Wirtschaftsrecht

Disneyland Paris im Visier der EU-Kommission

Die EU-Kommission ist auf angeblich erhebliche Preisunterschiede in Disneyland Paris aufmerksam gemacht worden. Die Preisgestaltung soll je nach Nationalität und Wohnort der Besucher stark variieren.

Disneyland Paris im Visier der EU-Kommission© benqook - Fotolia

Disneyland Paris im Visier der EU-Kommission© benqook – Fotolia

So sollen laut der britischen Zeitung „Financial Times“ von deutschen und britischen Besuchern deutlich erhöhte Preise verlangt worden sein, im Vergleich zu den französischen Besuchern. Franzosen zahlten für ein Premium-Paket in Disneyland Paris in etwa 1.346 €, wobei Briten für das gleiche Premium-Paket 1.870 € und Deutsche sogar 2.447 € zahlten. Betroffen sollen auch im Internet angebotenen Einzeltickets sein. So soll etwa ein Tagesticket auf der deutschen Website 84 € gekostet haben und auf der französischen nur 47 €. Eine entsprechende Preisgestaltung verstößt gegen geltendes EU-Recht und wäre folglich unzulässig.

Verstoß gegen die EU-Richtlinie über Dienstleistungen im Binnenmarkt

Hierbei könnte es sich um einen Verstoß gegen Artikel 20 der Europäische Dienstleistungsrichtlinie 2006/123/EG handeln. Denn wenn Sie als EU-Bürger irgendwo in der EU Produkte oder Dienstleistungen kaufen bzw. in Anspruch nehmen, darf von Ihnen kein höherer Preis verlangt werden als von einheimischen Bürgern. Dies wäre eine ungerechtfertigte Preisdiskriminierung.

 

EU-Recht muss eingehalten werden

Aus EU-Kreisen hieß es, dass man diesen Vorwürfen nachgehe. Außerdem werde man sich zeit nah an die französischen Regierung wenden, denn schließlich muss diese sicherstellen, dass das EU-Recht auch umgesetzt und befolgt werde.

Euro Disney weist Vorwurf der Preisdiskriminierung zurück

In einer ersten Stellungnahme von Euro Disney, der Betreibergesellschaft von Disneyland Paris, wiesen diese die Vorwürfe zurück, räumten aber zeitgleich ein, dass es verschiedene Rabattaktionen von Land zu Land gäbe. Diese seien den unterschiedlichen Bedürfnissen und Gewohnheiten der jeweiligen Bewohner der Länder angepasst. Außerdem liefen solche Rabattaktionen in unterschiedlichen Ländern zu unterschiedlichen Zeiten ab. Ansonsten sei der Preis im gesamten Bereich der Europäischen Union der Selbe. Das Unternehmen sei auch bereit durch eine „sehr transparente“  Darlegung der Preispolitik dies entsprechend nachzuweisen. Bis jetzt seien aber weder die französische Regierung noch die EU-Kommission an Euro Disney herangetreten.(STK)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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