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ASA verbietet Printkampagnen wegen zu viel Retusche

Botox, Size Zero, Hungerkuren – der Schönheits- und Jugendwahn ist ein gesellschaftliches Phänomen, dass zu einem großen Teil auf das medial vermittelte Idealbild zurückzuführen ist. Die Möglichkeiten der digitalen „Generalüberholung“ von Models am Computer sind zwar bekannt, aber deswegen nicht unumstritten. Eine Werbekampagne mit der US-Schauspielerin Julia Roberts wurde nun verboten. Begründung: Zu viel Photoshop-Bearbeitung.

Die britische Werbeaufsicht Advertising Standard Authority (ASA) hat die Kosmetikmarke Lancôme gezwungen, die Kampagne mit der Hollywood-Schönheit zurückzuziehen, da sie auf den Bildern zu sehr retuschiert sei.

Nach Angaben der Daily Mail hat die britische Abgeordnete Jo Swinson die ASA zum Eingreifen bewegt. Die Politikerin kritisierte vor allem die unrealistische Abbildung und den daraus entstehenden Druck für junge Frauen und Mädchen. Eine Kampagne von Maybelline mit dem Model Christy Turlington wurde ebenfalls von der ASA wegen zu offensichtlicher Bildbearbeitung verboten.

Nach Angaben des britischen Branchendiensts „Brandrepublic“ sagte eine Sprecherin des Lancôme-Konzerns: „Wir sind enttäuscht zu erfahren, dass die ASA sich gegen unsere Printkampagne für ›Teint Miracle‹ ausgesprochen hat. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass das Produkt die Leuchtkraft der Haut untestützt. Wir glauben nicht, dass die Werbung den Effekt, den man durch die Verwendung dieses Produkts erreichen kann, übertreibt.“

Allerdings hat der Konzern auch zugegeben, kleinere Korrekturen am Computer gemacht zu haben. Im Großen und Ganzen abe sei das Foto eine realistische Darstellung.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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