Medienrecht

Mediengruppe WAZ steht vor Verkauf

Nach langen Querelen der beiden Eigentümerfamilien um die Führung der WAZ-Mediengruppe ist nun nach Angaben der Süddeutschen Zeitung endgültig eine Einigung getroffen worden: Petra Grotkamp, die Tochter des Gründers Jakob Funke, wird die Führung des Konzerns übernehmen.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass der Anwalt des WAZ-Testamentsvollstreckers Peter Heinemann der Grotkamp-Seite eine Nachricht übermittelt habe, die besagt, dass „die Prüfung der vertraglichen Regelungen und die Bewertung der Angemessenheit des Kaufpreises abgeschlossen“ seien und das Vertragswerk „aus seiner Sicht unterschriftsreif“ sei. Die Grotkamp-Seite will die 50 Prozent der Anteile der Mitgesellschafter von der Brost-Holding für rund 500 Millionen Euro kaufen.

Bislang  gehört der Großverlag zu jeweils 50 Prozent den Nachfahren der beiden Gründer, zum einen den drei Enkeln von Erich Brost, zum anderen den Töchtern von Jakob Funke: Renate Schubries, Petra Grotkamp und den Erben der im Sommer verstorbenen Gisela Holthoff. Die Doppelherrschaft der beiden Eigentümerfamilien würde mit dem Verkauf somit ein Ende finden. Erst im August 2011 hatte Petra Grotkamp ein Angebot für die Anteile der Erben von WAZ-Gründer Erich Brost vorgelegt, so der Bericht weiter. Auch der Springer Verlag zeigte Interesse, Vorstandschef Mathias Döpfner bot im Herbst 2011 1,4 Milliarden für den gesamten WAZ-Konzern.

Der Medienkonzern WAZ verzeichnet ca 1,1 Milliarden Euro Umsatz und gibt 40 Zeitungen (darunter die Westdeutsche Allgemeine und die Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung) und mehr als 100 Zeitschriften heraus. Mit der Übernahme sollen auch erhebliche unternehmerische Veränderungen eintreten und eine zeitgemäße Unternehmensstruktur, ähnlich der der Axel Springer AG, geschaffen werden, so der Bericht weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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