COPROTECT Abmahnung

Hilfe bei COPROTECT Abmahnung.

Die Rechtsanwaltskanzlei COPROTECT aus Stuttgart vertritt derzeit die Kalypso Media GmbH, Prinz-Carl-Anlage 36, 67547 Worms und verschickt in deren Namen Abmahnungen wegen angeblich illegalem Up- und Download von urheberrechtlich geschützten Dateien.

Nun beunruhigt auch Sie eine Abmahnung von COPROTECT, da Sie nicht wissen, wie Sie darauf reagieren sollen? Medien- und Urheberrechtler Christian Solmecke gibt Ihnen hier hilfreiche Tipps für Ihr weiteres Vorgehen, sodass Sie wieder entspannen können.

Video zur COPROTECT Abmahnung:

Was die Kanzlei COPROTECT von Ihnen fordert:

Mit der Abmahnung begehrt die Kanzlei die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung, außerdem noch – statt Schadensersatz und Rechtsanwaltskosten – für die Abmahnung- die Zahlung eines Vergleichsbetrags, der derzeit € 450,00 beträgt.

Die Abmahnungen sehen wie folgt aus:

Seite 1:

Zunächst ergibt sich aus der ersten Zeile der Abmahnung, welcher Rechteinhaber (Künstler, Musiklabel, etc.) vertreten wird.

Die Kanzlei COPROTECT erklärt dann, dass man Ihre Adresse zu der ermittelten IP-Adresse festgestellt habe. Sie benennt das Datum und die Uhrzeit des angeblichen Verstoßes, d.h. wann die Datei über die Ihnen zugewiesene IP-Adresse – die übrigens variabel ist und nicht von Ihnen überprüft werden kann – getauscht worden ist. Ferner behauptet sie, dass die Firma Kalypso GmbH der Inhaber eines ausschließlichen Nutzungs- und Verwertungsrechtes an dem von ihm vertrieben Produkt sei und ihre Mandantin nicht dem Angebot zum kostenlosen Download in diversen Internettauschbörsen zugestimmt habe.

Seiten 2-4:

Im Folgenden behauptet die Kanzlei, dass wegen der getroffenen Feststellungen feststehe, dass über Ihren Internetanschluss eine Datei mit dem bezeichneten Werk öffentlich zugänglich gemacht wurde. Unter dem Punkt „Konsequenzen“ nimmt die Kanzlei zunächst eine rechtliche Würdigung der Angelegenheit vor und erklärt, dass Sie als Anschlussinhaber für die behaupteten Rechtsverletzungen haften würden. Dann legt sie dar, dass die Mandantin gegen Sie Ansprüche habe, die auf Unterlassung, Erstattung der Rechtsverfolgungskosten und Schadensersatz gerichtet sind.

Unterlassungsanspruch:

Wegen dem angeblich bestehenden Anspruch auf Unterlassung macht es Ihnen die Kanzlei ganz leicht: Sie fügt auf Seite 5 der Abmahnung eine vorformulierte Unterlassungserklärung bei, die Sie unterschreiben und zurücksenden sollen.

Sie erklärt hierzu:

„Lassen Sie diese Frist ergebnislos verstreichen, werde ich meiner Mandantin  raten, gerichtliche Schritte gegen Sie in die Wege zu leiten, d.h. Klage zu erheben oder einen Antrag im einstweiligen Rechtsschutz zu stellen, gerichtet jeweils auf Unterlassung der Urheberrechtsverletzung.“

 

Ersatzansprüche:

Weiterhin erklärt die Kanzlei COPROTECT, dass Sie für die notwendigen Rechtsverfolgungskosten und den Ersatz des entstandenen Schadens einzustehen hätten. Die Kanzlei erörtert, dass grundsätzlich ein Anspruch auf Aufwendungsersatz in Höhe von € 1005,40 sowie als Schadensersatz ein „fünfstelliger Euro-Betrag“ durchgesetzt werden könne.

Vergleichsangebot:

Um die Angelegenheit außergerichtlich zu beenden, gibt sich die Kanzlei COPROTECT großzügig. Sie werden -neben der Abgabe der Unterlassungserklärung- unter Fristsetzung zur Zahlung eines „Pauschalbetrages“ in Höhe von € 450,00 aufgefordert.

Wie reagiere ich nun auf eine derartige Abmahnung?

Unterschreiben Sie auf keinen Fall unüberlegt die beigefügte Unterlassungserklärung und senden Sie an die Kanzlei zurück. Es ergeben sich dann nämlich unter Umständen folgende Nachteile:

  • Sie erkennen unter Umständen die Schuld an.
  • Sie erkennen die Kosten der Gegenseite an.
  • Sie sind 30 Jahre an die Erklärung gebunden, ohne dass etwaige Änderungen der Gesetzeslage oder Rechtsprechung berücksichtigt werden.
  • Häufig sind die Vertragsstrafen zu hoch angesetzt.

Andererseits sollten Sie auch keinesfalls den Kopf in den Sand stecken und nicht auf die Abmahnung reagieren!

Grundsätzlich sollte der Abgemahnte seiner Pflicht zur Abgabe einer Unterlassungserklärung nämlich nachkommen. Anderenfalls droht ein kostenaufwändiges Einstweiliges Verfügungsverfahren vor Gericht.

Dringend zu empfehlen ist daher die Abgabe einer sog. modifizierten Unterlassungserklärung, die den Unterlassungsanspruch der Gegenseite erledigt. Diese sollte so formuliert werden, so dass so wenig wie möglich aber so viel wie nötig zugestanden wird. Derartige modifizierte Unterlassungserklärungen werden von spezialisierten Rechtsanwälten formuliert.

Die Kanzlei Wilde, Beuger & Solmecke ist seit Jahren auf Abmahnungen wegen Filesharings spezialisiert. Gerne beraten wir Sie daher unverbindlich und umfangreich an unserer Filesharing- Hotline unter der Rufnummer 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit). Selbstverständlich können Sie auch unseren diesbezüglichen Chat nutzen.

Sofern Sie sich allgemein über die Thematik der Filesharing-Abmahnungen informieren möchten, so können wir Ihnen unsere Übersichtsseite ans Herz legen.

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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