Wettbewerbsrecht

LG Stuttgart: Stopp der irreführenden Werbung für Mercedes S-Klasse in Printanzeigen

Laut einer vom Landgericht Stuttgart erlassenen einstweiligen Verfügung, erwirkt durch die Deutsche Umwelthilfe (DUH), muss Mercedes seine Werbekampagne für das neue S-Klasse Modell in Teilen ändern.

Stopp der irreführenden Werbung für Mercedes S-Klasse in Printanzeigen © Africa Studio - Fotolia.com

Stopp der irreführenden Werbung für Mercedes S-Klasse in Printanzeigen © Africa Studio – Fotolia.com

 

Kampagne irreführend

Jürgen Resch (DUH-Bundesgeschäftsführer) sieht die Mercedes Kampagne als „besonders dreisten Fall von Verbrauchertäuschung“, da die Kampagne die neue S-Klasse als umweltverträglicher darstellt als sie tatsächlich ist und somit irreführend sei.

Angaben zur Effizienzklasse geschönt

Laut Werbung in den Printmedien verbraucht die Mercedes S-Klasse auf 100 Kilometern maximal 9,7 Liter Benzin und stößt höchstens 225 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus.

Diese Angaben treffen aber, zumindest für die sportlichste Version der Luxuslimousine, der Variante S63 AMG mit 585 PS, nicht zu. Dieses Modell verbraucht 10,1 Liter auf 100 Kilometern, in der Langversion sogar 10,3 Liter und damit deutlich mehr als in den beanstandeten Anzeigen.

Mercedes bleibt gelassen

Werbeanzeigen in Printmedien haben eine lange Vorlaufzeit. Als Mercedes die Anzeigen gebucht hatte, war die AMG-Version weder publiziert noch eine Verkaufsfreigabe erfolgt. Folglich habe man zu diesem Zeitpunkt keine Veranlassung gesehen, das AMG-Modell in der Anzeige mit Verbrauchsangaben oder Effizienzklassen zu berücksichtigen, so eine Sprecherin des Autobauers. Inzwischen hat man die Werte für Durchschnittsverbrauch und CO2-Ausstoß und hat diese auch stets korrekt auf der Hersteller Internetseite angegeben.

Fazit: Keine gezielte Täuschung, sondern ungünstige Zeitplanung

Nach Aussage des Herstellers sind in allen aktuellen Werbungen die korrekten Werte der einzelnen Modelle aufgeführt.

Bei Zuwiderhandlung wäre nach Gerichtsangaben ein Ordnungsgeld von bis zu einer Viertelmillion Euro fällig.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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