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FFA Kinoergebnis 2011: Deutscher Film legt zu

Beharrlich wird hierzulande der deutsche Film als Sorgenkind des Kinos eingestuft – zu Unrecht, wie die von der Filmförderungsanstalt (FFA) ermittelten Ergebnisse der Kinozahlen 2011 belegen. Daraus geht hervor, dass der deutsche Film beim Kinopublikum zugelegt hat: 2011 haben 27,9 Mio. Besucher einen deutschen Film im Kino gesehen, das sind 7 Millionen mehr als 2010, so die Pressemeldung der FFA.

Insgesamt stieg der Marktanteil des deutschen Films auf 21,8% (16,8%). US-amerikanische Produktionen hatten 2011 nur noch 77,2 Millionen Besucher (-5,1 Millionen). Zudem haben acht deutsche Filme jeweils mehr als eine Million Besucher gehabt, 2010 waren es nur fünf. 34 Filme haben 2011 die 1 Mio.-Besuchermarke überschritten. Der Til Schweiger Film „Kokowääh“ steht mit 4,3 Mio. Besuchern sogar auf Platz 3 der Jahrescharts 2011. Die ersten beiden Plätzen belegten „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Teil 2“ und „Pirates of the Carribean – Fremde Gezeiten“.

Generell ist die Zahl der Kinobesucher gestiegen, insgesamt 129,6 Millionen Besucher sahen 2011 einen Film im Kino, 2,3% mehr als 2010 (126,6 Mio.). Das ist das zweitbeste Ergebnis der letzten 5 Jahre, so die Meldung der FFA. Mit den Besuchern stieg auch der Umsatz um 4,1% auf 958,1 Mio. Euro (Vorjahr 920,4 Mio.). Dies hängt vor allem mit der Digitalisierung und den gestiegenen Eintrittspreisen zusammen. FFA-Vorstand Peter Dinges sieht die Zahlen von 2011 allerdings eher sachlich: „Nach einem starken Rückgang der Besucherzahlen im Jahr davor ist dies unter dem Strich ein freundliches – aber noch kein sehr gutes Jahr.“

 Gesonderte 3D-Auswertung

Zum ersten Mal wertete die FFA die Zahlen von 3D-Filmen gesondert aus: Demnach entfällt auf die 3D-Filme ein Marktanteil von 22,8% (2010: 20,4%). Die 46 3D-Produktionen, die 2011 angelaufen sind, konnten insgesamt 29,3 Mio. Besucher (25,4 Mio.) verzeichnen. Unter den Filmen waren auch sieben deutsche 3D-Produktionen. „Das sind, mit Ausnahme der USA, mehr als jedes andere Land in die deutschen Kinos brachte – womit unsere Filmindustrie ihre Leistungsfähigkeit erneut unter Beweis stellt“, so Dinges.

Insgesamt hat es 2011 mit 532 Erstaufführungen wieder mehr Filmstarts gegeben als in den beiden Vorjahren (507 bzw. 513), so die Meldung der FFA weiter. „42 Prozent der deutschen Filmstarts wurden von der FFA gefördert, erreichten aber 94 Prozent aller Besucher von deutschen Filmen – das ist ein hervorragendes Ergebnis“, hob Dinges hervor.

Mehr Kinoschließungen

Weniger erfreulich ist die Schließung von 183 Filmtheatern, von denen mehr als die Hälfte kleinere Kinos mit ein oder zwei Leinwänden, die überwiegend in Städten und Gemeinden bis zu 50.000 Einwohnern liegen, waren. Dem steht eine Neu- oder Wiedereröffnung von nur 124 Kinos gegenüber. „Diese problematische Entwicklung ist uns allen bewusst“, erklärte Dinges. Allerdings sollen gerade die kleineren Kinos von der im Februar 2011 aufgelegten Digitalisierungsförderung profitieren. Insgesamt hat die FFA Mittel in der Höhe von 5,4 Mio. Euro für 566 Leinwände in 278 Filmtheatern bewilligt. Mehr als ein Drittel (199 Leinwände) von ihnen liegt in Orten unter 20.000 Einwohnern, so die Meldung der FFA weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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