen ist, welchen wirtschaftlichen Erfolg Merchandisemaßnahmen haben werden, sollten im Vorfeld keine fixen Vergütungssummen vereinbart werden. Vielmehr sollte die Entlohnung des Lizenzgebers abhängig von dem tatsächlich erfolgten Umsatz des Merchandisepartners erfolgen.

Die Formulierung eines rechtssicheren Merchandisevertrages, der einem externen Vertriebspartner Lizenzrechte für die Produktion und den Vertrieb von Werbematerial zusichert, sollte grundsätzlich in Erwartung einer zukünftigen Geschäftsentwicklung erfolgen. Ist die eigene unternehmerische Entwicklung und damit einhergehend das prognostizierte Wachstum des eigenen Werbe- bzw. Marketingwertes nicht sicher einzuschätzen, empfiehlt sich die Verabredung kurzer Vertragslaufzeiten. Unabhängig von der Länge des Vertrages sollten die nebenvertraglichen Verantwortlichkeiten beider Seiten klar definiert und jegliche Haftungs- und Ausfallrisiken beschrieben werden.

Merchandisingverträge für fremde Produkte

Nicht immer geht es um die Vermarktung eigener Produkte. Häufig schließen Rechteinhaber mit Merchandisepartnern Verträge, die der Bewerbung fremder Produkte dienen. Dabei wird dann z.B. einem Dritten das Recht eingeräumt eine bestimmte Comicfigur auf die Produkte des Dritten drucken und diese verkaufen zu dürfen. In diesem Fall möchte der Merchandise-Partner ein bestimmtes Image oder die Werbekraft einer fremden Marke oder eines geschützten Produktes für den eigenen Vertrieb nutzen.

Wichtig ist hierbei, dass der Lizenzgeber darüber nachdenkt, in welchem Rahmen er mit der Bewerbung fremder Dienstleistungen oder Produkte einverstanden ist. Die Rechte und Pflichten in Bezug auf die Lizenzeinräumung – vor allem die zeitliche Dauer, die Ausballung und die erlaubten Vertriebswege – sollten detailliert geregelt werden. Der Urheber eines Comics möchte den Serienheld des Kindercomics sicherlich nicht als Merchandiseartikel im pornographischen Wettbewerbsumfeld wieder erkennen.

Merchandisingverträge müssen anhand der eigenen unternehmerischen Ziele entwickelt und formuliert werden. Nur so lassen sich die Risiken entstehender Probleme mit Vertragspartner effektiv begrenzen. Merchandising bietet eine grundsätzliche gute Möglichkeit der Markenbildung dar. Entscheidend für den unternehmerischen und wirtschaftlichen Erfolg von Merchandising ist oftmals die Auswahl der strategisch richtigen Partner.

Planen Sie Merchandising-Maßnahmen für eigene Produkte oder möchten Lizenzen für die Bewerbung fremder Produkte mit Ihren Figuren, Slogans oder Designs, beraten wir Sie gerne hinsichtlich den Chancen und Risiken geplanter Merchandising-Kampagnen und sind Ihnen bei der rechtssicheren und vorteilhaften Formulierung und Ausgestaltung der nötigen Verträge behilflich.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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