Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Kostenfalle bei Kabeldiensten: Verbraucher sollten aufpassen

Manche Betreiber von Kabelnetzen versuchen Verbrauchern kostenpflichtige Zusatzleistungen unterzuschieben. Die geschieht etwa, dass diese auf geschickte Weise in den AGB´s versteckt werden oder ohne Vereinbarung einfach in der Auftragsbestätigung genannt werden. Gerade Letzteres ist rechtlich sehr zweifelhaft und als Abzocke anzusehen.

Kostenfalle bei Kabeldiensten: Verbraucher sollten aufpassen  ©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

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Ein solcher Trick besteht beispielsweise darin, dass bestimmte zusätzliche Leistungen zunächst kostenlos angeboten werden. Lediglich im Kleingedruckten steht jedoch, dass das jeweilige  Zusatzangebot nach einiger Zeit kostenlos wird. So war es laut Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt etwa bei dem Kunden eines Kabelnetzbetreibers, der ein zusätzliches Angebot lediglich für einen Zeitraum von zwei Monaten kündigen durfte. Danach wurden diese Leistungen kostenpflichtig, ohne dass der Verbraucher vor Ende der regulären Laufzeit kündigen durfte.

Hinzu kam in diesem Fall, dass diese Leistung ursprünglich gar nicht vereinbart worden war. Sie stand plötzlich in der Auftragsbestätigung angegeben.

Vorsicht bei Zusatzvereinbarung: Kostenfalle lauert

Verbraucher sollten sich diese Vereinbarungen und am besten auch die zugehörigen Klauseln bei Kabeldienstanbietern unbedingt durchlesen, damit sie auf eine derartige Kostenfalle gar nicht hereinfallen. Darüber hinaus sind auch Angebote bedenklich, die zunächst kostenlos sind und dann automatisch nach einigen Monaten kostenpflichtig werden. Diese könnten unter Umständen zumindest als wettbewerbswidrig anzusehen sein.

Auftragsbestätigung sollte mit Vertrag abgeglichen werden

Darüber hinaus sollte auch die Auftragsbestätigung genau gecheckt werden. Verbraucher brauchen normalerweise nur für Leistungen aufzukommen, die sie auch vereinbart haben. Anderslautende Klauseln die etwa eine fingierte Zustimmung vorsehen sind gewöhnlich rechtswidrig.

Betroffene Verbraucher sollten auf eine derartige Kostenfalle von Kabeldiensten nicht hereinfallen. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist sollten Sie sich durch einen Rechtsanwalt oder eine Verbraucherzentrale beraten lassen und nicht einfach zahlen. Das gilt gerade auch dann, wenn der jeweilige Anbieter Druck macht.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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