Medienrecht

Unitymedia will auf Grundverschlüsselung verzichten

Nachdem das Bundeskartellamt seine Bedenken bezüglich der Übernahme von Kabel BW durch den US-Konzern Liberty Global geäußert hat, kündigte nun Unitymedia, ein Tochterunternehmen von Liberty Global, Zugeständnisse an.

Erst kürzlich hatte Unitymedia in einer vorläufigen Stellungnahme bekannt gegeben, man wäre bereit, künftig digitale Free-TV-Kanäle unverschlüsselt zu übertragen. Nun macht das Unternehmen Nägel mit Köpfen und hebt im Gestattungsmarkt die Grundverschlüsselung der digitalen Free-TV-Sender auf, um so den Wettbewerb zu fördern.

Lutz Schüler, CEO von Unitymedia sagte dazu: „Um die Bedenken des Kartellamts auszuräumen, bringen wir mehr Wettbewerb in den Gestattungsmarkt, indem wir unter anderem auf die Grundverschlüsselung von digitalem Free-TV in unserem Verbreitungsgebiet verzichten. Dies würde den Kunden, den Wohnungsbaugesellschaften und auch unseren Wettbewerbern erhebliche Vorteile bieten. Unsere Zugeständnisse eröffnen eine einmalige Chance für einen Paradigmenwechsel im deutschen Fernsehmarkt, den es ohne die Akquisition nicht geben wird.“

Somit wäre in den Regionen Nordrhein-Westfalen und Hessen die Verbreitung von digitalem Free-TV unverschlüsselt, über Kabel Baden-Württemberg ist die Verbreitung bereits unverschlüsselt. Bei Zustimmung der Sender könne dies auch für HD-Signale gelten, das Angebot könne zum 1. Januar 2013 umgesetzt werden, so die Meldung der Unitymedia.

Aus dem Verzicht auf die Grundverschlüsselung ergibt sich laut Pressemitteilung dass…

  • Kabelkunden das digitale TV-Basisangebot automatisch und ohne Digital Receiver von Unitymedia, also entweder direkt über ihr Fernsehgerät mit eingebautem Receiver oder durch einen Receiver ihrer Wahl, empfangen können
  • Wohnungsbaugesellschaften künftig ihren Mietern einfacher digitales Free-TV anbieten und auch den Anbieter zur Lieferung des TV-Signals leichter wechseln können
  • alternative Anbieter, wie beispielsweise Netzebene-4-Betreiber, und neue TV-Anbieter, wie etwa national aufgestellte Telekommunikationsunternehmen, einfacher in den Wettbewerb um Verträge für die Signallieferung bei Wohnungsbau-gesellschaften treten können, die derzeit von Unitymedia und Kabel Baden-Württemberg versorgt werden. Sie können außerdem die Signale des digitalen TV-Grundpakets von Unitymedia mit eigenen Diensten wie Internet und Telefon bündeln.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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