Wirtschaftsrecht

LG Heilbronn: Schiffsfonds eignen sich nicht als sichere Anlage – Bank haftet

Das Landgericht Heilbronn (LG) hat eine Bank zur Zahlung von Schadensersatz an ihren Kunden verurteilt. Grund dafür ist, dass die Bank ihren Kunden zur Sicherung seiner Altersvorsorge zu der Investition einer halben Million Euro in Schiffsfonds riet. Schiffsfonds sind jedoch nach Ansicht des Gerichts nicht als sichere Anlage zu empfehlen und somit muss die Bank für den hohen Verlust, den ihr Kunde erlitten hat, aufkommen (Az.: 6 O 299/13).

Das Gericht verurteilte die Bank zur Zahlung der verlorenen halben Millionen Euro plus Zinsen.

Das Gericht begründete sein Urteil damit, dass die charakteristischen Merkmale von Schiffsfonds gegen eine Empfehlung als sichere Anlageform sprechen. Bei Schiffsfonds bestehe ein Risiko des Totalverlustes des angelegten Geldes.

In der Tat geht die Investition in Schiffsfonds immer mit einem gewissen Risiko einher. Es kann passieren, dass die Ausschüttungen zurückverlangt werden oder dass das Kapital eben ganz verloren geht. Insbesondere seit der Finanzkrise ist das Risiko des Verlustes der Investitionen gestiegen.

Bei einer falschen Beratung über die Risiken der Investition, können wie das Urteil zeigt, dem Anleger Schadensersatzansprüche zustehen. Die Beauftragung eines Anwalts lohnt sich in diesen Fällen.

Die Bank hat noch die Möglichkeit gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.