Wirtschaftsrecht

Anleger verlieren Lust an offenen Immobilienfonds – Nachfrage nach Immobilien steigt

Laut einer Studie der Ratingagentur Scope ist seit der letzten Reform des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) das Mittelaufkommen offener Immobilienfonds um mehr als die Hälfte eingebrochen. Der Grund dafür ist wohl darin zu sehen, dass in Zeiten niedriger Zinsen und einer ungewissen Zukunft hinsichtlich Weltwirtschaft und Währungen die deutschen Bundesbürger nach sicheren Investitionsmöglichkeiten suchen.

Anleger verlieren Lust an offenen Immobilienfonds©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

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Im Gegensatz zu vergangenen Zeiten spielen Immobilienfonds keine führende Rolle mehr. Dagegen steigt die Nachfrage nach Immobilien. Aufgrund niedriger Zinsen investieren immer mehr Anleger ihr angespartes Kapital in Immobilien. Hieran wird sich nach Aussage der Ratingagentur Scope wird sich daran auch in den nächsten Jahren nichts ändern.

Eine durchgeführte Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Sparte der Offenen Immobilienfonds einen Einbruch des Mittelaufkommens von nahezu 50% verzeichnen musste. Danach sind den Fondsgesellschaften rund eine Milliarde Euro weniger neue Mittel zugeflossen. So betrug das Mittelaufkommen in den erst vier Monaten des Jahres 2013 rund 1,6 Milliarden Euro. Im Vergleich dazu konnten die offenen Immobilienfonds im aktuellen Jahr bis Ende April lediglich 353 Millionen Euro einsammeln.

Reform bringt einige Änderungen für Anleger

Mit der letzten Reform des KAGB wurde die Stellung der Anleger eher verschlechtert. Anleger konnten bisher Anteile bis zur Höhe von 30.000 Euro jederzeit und nach Belieben verkaufen. Nach der Änderung müssen die Anteile mindestens zwei Jahre gehalten werden. Ferner gilt für den Verkauf der Anteile eine zwölfmonatige Kündigungsfrist.
Gewinner der Reform des KAGB sind dagegen die Immobilienpreise. Die zunehmende Nachfrage und Investition auf dem Immobilienmarkt haben zur Folge, dass Immobilienpreise Dimensionen annehmen, die für die Verkäufer äußerst lukrativ sind. Viele Experten befürchten allerdings durch die rasant steigenden Preise eine Blase und deren baldiges Platzen.
Wie es mit den offenen Immobilienfonds weiter gehen wird, bleibt abzuwarten. Der überwiegende Teil der Anbieter beurteilt die Lage dieses Jahr jedoch als gut bis sehr gut.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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