Wettbewerbsrecht

Radiosender verlost Schönheits-OP – Ist das verboten?

Der Radiosender Radio RTL Berlin führte derzeit eine Aktion unter dem Namen „Arno zahlt Deine Schönheits-OP!“ durch. Die Wettbewerbszentrale ist der Auffassung, dass die Werbeaktion gegen das Heilmittelwerbegesetz verstößt und fordert die umgehende Einstellung.

Radiosender verlost Schönheits-OP – Fotolia.de – © detailblick-foto

RTL Radio Center Berlin ist mir einer fragwürdigen Werbeaktion auf Sendung gegangen. Der Radiosender verloste unter dem Namen „Arno zahlt Deine Schönheits-OP!“ die Kostenübernahme einer solchen Operation.

Die Hörer des Radiosenders wurden in der Sendung dazu aufgefordert, Bewerbungen mit einem Foto der eigenen Problemzone an einen bestimmten namentlich genannten Arzt zu senden. Die Anfragen würden vertraulich behandelt. Der Gewinner der Aktion sollte dann im Rahmen der Radiosendung zu einem bestimmten Zeitpunkt genannt werden.

Werbung für Schönheits-OP ist verboten

Die Wettbewerbszentrale als größte Selbstkontrollinstitution für fairen Wettbewerb hat die Werbeaktion des Radiosenders als rechtswidrig bewertet und den Sender zur Beendigung aufgefordert. Nach Ansicht der Wettbewerbshüter verbiete § 11 Heilmittelwerbegesetz (HWG) eine solche Werbung für Schönheitsoperationen. Gesetzlich verboten sei damit auch die Verlosung solcher Operationen. Darüber hinaus sei Ärzten auch aus berufsrechtlicher Sicht eine solche Werbemaßnahme untersagt. Ebenfalls verboten sind beispielsweise Werbekampagnen mit Vorher-Nacher-Fotos.

Christiane Köber, zuständig für den Bereich Gesundheit bei der Wettbewerbszentrale, machte deutlich, dass solche Aktionen die Ziele des Gesetzgebers konterkarieren. Die Verlosung von Schönheitsoperationen bagatellisiere die vorhandenen Risiken, die mit Operationen verbunden seien.

Verlosung für Schönheitsoperationen kein Einzelfall

In der Vergangenheit haben bereits wiederholt Unternehmen Schönheitsoperationen verlost. Oftmals sind die Werbeaktionen dann von Gerichten als rechtswidrig bewertet worden. Erst im Januar hatte ein Radiosender eine Brustoperation verlost. Auch in diesem Fall ist die Wettbewerbszentrale tätig geworden und hat den Radiosender erfolgreich zur Beendigung der Aktion aufgefordert.

Auch eine sogenannte Rückwärtsauktion für Schönheitsoperationen ist rechtswidrig. So hat das Landgericht München entschieden, dass eine Verkaufsaktion gegen § 11 HWG verstößt, bei der Preis für eine Schönheits-OP in einem vorgegebenen Rhythmus sinkt und derjenige, der zuerst bietet, den Zuschlag erhält (Urteil vom 13.08.2009, Az. 4HK O 9341/09).

Unternehmen ist von der Durchführung solcher Werbeaktionen abzuraten. Die Verlosung von medizinischen Eingriffen verstößt regelmäßig gegen das Heilmittelwerbegesetz und kann entsprechend rechtlich sanktioniert werden.

chb

In diesem Zusammenhang könnte Sie auch folgendes Video unserer Kanzlei interessieren:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×