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Unister GmbH unter Verdacht :

Abzocke-Vorwürfe gegen ab-in-den-urlaub.de, fluege.de und Co.

Das Internetunternehmen Unister, das Portale wie fluege.de, Travel24.com, oder ab-in-den-urlaub.de betreibt und von Verbraucherschützern heftig kritisiert wird, steht laut der Zeitschrift Computer Bild unter dem Verdacht, seine Kunden zu betrügen.

Laut Computer Bild versuche sich das Unternehmen mit Hilfe fragwürdiger Methoden auf Kosten der Kunden zu bereichern. Konkret wird der Unister GmbH vorgeworfen, mittels Klick-Fallen bei Urlaubsbuchungen, frei erfundenen Preisreduzierungen und nutzlosen, aber teuren Serviceangeboten, Verbraucher abzuzocken. Beispielsweise besteht auf dem Portal Fluege.de die Voreinstellung, dass eine Reiseschutzversicherung gewünscht ist. Wer nicht genau liest, hat schnell ein Reiseschutzabonnement gebucht, das sich im Folgejahr automatisch verlängert.

Unister streitet diese Vorwürfe ab und sendete eine 17-seitige Abmahnung an den Axel Springer-Verlag. Hauptvorwurf dieser Abmahnung: Ehemalige ‚Insider‘ seien angeblich an der „Diffamierung“  der Unister GmbH interessiert. Denn die Computer Bild Redaktion beruft sich auf Aussagen ehemaliger Unister-Mitarbeiter. Laut Unister gehöre zu diesen Informanten auch ein Ex-Flugmanager, der derzeit ein Konkurrenzportal aufbaue. Unister betonte gegenüber dem IT-Portal Golem, dass es sich bei den Aussagen der ehemaligen Mitarbeiter um Verleumdungen handele und man aufgrund dessen mit einer Abmahnung reagiert habe. In dem Schreiben der vertretenden Kanzlei wird Computer Bild eine grob fehlerhafte Recherche vorgeworfen. Besonders die Ausführungen des ehemaligen Flugmanagers, der derzeit ein Konkurrenzunternehmen leite, könne man nicht als Richtwert sehen, da dieser ein persönliches Interesse an der Schädigung des Unternehmens habe. Den Vorwurf seitens Computer Bild, dass Unister zu keiner Stellungnahme bereit war, wird ebenfalls massiv zurückgewiesen. Denn das Unternehmen erklärte sich gegenüber Computer Bild zu einem Gespräch bereit, das jedoch nie zustande kam. Stattdessen sei der Artikel veröffentlicht worden. Unzutreffend sei auch, dass der Kunde auf fluege.de durch eine Klick-Falle in ein Reiseschutzabonnement gerate. Vielmehr könne der Nutzer während des Kaufs sogar zweimal darüber entscheiden, ob er eine Reiseversicherung abschließen möchte. Im Rahmen der Abmahnung werden sämtliche Kritikpunkte des Magazins Computer Bild behandelt.

Der Axel-Springer-Verlag erhielt eine mit 20.000 Euro strafbewehrte Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung. Mittlerweile ist bekannt, dass Computer Bild bei seiner Darstellung bleibt und die Unterlassungserklärung nicht unterzeichnen wird.

 

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