Wettbewerbsrecht

Vodafone darf mit „Sky für unterwegs“ nicht mehr werben

Am 10.10.2014 entschied das Landgericht Düsseldorf (Az.: 38 O 25/14), dass Vodafone eine irreführende Werbung zu unterlassen habe. Hintergrund war ein von Vodafone zur Verfügung gestelltes Bundesliga-Paket „Sky für unterwegs“, mit dem man bequem über eine „MobileTV App“ alle Spiele der Ersten und Zweiten Bundesliga sehen konnte. Als sich jedoch herausstellte, dass das Datenvolumen dieses Pakets bereits nach circa zwei Spielen verbraucht war, klagte die Verbraucherzentrale Bayern auf Unterlassung. Dadurch, dass Angebot und Realität voneinander abwichen, liege eine unlautere, irreführende Werbung vor, § 5 Abs. 1 UWG.

 

 Vodafone darf mit „Sky für unterwegs“ nicht mehr werben  ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Vodafone darf mit „Sky für unterwegs“ nicht mehr werben ©-Thomas-Jansa-Fotolia

Fehlvorstellungen bei Kunden hervorgerufen

Kunden von Vodafone konnten also ein Paket in Höhe von 2 Gigabyte hinzu buchen. War dieses dann nach einem oder zwei Fußballspielen verbraucht, konnten die Kunden die App nur noch über eine WLAN-Verbindung nutzen. Da dies für einen Durchschnittsverbraucher nicht erkennbar war – immerhin buchten sie das Paket für „unterwegs“ – liege eine Fehlvorstellung beim Kunden vor. Insoweit entspricht das Urteil des LG Düsseldorf der Klageschrift der Verbraucherzentrale Bayern.

Vodafone setzt Urteil nicht zufriedenstellend um

Leider zieht dieses Urteil des LG Düsseldorf nicht die Folgen mit sich, die sich die Verbraucherzentrale erhofft hatte. Das Angebot wurde seitens Vodafone zwar leicht modifiziert, leider jedoch die dazugehörige Werbung nicht. Die Spiele können nun nur noch über WLAN oder ein zusätzlich erworbenes Datenpaket angeschaut werden. Dennoch wird damit geworben, dass Kunden alle Spiele der Ersten und Zweiten Bundesliga „mitverfolgen“ können. Laut Verbraucherzentrale Bayern ist dies nach wie vor eine irreführende, zu unterlassende Werbung. Da das Urteil des LG Düsseldorf noch nicht rechtskräftig ist, bleibt offen, was in diesem Rechtsstreit geschehen wird.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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