Wirtschaftsrecht

VG München: Marlboro darf weiter mit Maybe-Kampagne werben

Der Tabakkonzern Philipp Morris darf weiter mit der sogenannten Maybe-Kampagne für seine Zigarettenmarke Marlboro werben. Das Verwaltungsgericht München hob den Verbotsbescheid des Landratsamtes München aus dem Jahr 2013 auf. Die Werbung spreche Jugendliche zwar an, jedoch nicht so sehr, dass die Kampagne weiterhin verboten werden könne (Urteil vom 01.10.2015 – Az.: M 18 K 13.4844).

VG München: Marlboro darf weiter mit Maybe-Kampagne werben© ferkelraggae-Fotolia

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Maybe-Kampagne von Philipp Morris – Gefahr für Jugendliche

Philipp Morris hatte Marlboro seit Ende 2011 mit der Maybe-Kampagne auf Plakaten, Flyern, Videos und im Kino beworben. Texte wie „Don’t be a Maybe“ (frei übersetzt: „Sei nicht unentschieden“) oder einfach „Maybe“ mit durchgestrichenem „May“ – was im Englischen die Aufforderung „Sei“ stehenlässt – waren illustriert mit Rauchern. Das Landratsamt verbot mit Bescheid vom Oktober 2013 diese Werbung, da es zu der Rechtsansicht kam, dass die Werbung besonders geeignet sei, Jugendliche oder Heranwachsende zum Rauchen zu veranlassen. Weiterhin vertrat die Behörde die Auffassung, dass junge Menschen unsicher seien und sich noch finden müssten. Der Spruch „Don’t be a Maybe“ reiche aus, um „den Jugendlichen da abzuholen, wo er abgeholt werden will“.

Maybe-Kampagne bewirkt keine besondere Ansprache Jugendlicher

Die Münchener Richter konnten allein in der Wortkombination aus „Be“ (deutsch: „Sei“) und „Maybe“ („vielleicht“) keine „besondere Ansprache der Jugend erkennen“, so dass die Maybe-Kampagne nicht verboten werden könne. Aus der Entscheidung lässt sich jedoch kein Freibrief herleiten. Der Richter warnte nämlich, dass jedes neue Motiv mit der Wortkombination einer Einzelbetrachtung unterliege. In der mündlichen Verhandlung hatte der Richter schon angedeutet, dass vielleicht nur das Wortspiel genehmigt werden könnte, nicht aber die illustrierenden Bilder. Dann aber entschied das Gericht die Kampagne mit dem Text und den illustrierten Rauchern zuzulassen. (JAZ)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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