Abmahnung Filesharing

Nutzung von Popcorn Time: Abmahnung droht wegen Urheberrechtsverletzung

Vor der Nutzung der angeblichen Video-Streaming-Plattform Popcorn Time kann nur gewarnt werden. Ansonsten müsse Sie mit einer teuren Abmahnung wegen einer Urheberrechtsverletzung durch Filesharing rechnen.

 

Das neue Filmportal Popcorn Time ist sehr bekannt. Das kommt auch durch die positive Kritik in den Medien, die vor allem die leichte Bedienbarkeit loben. Trotzdem sollten sich die Nutzer nicht darauf einlassen, weil es sich um ein illegales Raubkopier-Portal handelt.

Zwar ist beim reinen Streaming von Filmen umstritten, ob auch der Nutzer eine Urheberrechtsverletzung begeht. Diese Diskussion spielt jedoch bei Popcorn Time keine Rolle. Der Nutzer zieht nämlich hier – anders als bei einem gewöhnlichen Streaming-Portal – eine urheberrechtswidrige Datei über Bittorent auf den Rechner. Darüber hinaus stellt er auch seinen Computer für die Verbreitung von illegalen Raubkopie-Dateien zur Verfügung. Von daher ist hier von urheberrechtswidrigem Filesharing über eine Tauschbörse auszugehen.

Darauf werden die Popcorn Time Nutzer leider nur unzureichend hingewiesen. Allerdings schützt hier Unwissenheit nicht vor hohen Forderungen in Form von Erstattung der Abmahnkosten sowie Schadensersatz wegen einer Urheberrechtsverletzung. Für Abmahnanwälte ist das häufig ein lohnenswertes Geschäft.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (3)

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  1. Flu sagt:

    Man muß aber in solchen Fällen auch endlich mal die Nutzer schützen, denn viele wissen einfach nicht wie sowas funktioniert und selbst wenn, fällt es wohl auch nicht sofort auf, daß diese App ein Filesharing-System ist.
    Natürlich kann man auch sagen, daß man nicht alles tun und lassen kann, wenn man davon keine Ahnung hat. Aber auch das lernt man erst durch solche Fehler. Allerdings muß nicht jeder (erste) Fehler im Leben zum Ruin und zur gnadenlosen Bestrafung führen. Es muß auch noch so etwas wie Verwarnungen geben. Diese Abzocke muß endlich ein Ende haben!!!

    • Newfarmy sagt:

      Ich sehe das genauso. Neben meinem Studium bin ich im EDV-Support tätig und erlebe ständig, dass die meisten User gerade mal die gröbsten Grundkenntnisse in der Nutzung und dem Umgang mit dem Internet haben.
      Hier kommt noch hinzu, dass es mittlerweile immer mehr Angebote für Filme und Musik im Netz gibt. Wie soll ein unerfahrener Nutzer hier noch ohne weiteres zwischen legal und illegal unterscheiden? Für die Abmahnindustrie sind diese ein gefundenes Fressen.
      Im Prinzip müsste eine Art Gütesiegel geschaffen werden, durch welches legale Angebote eindeutig gekennzeichnet werden. Dann wäre es für jeden noch so unbedarften Verbraucher ein Leichtes, fragwürdige Angebote zu erkennen und sich davon fernzuhalten.
      Auf diesem Weg würden die Nutzer geschützt und dubiosen Anbietern ein Riegel vorgschoben werden – also zwei Fliegen mit einer Klappe! Nur leider vermutlich nicht so einträglich wie das „Geschäft“ mit den Abmahnungen…

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