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Hacker stellen Millionen Nutzer-Daten von Seitensprung-Portal ins Netz

Offensichtlich haben nun Hacker die persönlichen Daten von Millionen Nutzern des weltweit größten Seitensprungportals Ashley Madison veröffentlicht. Die erbeuteten Informationen wie Name, Adresse und Suchanzeigen der Mitglieder stammen bereits aus dem Juli. Schon dort drohten die Hacker mit einer Veröffentlichung im Netz, sollte das Portal nicht schließen. Was wir bereits im Juli in unserem YouTube-Video berichteten, hat sich jetzt bewahrheitet.

„Der Seitensprung – ein Delikt mit einer großen Dunkelziffer“. Dieses bekannte Zitat gilt nun wohl für rund 37 Millionen Nutzer des Portals Ashley Madison nicht mehr, denn die Hacker, die sich selbst „The Impact Team“ nennen, haben ihre Drohung allem Anschein nach wahr gemacht und die illegal erbeuteten Nutzer-Daten öffentlich gemacht. Im Video klärt Medienanwalt Christian Solmecke darüber auf, wer dafür haftet und was für Folgen das Ganze hat.

Neben Kontaktanfragen und der gesamten Kunden-Korrespondenz des Seitensprung-Portals sollen auch die Klarnamen und realen Adressen aller Nutzer online einsehbar sein. Die Größe der veröffentlichten Datenmenge beträgt Meldungen zufolge an die 9,7 Gigabyte. Die Daten wurden im sogenannten Darknet gepostet, welches nur mittels des anonymen Internet-Browsers Tor zugänglich ist.

Ashley Madison – Daten wurden im Darknet veröffentlicht

Tor („Tor“ steht für The Onion Routing oder The Onion Router) steht für ein Anonymisierungsnetzwerk von Verbindungsdaten. Es wird für TCP-Verbindungen eingesetzt und kann beispielsweise für Web-Browsing verwendet werden. Gerade im Hinblick auf die immer noch aktuelle  Debatte über die gezielte Überwachung von Internetverbindungen durch ausländische Geheimdienste gilt das Anonymisierungsnetzwerk Tor als Möglichkeit zur Sicherung der Vertraulichkeit im Internet. Das Tor-Netwerk sollte eigentlich seine Nutzer vor der Analyse des Datenverkehrs schützen, kann jedoch auch dazu dienen, illegale Machenschaften zu verschleiern.

Hacker forderten Schließung von Ashleymadison.com

Bereits im Juli, unmittelbar nach Erbeutung der Daten, drohten die Hacker damit, die gesamten Daten zu veröffentlichen, wenn Avid Life Media (ALM), die kanadische Betreiberfirma der Seite, die Portale Ashley Madison sowie Established Men nicht sofort schließen würde. Dieser Forderung war Avid Life jedoch nicht nachgekommen. Die Hacker teilten mit, sie würden mit der Aktion auf Lügen des Unternehmens hinweisen wollen.

Nachdem im Juli der Hack bekannt geworden war und klar wurde, dass Unmengen an Daten geklaut wurden, bot Ashley Madison seinen Kunden einzig die kostenfreie Löschung von Nutzerprofilen an. Ein Angebot ohne Mehrwert, da die Nutzer-Daten bereits gehackt worden waren und eine Löschung des eigenen Profils für die vor der Enttarnung stehenden Nutzer zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wirklich hilfreich war.

Veröffentlichte Daten sollen gelöscht werden

Das Betreiberunternehmen Avid Life teilte nun in einem öffentlichen Statement mit, dass man zurzeit die Situation intensiv untersuche und daran arbeite illegal veröffentlichte Daten zu löschen. Zunächst wurde von Experten bezweifelt, dass es sich bei den veröffentlichten Daten um echte Daten handele. Mittlerweile haben jedoch bereits mehrere Nutzer ihre Namen und Kreditkarten-Infos in den Veröffentlichten Daten gefunden.

Meisten Nutzer stammen aus USA und Kanada

Die Mehrheit der rund 37 Millionen Nutzer werden aus den USA oder Kanada stammen, jedoch betreibt Ashley Madison auch eine deutschsprachige Seite. Gut möglich also, dass auch Deutsche Personen betroffen sind. Informationen hierüber bestehen bislang jedoch nicht. (TOS)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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