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Reiter übernimmt „politische Verantwortung“ für MDR-Skandale

Zum Ende seiner beruflichen Laufbahn reflektierte der scheidende MDR-Intendant Udo Reiter noch einmal über seine Amtszeit und sagte gegenüber dem „Spiegel“, er übernehme die „politische Verantwortung“ für die Skandale des Senders. Eine „persönliche Schuld“ trage er aber nicht.

Warnungen von Mitarbeitern, das Controlling zu verbessern, habe er ignoriert: „Ich habe zu wenig darauf gehört – im Nachhinein betrachtet,“ so Reiter gegenüber dem Spiegel. Auch hätte er die „hemdsärmelige Aufbruchstimmung“ der MDR-Gründerjahre „früher beenden müssen“. Einige Affären der letzten Zeit halte er allerdings für aufgebauscht, jedoch der Kika-Skandal „quäle“ ihn wirklich: „Ja, das war ein Skandal, und es ärgert mich gewaltig, dass er diesen schönen kleinen und erfolgreichen Sender so beschmutzt hat.“

Auch Karola Wille, seine Nachfolgerin, hätte in vielen Fällen „immer wieder warnend ihre Stimme erhoben, konnte sich damit aber nicht immer durchsetzen,“ so Reiter gegenüber dem Spiegel. „Ich war der Chef und habe die Richtlinien vorgegeben.“ Wille tritt am 1. November 2011 das Amt als MDR-Intendantin an. Es gebe „sicher auch im MDR Leute, die sich freuen, dass ihr Sender künftig von einer Frau aus Ostdeutschland geführt wird statt von einem hergelaufenen Wessi. Flapsig gesagt ist die Besatzungszeit mit dieser Stabübergabe endgültig vorbei,“ so Reiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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