Internetrecht

EU-Kommission will Urheberrechtsschutz im Netz stärken

Dass sich im Zuge der Digitalisierung auch die Vertriebswege und die Vermarktung audiovisueller Medien verändert haben, ist eine hinreichend bekannte Tatsache. Fakt ist aber auch, dass die Rechtsansprüche von Urhebern und Vertreibern an die technologischen Entwicklungen angepasst und Geschäftsmodelle weiterentwickelt werden müssen.

Chancen für Film und Fernsehen im Internet

Die Europäische Kommission geht nun der Frage nach, wie im Zeitalter des Internets Chancen für Film und Fernsehen optimal genutzt werden können. Auf Initiative von Michel Barnier, EU-Kommissar für den Binnenmarkt, hat die Europäische Kommission jetzt ein Grünbuch veröffentlicht, dass als Grundlage für die Debatte dienen soll „ob und wie der Regulierungsrahmen angepasst werden muss, damit die europäische Industrie neue Geschäftsmodelle entwickeln kann, die Kunstschaffenden neue Vertriebskanäle finden und die europäischen Verbraucher in ganz Europa besseren Zugang zu Inhalten haben können“, so die Pressemitteilung der EU-Kommission.

Zentrale Themen des Grünbuchs sind u. a. die Klärung der Rechte für den Online-Vertrieb audiovisueller Mediendienste (z. B. Video-on-Demand, Internet-TV, Streaming-Portale usw.), bessere Vergütung für Rechteinhaber, Sondernutzungen audiovisueller Werke ( z. B. zum Erhalt und zum Schutz des Filmerbes oder für den Zugang von Menschen mit Behinderungen zu kulturellem Material) sowie die generelle Optimierung des digitalen Binnenmarktes für Kunstschaffende, Industrie und Verbraucher.

Bis zum 18. November sind Interessengruppen und Privatpersonen angehalten, ihre Kommentare zu den zahlreichen Aspekten des Online-Vertriebs von audiovisuellen Werken einzusenden. Die Antworten sollen einen Beitrag zum künftigen Vorschlag der Kommission zur Verbesserung der kollektiven Rechtewahrnehmung leisten.

 

Überarbeitung der Richtlinie zum Urheberrechtsschutz

„Ich möchte sicherstellen, dass die Europäer die durch das Internet gebotenen Chancen ergreifen können. Es ist mir wichtig, die Meinung aller betroffenen Akteure – Urheber, ausführender Künstler, Produzenten, Vertreiber und Verbraucher – zu hören. Die Ergebnisse dieser Konsultation werden einen wesentlichen Beitrag zu meinen in Vorbereitung befindlichen Initiativen leisten, zu denen unter anderem ein Legislativvorschlag zur kollektiven Lizenzierung von Urheberrechten, eine Prüfung des durch die Richtlinie über die Informationsgesellschaft aus dem Jahr 2001 gesteckten Rahmens und eine Überarbeitung der Richtlinie zum Urheberrechtsschutz zählen“, so Barnier.

Das Grünbuch der Kommission wird im Rahmen der Strategie Europa 2020 veröffentlicht, deren Ziel die Förderung eines intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wachstums in Europa ist, der Binnenmarktakte1 und der begleitenden Strategie der Kommission zu Rechten des geistigen Eigentums (siehe IP/11/630) sowie der Digitalen Agenda für Europa (siehe IP/10/581).

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (1)

Kommentar schreiben

  1. […] den Originalbeitrag weiterlesen: EU-Kommission will Urheberrechtsschutz im Netz stärken Bookmarken Sie uns, Danke! Mit Klick auf diese Icons kann man diese Webseite mit anderen […]

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.