Medienrecht

VPRT fordert Regulierungen bei HbbTV

Dass das lineare TV auch in Zukunft für die Zuschauer relevant bleiben wird, davon wird gemeinhin ausgegangen. Jedoch, und das ist ebenfalls unbestritten, werden Video-on-Demand-Angebote für mobile Endgeräte zunehmend an Bedeutung gewinnen und das reguläre TV-Programm ergänzen. Hinzu kommen hybride TV-Geräte, bei denen dank IPTV oder Video-on-Demand-Angeboten Internet und lineares TV zunehmend verschmelzen werden.

Für den Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) ergibt sich aus letzterer Entwicklung eine absurde Regulierungssituation, so eine Meldung des VPRT. Problematisch seien die unterschiedlichen gesetzlichen Vorgaben der jeweiligen Medien: wo beispielsweise die Rundfunkgesetze strenge Vorgaben bezüglich Werbung von TV-Anbietern haben, seien Internetanbieter davon nicht betroffen. Die Überblendung des TV-Programms mit eigener Werbung durch Drittanbieter stelle nach Ansicht des VPRT infofern eine besondere Gefahr dar, da diese ein Geschäftsmodell auf der Reichweite der TV-Sender aufbauen, so die Meldung weiter.

Der VPRT fordert daher Regulierungen, die sicherstellen sollen, dass alle Anbieter von Fernseh- und Radioprogrammen einen fairen und gleichberechtigten Zugang zu den Endgeräten haben sollen. Auch eine gleichberechtigte Auffindbarkeit müsse sichergestellt werden. Mit elektronischen Programmführern (EPG) könnten Kabelnetzbetreiber kleinere Sender gefährden, da durch eine Änderung in der EPG-Belegung der Zuschauer Sender nicht mehr finden könne, so die Meldung weiter.

„Sortiert ein Kabelnetzbetreiber seine Senderliste über Nacht um, stehen besonders kleine Programmanbeiter plötzlich vor der Gefahr, dass Sie mit einem Schlag aus der Präsenz des Zuschauers verschwinden. Dieser findet die kleinen Sender auf anhieb häufig dann nicht mehr“, sagte VPRT-Geschäftsführer Claus Grewenig nach Angaben des Branchenmagazins „dwdl.de“ auf der TV Komm.2012 in Karlsruhe.

Eine systematisch geordnete und für Netzbetreiber verpflichtende Belegungsliste könnte in diesem Punkt eine mögliche Lösung sein.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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