Wirtschaftsrecht

Schufa: Unzutreffender Scorewert nach Auslandsaufenthalt möglich

Der von der Schufa im Wege des Scoring ermittelte Scorewert ist für den Kunden etwa für die Aufnahme eines Darlehens, den Erwerb einer Kreditkarte oder den Abschluss eines Mietvertrages von großer Bedeutung. Allerdings ist die Bewertung der Kreditwürdigkeit längst nicht immer zuverlässig. Dies gilt inbesondere nach längeren Aufenthalten im Ausland.

Schufa: Unzutreffender Scorewert nach Auslandsaufenthalt möglich  ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Schufa: Unzutreffender Scorewert nach Auslandsaufenthalt möglich ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Die Schufa verweist in einem Infoblatt über das Schufa Scoreverfahren darauf, dass die ermittelten Score-Werte bei Unternehmen als „besonders zuverlässig“ gelten würden. Begründet wird das damit, dass die Schufa dabei langjährige Erfahrungen besitze und es sich um ein „mathematisch-statistisch anerkanntes“ und „bewährtes“ Verfahren handeln würde.

Scorewert: Ermittlung ist fragwürdig

Ob dies so wirklich zutrifft, ist bereits im Jahr 2009 durch das Bundesverbraucherministerium in einem Bericht der GP Forschungsgruppe zum Scoring in Frage gestellt worden. Diese Untersuchung ist immer noch aktuell. Demzufolge werden von den getesten Auskunfteien Verbraucherdaten bis zu 45% unzutrefffend abgespeichert.

Darüber hinaus besteht auch ein erhöhtes Risiko, dass Auslandsaufenthalte zu einer falschen Ermittlung des Scorewertes führen können. Dies ergibt sich aus einem Beitrag auf dem Portal der FAZ. Laut Schufa soll das angeblich dadurch möglich sein, dass der Schufa infolge des Aufenthaltes ein Teil der Kredithistorie fehlen würde.

Schufa: Verbraucher sollten Selbstauskunft einholen

Verbraucher sollten daher im Zweifel eine Selbstauskunft bei Auskunfteien wie der Schufa und der Creditreform einholen. Dies gilt beispielsweise nach einem Auslandsaufenthalt oder falls es Probleme mit der Eröffnung eines neuen Kontos gibt. Die Auskunfteien müssen diese mindestens einmal im Jahr kostenlos auf Antrag erteilen. Dies ergibt sich aus § 34 Abs. 1 und 4 BDSG. Auch Unternehmen sollten sich nicht zu sehr auf die Angaben von Auskunfteien verlassen und in Betracht ziehen, dass der Scoringwert im Einzelfall falsch berechnet worden sein kann.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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