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MDR plant trimedialen Jugendsender

Im letzten Jahr machte der MDR hauptsächlich mit Negativ-Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Als Karola Wille Ende 2011 zur Intendantin gewählt wurde, kündigte sie an, Konsequenzen aus den Skandalen zu ziehen und auf mehr Transparenz zu setzen. Auch eine Verjüngung des Programms kündigte sie an – der MDR sei kein “Schunkelsender”. Nun will Wille den Worten Taten folgen lassen und hat einen trimedialen Jugendkanal angekündigt.

Gegenüber dem „Handelsblatt“ sagte Wille: „Wir wollen den Privaten nicht das junge Publikum überlassen. Ein Jugendkanal könnte ein Weg sein, die Lücke zwischen Kinderkanal und unseren anderen Kanälen zu schließen.“ Mit dem Sender wolle man die Gruppe der 13- bis 29jährigen erreichen, so Wille. Die trimediale Aufstellung von TV-Sender, Radioprogramm und Online-Präsenz solle sicherstellen dass man die junge Zielgruppe auch erreiche. Medienpolitische Unterstützung solle der Kanal von SWR und BR erhalten, so die Meldung weiter.

Neben der Tatsache, dass das Durchschnittsalter der ARD-Zuschauer sowie der Dritten Programme bei über 60 Jahren liege und somit eine Verjüngung dringend nötig sei, sei auch die bevorstehende Einführung der Haushaltsabgabe ebenfalls ein Grund für den geplanten Jugendkanal. „Gerade angesichts der Einführung des neuen Beitragsmodells brauchen wir die Diskussion, wie wir Angebote für die ganze Gesellschaft machen können“, so Wille gegenüber dem „Handelsblatt“.

Allerdings kommt die Ankündigung des Jugendkanals zu einem ungünstigen Zeitpunkt, mehren sich doch in der letzten Zeit die Stimmen, die Digitalkanäle der öffentlich-rechtlichen Sender zu reduzieren. 

Erst in der letzten Woche hatte sich NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft für die Reduzierung der Digitalkanäle von ARD und ZDF ausgesprochen. Auch die Sächsische Staatskanzlei hatte kürzlich die Einstellung der Kanäle gefordert. 

 

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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