Wettbewerbsrecht

Wettbewerbszentrale rügt Werbung im Schulunterricht

Kinder können nicht die Mechanismen der Werbung durchschauen, deswegen gelten bei beim Thema Werbung und Kinder Sonderregelungen. Die Wettbewerbszentrale hat nun eine Werbeaktion an einer Schule gerügt.

Werbung im Schulunterricht ist grundsätzlich untersagt. Dennoch hat eine Sparkasse in Brandenburg an Schüler Gutscheine verteilt, bei deren Vorlage die Schüler bei einer Kontoeröffnung eine Gutschrift in Höhe von 10 Euro, die Schüler der Mittelstufe sogar 15 Euro gutgeschrieben bekommen haben.

Hier finden Sie Informationen zum Jugendmedienschutz

Bildnachweis: 2 girls and a boy at the laptop | Ingo Bartussek | Fotolia

Werbung: Verstoß gegen Schulgesetz

Die Wettbewerbszentrale beanstandete die Verteilung der Gutscheine als Verstoß gegen das im Schulgesetz verankerte Werbeverbot. Ausnahmen können jedoch im schulischen Interesse zugelassen werden, wenn die Verteilung z. B. zur Verpflegung von Schülern geeignet sei. Die Gutscheine zur Einlösung bei der Eröffnung eines Girokontos gehören jedoch nicht dazu, so die Wettbewerbszentrale weiter.

Direkte Aufforderung

Darüber hinaus rügte die Wettbewerbszentrale einen Verstoß gegen das im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verankerte Verbot, unmittelbar an Kinder die Aufforderung zu richten, selbst die beworbene Ware zu erwerben oder die beworbenen Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen (Anh. Nr. 28 zu § 3 Abs. 3 UWG), so die Meldung der Wettbewerbszentrale weiter. Zudem stelle das Guthaben von 10 bzw 15 Euro einen unangemessen unsachlichen Einfluss auf die Kinder und Jugendlichen dar (§ 4 Nr. 1 UWG) Die betroffene Sparkasse habe bereits eine Unterlassungserklärung abgegeben, so die Meldung weiter.

Kinder erkennen Online-Werbung oft nicht

Doch nicht nur Werbung im realen Leben ist ein Problem, Auch im Internet sind Kinder ständig mit Werbung konfrontiert. Im vergangenen Jahr hatte die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) und das Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine gemeinsame Studie zum Thema «Kinder und Werbung im Internet« veröffentlicht. Darin kam man zu dem Ergebnis, dass nur 18 Prozent der Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren in der Lage sind, Werbebotschaften eindeutig zu identifizieren. Insgesamt enthalten rund die Hälfte der 100 Lieblings-Webseiten von Kindern Werbung oder werbliche Botschaften. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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