Wirtschaftsrecht

Kündigung einer Bayern-Dauerkarte bei Nichtbesuch von 10 Heimspielen rechtmäßig

Nicht erst seit gestern ist die Fußball-Bundesliga ein Zuschauermagnet. Stets ein ausverkauftes Stadion hat der Branchenprimus FC Bayern München, mittlerweile fasst die heimische Allianz-Arena 75.000 Zuschauer. Das Interesse von Fans an Dauer- und Tagestickets übersteigt die Stadionkapazität um Längen, so dass viele Interessenten draußen bleiben müssen.

 

Kündigung einer Bayern-Dauerkarte ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Kündigung einer Bayern-Dauerkarte ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Kündigung nach 20 Jahren

Im Dauerkartensegment versucht der FC Bayern gegenzusteuern – in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) hat er geregelt, dass Anhängern die Jahreskarte gekündigt wird, sollten sie nicht mindestens 8 Heimspiele besuchen. Nun gab es den ersten Präzedenzfall, der vor Gericht landete: Der Verein kündigte im Mai 2014 einem Mitglied, das seit genau 20 Jahren die Dauerkarte besaß.

Grund der Abwesenheitszeiten in der Saison 2013/2014 war nach eigenen Angaben vor allem der private Hausbau des Klägers. Das ließ Bayern aber nicht gelten und hielt die Kündigung, welche ohne vorherige Abmahnung erfolgte, aufrecht. Der Fan klagte in der Folge vor dem Amtsgericht (AG) München, da er seiner Meinung nach einen berechtigten Grund hatte, die Heimspiele nicht zu besuchen.

Ordentliches Kündigungsrecht

Das AG München wies die Klage allerdings ab. § 2 der Verkaufsbedingungen, welcher ein ordentliches Kündigungsrecht normiert, sei rechtmäßig. Eine ordentliche Kündigung ist immer dann möglich, wenn es um einen unbefristeten Vertrag geht. Auch werde nicht gegen ein gesetzliches Verbot verstoßen, da das Kündigungsrecht keine Schikane oder unzulässige Sanktion darstelle. Außerhalb dieser Besonderheiten gilt die Vertragsfreiheit, die Richter betonten zu Recht, dass es im Zivilrecht kein Recht auf eine bestimmte Leistung gebe.

Auch der Verweis der Richter auf den freien Ticketverkauf ist nachvollziehbar, auch wenn dieser stark umkämpft ist. Den Hinweis, der Kläger könne alternativ zu den Vereinen 1860 München und FC Augsburg gehen, nahm der Kläger verständlicherweise weniger erfreut auf.

(JuL)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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