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Studie: zu wenig deutsche Animationsproduktionen im TV

Die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen hat zusammen mit der Hamburg Media School und mit Unterstützung der FFA die Studie „Kino- und Fernsehproduktionen für Kinder und Jugendliche in Deutschland – Daten und Fakten 2005–2010“ erstellt und nun vorgelegt. Darin ging es u. a. um die  Relevanz des Fernsehens für die junge Zielgruppe, die Qualität der Produktionen sowie die Repräsentation der realen Lebenswelt deutscher Kinder und Jugendlicher.

Trotz des Wandels der Medienlandschaft in letzten Jahren ist das Fernsehen weiterhin das Hauptmedium für Kinder bis 13 Jahre, so das grundlegende Ergebnis der Studie. Insgesamt ist, gerade durch Sender wie Kika oder Nickelodeon, ein Anstieg der ausgestrahlten Programme für eine junge Zielgruppe zu verzeichnen.

Doch auch wenn Kinder- und Jugendprogramme präsenter sind als noch vor zehn Jahren, repräsentieren sie die deutsche Lebenswirklichkeit nicht in allen Bereichen, so die Studie.

Auffällig ist dieser Fakt bei Animationssendungen, die bei allen Sendern die dominante Säule in der Programmgestaltung sind (Super RTL: 74 % / Nickelodeon: 60 % / Kika: 59 %). Hier finden sich nur noch wenige einheimische Produktionen – ein Fakt, der bei den Privatsendern generell für das Gesamtprogramm gültig ist. Doch auch beim öffentlich-rechtlichen Kika macht der Anteil der deutschen Animationsproduktionen weniger als ein Fünftel des Segments aus: im Jahr 2009 waren nur 18,2 % des Animationsprogramms deutsche Produktionen, wenn man nur die Erstausstrahlungen betrachtet, liegt der Anteil sogar bei nur 9,8 %. „Generalisiert man die Ergebnisse von 2009, so bedeutet dies: Der zentrale Baustein Animationsprogramm des Kika besteht im Kern aus internationalen Produktionen“, so das Ergebnis der Studie .

Um diesem Missverhältnis zu begegnen, schlägt Michael Schmetz, Leiter der Produzentenallianz-Sektion Animation, in seinem Vorwort „ein Bündnis der Verantwortlichen aus Politik, der Gremien der ARD-Sender, des ZDF und privaten Sendern“ vor: „Das Kinder- und Jugendfernsehen wird die Bandbreite der Lebenswirklichkeit unserer Zukunftsträger sonst weder kurz-, mittel- noch langfristig abbilden können und so im toten Winkel der Vernunft unserer Gesellschaft weiter verkümmern“, so die Pressemeldung der Produzentenallianz.

Die Studie „Kino- und Fernsehproduktionen für Kinder und Jugendliche in Deutschland – Daten und Fakten 2005–2010“ kann gegen eine Schutzgebühr von 10 € in der Berliner Geschäftsstelle der Produzentenallianz bestellt werden.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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