Wettbewerbsrecht

Werbung mit akademischen Titeln kann Irreführung sein

Mit Urteil vom 12.12.2014 (Az. 15 O 7/14) hat das Landgericht Wuppertal entschieden, dass das Werben mit einem akademischen Grad unzulässig ist, wenn dieser tatsächlich nicht erlangt wurde.

Werbung mit akademischen Titeln©-Thomas-Jansa-Fotolia

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Im vorliegenden Fall geht es konkret um einen Golflehrer,  der sich auf seiner Internetseite als „Diplom-Golflehrer“ bezeichnete, wogegen der Kläger, der ebenfalls Golflehrer ist, vortrug, dass ein solcher Auftritt unter einer derartigen Bezeichnung irreführend sei und deshalb auch wettbewerbswidrig, da er unstreitig nicht über einen solchen Diplom als akademischen Grad verfüge.

Dagegen argumentierte der Beklagte, dass die Bezeichnung „Diplom Golflehrer“ in dieser Branche üblicherweise nicht als akademischer Grad verstanden, sondern nur von solchen Golflehrern geführt wird, die mehrere Qualifikationen erworben und hierüber auch entsprechende Urkunden erhalten haben.

Dieser Ansicht ist das Landgericht Wuppertal nicht gefolgt und bestätigte somit den Kläger in seiner Meinung, dass in der Benutzung des Begriffs „Diplom“ eine irreführende Angabe über die berufliche Befähigung und Qualifikation des Beklagten zu sehen ist.
Denn nach wie vor ist das Diplom in Deutschland  als ein häufig verliehener akademischer Grad bekannt, so dass nach dem Verständnis des inländischen Rechtsverkehrs in aller Regel daher noch immer eine akademische Ausbildung des Verwenders in diesem Berufsbereich erwartet wird.
Etwaige Gründe dafür, dass  bei Golflehrern ausnahmsweise etwas anderes gelten soll , sind nach dem Urteil des Landgerichts nicht ersichtlich, insbesonders genügen dafür keine anderweitig erworbenen Qualifikationen, auch wenn diese beurkundet wurden.

Daraus folgt, dass bei der Benutzung akademischer Titel zu Werbezwecken Vorsicht geboten ist, da diesen im deutschen Rechtsverkehr ein besonderer Vertrauensschutz zukommt und daher auch besonders zu schützen sind.(NUG)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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