Wettbewerbsrecht

Teure In-App-Käufe: Spotify wehrt sich gegen Apple

Schon seit mehreren Jahren kritisiert Musik-Streaming-Anbieter Spotify das Geschäftsgebaren von Apple. Nun hat Spotify Beschwerde bei der EU-Kommission eingelegt. Konkret richtet sich die Kritik gegen die hohen Provisionen für In-App-Käufe und die Ungleichbehandlung im Vergleich zu Apple-eigenen Diensten.

Hohe Provisionen

Der schwedische Streaming Anbieter möchte sein werbefreies Premium-Abo gern über den App Store von Apple vertreiben. Dies würde den Vertrieb erheblich erleichtern, da Nutzer ihr Abo dann per In-App-Kauf abschließen könnten, ohne wie derzeit die App verlassen zu müssen. Spotify erhofft sich hiervon mehr zahlende Nutzer. Grundsätzlich stellt sich Apple dem nicht entgegen, allerdings verlangt der Tech-Riese aus den USA hierfür einen Anteil von 30 Prozent des Erlöses. Laut Spotify würde dies bedeuten, dass man den Abo-Preis von derzeit 9,99 Euro auf 12,99 Euro anheben müsste, um weiterhin kostendeckend arbeiten zu können. Im Jahr 2014 gab Spotify schließlich nach, hob den Abo-Preis aus 12,99 Euro an und Nutzer konnten fortan ihre Abos innerhalb der App verwalten.

Ein Jahr später startete das US-Unternehmen dann schließlich mit Apple Music seinen eigenen Streaming-Dienst. Ein Monatsabo hierfür lässt sich unkompliziert im App Store abschließen und verwalten. Jedoch muss Apple für seinen Dienst keine 30 Prozent Provision entrichten, sodass ein Apple Music-Abo bereits für 9,99 Euro erhältlich ist. Spotify fühlt sich dadurch benachteiligt, da sie sich durch das Verhalten von Apple in ihrer Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt sehen, denn viele Nutzer könnten nicht nachvollziehen, warum sie bei dem schwedischen Unternehmen für dieselbe Leistung mehr Geld zahlen sollten und deshalb lieber ein Apple Music-Abo abschließen

Kein Zugang zu Siri

Des Weiteren kritisiert Spotify, dass Apple dem Streaming-Dienst absichtlich den Zugang zu seiner Infrastruktur wie der Sprachassistentin Siri, dem Lautsprechersystem HomePod oder lange Zeit auch der Apple Watch verweigert. Außerdem würden immer wieder willkürlich Updates der App von Apple abgelehnt. Der Streaming-Dienst wirft dem US-Unternehmen vor, Spotify dadurch systematisch verdrängen zu wollen.

Spotify hat sich nun an die EU-Kommission gewendet und die Implementierung einheitlicher Wettbewerbsbedingungen verlangt. Die europäischen Wettbewerbshüter haben sich nun damit auseinanderzusetzen, ob Apple seine Marktmacht tatsächlich missbräuchlich ausnutzt und wie dem Einhalt geboten werden könne.

fho


Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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