Wirtschaftsrecht

Der Dispo als Kostenfalle für Bankkunden

Banken und Sparkassen räumen ihren Kunden allzu gerne einen Dispo ein. Aber wehe dem, der sich drauf einlässt. Er wird oft gnadenlos abgezockt.

Wer halbwegs liquide ist, kommt heutzutage oft in den Genuss von einem Dispo. Alles scheint für den Kunden so einfach zu sein. Man kann eben mal am Monatsende das Konto überziehen, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen. Doch man sollte sich da nicht vorschnell von der Werbung der Banken und Sparkassen täuschen zu lassen. Wie wir bereits vor einigen Monaten berichtet haben, sind die Darlehenszinsen dafür ganz schön üppig. Nach der damaligen Untersuchung der Stiftung Warentest lag der Zins zwischen 6 und 15%. Im Durchschnitt musste der Kunde 11% Zinsen zahlen.

Diese Verhältnisse haben sich nicht gebessert. Laut einer aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest werden jetzt im Durchschnitt sogar 12,5% Zinsen für den Dispo fällig. Hinzu kommt, dass der eingeräumte Dispo bei finanziellen Engpässen sowie bei Arbeitslosigkeit oft ganz schnell widerrufen wird.

Kunden sollten daher lieber ein normales Darlehen aufnehmen, weil die Zinsen dafür normalerweise viel niedriger sind. Allerdings stellen sich viele Banken und Sparkassen quer, wenn Kunden vom Dispo zu einem Darlehen wechseln wollen. Dies haben Verbraucherschützer in einer Befragung festgestellt und fordern, dass der Gesetzgeber hier aktiv wird. Als Kunde sollten Sie sich das nicht gefallen lassen und notfalls am besten die Bank wechseln.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. Michael Karmann [Mobile] sagt:

    Wie soll der Kunde denn die Bank wechseln? Der Dispo ist angegriffen, einen Kredit gibt es nicht und evtl. besteht auch noch Arbeitslosigkeit. Der ist auf den Dispo angewiesen und bei seiner Bank verhaftet.

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