Wettbewerbsrecht

Wettbewerbszentrale: Irreführung und mangelnde Information häufigste Gründe für Beanstandungen

Die Wettbewerbszentrale hat ihren Jahresbericht für 2012 vorgelegt. Daraus geht hervor, dass vor allem Irreführung und mangelnde Information der Verbraucher die häufigsten Gründe für Beanstandungen gewesen sind.

 

irreführung, werbung, rechtsanwalt

© ferkelraggae-Fotolia

Ingesamt habe die Wettbewerbszentrale über 13.000 Beschwerden und Anfragen über unlauteren Wettbewerb im Jahr 2012 behandelt, so die Angaben der Wettbewerbszentrale. Dabei seien die Beschwerden über belästigende Werbung, vergleichende Werbung, Behinderung und sonstige Verstöße gegen Marktverhaltensregelungen im vergangenen Jahr zurückgegangen. Die Beschwerden wegen Irreführung und Verletzung von Informations- und Kennzeichnungspflichten hingegen seien um etwa 4,5 % auf knapp 7.500 gestiegen, so die Meldung weiter. Mit insgesamt 56,4% macht dieses Segment mehr als die Hälfte der Arbeit der Wettbewerbszentrale im letzten Jahr aus. In 24,4% aller von der Wettbewerbszentrale bearbeiteten Fälle waren Verstöße gegen Marktverhaltensregeln zu prüfen.

Beschwerden über Intransparenz und Irreführung

Vor allem die Beschwerden über Irreführungen und Intransparenzen beim Preis als eines der wesentlichen Wettbewerbsparameter hätten überproportional, und zwar um etwa 20 %, zugenommen. Irreführungen über die Produkteigenschaften und -ausstattungen seien hingegen um 2,7 % zurückgegangen, so die Angaben der Wettbewerbszentrale.

Insgesamt sei die Wettbewerbszentrale in rund 700 Fällen vor Gericht gezogen, da keine außergerichtliche Einigung möglich gewesen sei. In den meisten Fällen jedoch hätten die Unternehmen die Beanstandungen der Wettbewerbszentrale ohne Gerichtsverfahren akzeptiert.

Irreführende Werbung

2012 gab es viele Werbeaussagen, die für den Kunden irreführend waren, wie z. B. die Werbungen für mobile Internet-Flatrates. Dort wurde mit Aussagen wie „ohne Limit surfen“ oder „grenzenlos surfen“ geworben, obwohl die Geschwindigkeit der Datenübertragung ab einem bestimmten Datenvolumen von den Anbietern deutlich reduziert werde. Dies sei irreführend für den Endverbraucher, so die Kritik der Wettbewerbszentrale.

Auch bei Angaben von Preisen habe man Wettbewerbsverstöße feststellen müssen. So seien u. a. zusätzliche Kosten unterschlagen worden, auf besonders hohe Vergleichspreise verwiesen worden oder sogar Preisvergleiche erschwert worden, indem wesentliche Produktinformationen dem Verbraucher vorenthalten wurden, so die Meldung weiter. Diese Praxis der Preismogelei hätte man Dingen des täglichen Gebrauchs, aber auch bei Banken, die ihre Kredite damit beworben haben, gefunden.

Unlauterer Wettbewerb auch im Gesundheitswesen

Doch nicht nur im wirtschaftlichen Bereich sei man auf Beispiele für unlauteren Wettbewerb gestoßen, auch im Gesundheitswesen treffe man diese Praxis an. Es habe so Beschwerden über Fachärzte gegeben, die entgegen den berufsrechtlichen Bestimmungen ihre Patienten zur Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln an bestimmte Lieferanten – etwa Augenoptiker oder Hörgeräteakustiker – verwiesen haben, so die Meldung weiter. Diese Zuweisungspraktiken seien wettbewerbsverzerrend und der Patient werde in seiner Wahlfreiheit in Bezug auf die Auswahl der Lieferanten beeinträchtigt, so die Meldung weiter.

Den gesamten Jahresbericht finden Sie hier

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (1)

Kommentar schreiben

  1. Ich bin letztes Jahr in die Abofalle Topmail gmx geraten.
    Habe leichtsinnig zum Testen das Angebot angeklickt.
    Nach Rechnungsstellung hat meine Frau aus Angst vor Schwierigkeiten bezahlt.
    Ich habe dummerweise gedacht nun hat meine Frau mit der Bezahlung Topmail gebucht deswegen habe ich Zeit zum Kündigen.
    Für mich kam überraschend eine neue Rechnung. Habe dagegen bei gmx reklamiert und bin mit meiner Beschwerde abgeblitzt.
    Habe mich an Herrn Forner gewandt und Ihn an sein Versprechen Kulant und kompetent zu helfen.
    Dieses Versprechen hat Hr.Forner von 1&1 unverzüglich in die Tat umgesetzt und den Vertrag storniert und den Betrag welchen ich bereits bezahlt habe gutgeschrieben.
    Die Angelegenheit wurde damit zu meiner vollsten Zufriedenheit durch Hr.Forner erledigt.

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.