Wirtschaftsrecht

Verbraucherschützer rüffeln Telekom: Sie darf Prepaid-Kunden nicht mit Kündigung drohen

Die deutsche Telekom darf nicht einfach ihre Kunden zum Laden ihrer Prepaid-Karten auffordern und ihnen sonst mit der Kündigung ihres Vertrags drohen. Darauf weist zu Recht die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein hin.

 

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein weist in ihrer Pressemitteilung vom 21.06.2011 darauf hin, dass die deutsche Telekom ihre T-Mobile Kunden darauf aufmerksam macht, dass sie ihre Prepaid-Karten aufladen müssen. Ansonsten werde sofort ihr Vertrag gekündigt. Das Ärgerliche daran ist, dass dies auch bei Kunden mit einem Restguthaben durchgeführt wird.

 

Eine solche Aufforderung ist nicht nur eine Bevormundung des Kunden aus Gründen der Gewinnmaximierung. Die Kunden haben insbesondere ein Recht darauf, dass ihr Restguthaben nicht verfällt. Hierin liegt eine unangemessene Benachteiligung des Kunden. Dies hat bereits das Oberlandesgericht Köln mit Urteil vom 03.06.2009 entschieden (Az. 11 U 213/08). Sie sollten darauf pochen, dass es im Falle einer solchen Kündigung ausbezahlt wird.

 

Nähere Informationen finden Sie hier:

 

 

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Elmar sagt:

    Fein !

    Da es ja, wie die Verbraucherzentralen schon desöfteren festgestellt haben, KEINE Rechtsgrundlage für die fragwürdigen Geschäftspraktiken der Telekom gibt, ist es umso verwunderlicher, daß offenbar keine rechtlichen Schritte gegen die Telekom wirksam gemacht werden können.

    Es stellt ganz klar eine arglistige Täuschung des Kunden bei Vertragsabschluß dar. Punkt!

    Und da wir ja in einem so „tollen“ Rechtsstat leben, ist auch nicht zu erwarten, daß die Herrn Richter der Telekom mal ordentlich auf die Finger klopfen werden. Da ist es doch wesentlich einfacher, Kinder zu bestrafen, die kein Licht am Fahrrad haben…

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