Wirtschaftsrecht

Exclusive Claims – Betrüger geben sich als „Amstgericht“ aus

Wenn Sie Post von Exclusive Claims bekommen, sollten Sie sich nicht irritieren lassen. Es handelt sich um eine Abzock-Masche von Betrügern.

Exclusive Claims– Betrüger geben sich als „Amstgericht“ aus ©-cirquedesprit-Fotolia

In dem Scheiben gibt sich Exclusive Claims als „Inkasso-Außendienst“ aus, der eine Forderung in Höhe von 369,87 Euro eintreibt. Da Sie angeblich trotz mehrerer Mahnungen nicht gezahlt haben sollen, wird mit einer Vorpfändung bei Ihrer Bank gedroht. Aufgrund dessen müssen Sie angeblich mit einer „Kontosperrung“ rechnen, wenn Sie nicht die geforderte Summe mittels des beigefügten Überweisungsträger bezahlen.

Das Schreiben von Exclusive Claims lautet wörtlich:

„Sehr geehrte(r),

Sie haben trotz zahlreicher Mahnungen Ihre Zahlungsbereitschaft nicht unter Beweis gestellt.

Deshalb haben sich Kosten und Zinsen weiter erhöht.

Aufgrund Ihrer anhaltenden Zahlungsverweisung sehen wir keine andere Möglichkeit, als bei Ihrer Bank/Sparkasse eine Vorpfändung auszubringen.

Das Formular ist bereits vorbereitet !

Ihr Konto wird in Kürze gesperrt.

Sie haben dan keine Zugriffsmöglichkeiten mehr.

Sie können diese Maßnahme nur vermeiden, indem Sie sofort den Betrag in Höhe von

Euro 369,87

unter Agabe der o.g. Forderungsnummer an uns überweisen.

Nutzen Sie hierfür das beiliegende Zahlungsformular.

Mit freundlichen Grüßen“

„Vorpfändung“ der „Amstgericht Gerichtsvollzieherverteilerstelle“

Am Ende des Schreibens wird auf einen „Vollstreckungsbescheid“ als Anlage verwiesen. Die Anlage selbst wird in einer fettgedruckten Überschrift als „Vorpfändung“ bezeichnet. Diese stammt angeblich von der „Amstgericht Gerichtsvollzieherverteilerstelle“.

Hierbei handelt es sich um eine Fälschung, auf der Sie nicht hereinfallen sollten. Hierauf verweist unter anderem die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Durch die Drohung einer Firma mit einer Pfändung sollten Sie keiner schocken lassen. Denn diese setzt einen vollstreckungsfähigen Titel voraus. Darüber hinaus werden Vollstreckungsbescheide nur von Gerichten erlassen. Weiterhin fällt auf, dass das Wort Amtsgericht falsch geschrieben worden ist. Wichtig ist schließlich, dass es ein Inkassounternehmen Exclusive Claims gar nicht gibt, Hierzu ist eine Erlaubnis erforderlich, über die dieses angebliche Unternehmen gar nicht verfügt.

Fazit

Auf solche Schreiben sollten Sie nicht hereinfallen. Leider geben sich Betrüger gerne als Institutionen wie Gerichte, Polizeibehörden Staatsanwälte, Rechtsanwälte oder Fake-Shops aus. Besonders verbreitet ist dies im Moment in E-Mails. Im Zweifel sollten Sie immer bei der angeblichen Behörde nachfragen. Dabei sollten Sie die Anschrift und Telefonnummer selbst recherchieren.

hab

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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