Wettbewerbsrecht

Produzentenallianz gegen EU-Geoblocking-Verbot

Die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen hat sich gegen ein Verbot des EU-Geoblockings ausgesprochen.

Streamingdienste sind gerade eine ernstzunehmende Konkurrenz für das lineare Fernsehen, immer mehr Zuschauer nutzen das Wunschprogramm auf Tastendruck. Doch manche Serien oder Filme sind bei bestimmten Anbietern nur in anderen Ländern und nicht in Deutschland verfügbar. Die Europäische Kommission will ein Verbot von Geoblocking-Maßnahmen einführen, was einen europaweiten Zugriff auf alle VoD Angebote ermöglichen würde.

© Martin Schumann - Fotolia.com

© Martin Schumann – Fotolia.com

Geoblocking für differenzierte Auswertung relevant

Die Produzentenallianz hat sich nun gegen diese Pläne ausgesprochen. Die Vergabe territorial begrenzter Lizenzen und der hierzu erforderliche Einsatz von Geoblocking-Maßnahmen mache eine zeitlich und örtlich differenzierte Auswertung audiovisueller Inhalte in verschiedenen Territorien erst möglich – und stelle damit die Voraussetzung für eine erfolgreiche Wertschöpfung in diesem wichtigen Bereich der Kreativindustrien her, so die Meldung der Produzentenallianz.

Grundlage für europäischen Film gefährdet

„Sollte die EU-Kommission ihren Plan verwirklichen, zur Schaffung eines einheitlichen digitalen Binnenmarktes das Geoblocking zu verbieten, würde sie die Grundlage für die Finanzierung und Vermarktung europäischer Filme vernichten“, erklärt Alexander Thies, Vorsitzender des Gesamtvorstands der Produzentenallianz.

„Ein dramatischer Preisverfall für Lizenzen und Garantiezahlungen würde die Realisierung von Filmen, die durch ihre nationale Herkunft geprägt sind und die gerade die Vielfalt des europäischen Filmschaffens ausmachen, katastrophal schwächen. Das wäre auch im Sinne des europäischen Gedankens die ganz sicher nicht gewollte Folge einer Politik, die für das Dogma des digitalen Binnenmarktes die Gegebenheiten des Marktes ausblendet. Das Ergebnis wäre nicht die Zunahme der Zahl europaweit verfügbarer europäischer Filme, sondern ein dramatischer Rückgang der Filmproduktion in Europa und ein Verlust der kulturellen Vielfalt in diesem Bereich“, so Thies weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (2)

Kommentar schreiben | Trackback URL

  1. Andrea sagt:

    Sorry aber bei diesem Thema sieht es so aus, dass die Mehrheit der User GEGEN Geoblocking steht. Außerdem sind die Piraten schon wieder schwer am Rocken gegen Geoblocking:

    https://www.piratenpartei.de/2016/05/25/piraten-neue-geoblocking-massnahmen-der-eu-verfehlen-ziel-kampagne-gestartet/

    Und hier geht es zu der Aktion weiter:

    https://endgeoblocking.eu/

    Hier gibt es auch ein gutes Factsheet mit Argumenten gegen das Geoblocking. Und ich gebe offen zu: nicht nur Herrn Andrus Ansip nervt dieses Geoblocking tierisch sondern auch mich. Warum sollen wir deutschen User bitte von extrem vielen Inhalten auf youtube ausgeschlossen bleiben?? Was soll diese Diskriminierung?? Sowas ist verboten ueber Artikel 3 Grundgesetz (Diskriminierung nach nationaler Herkunft) und nach Artikel 21 EU-Grundrechte-Charta (Diskriminierungsverbot nach nationaler Herkunft).

    Und von daher zeige ich diesen Geoblockern mal ueber dieses Teil:

    https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/youtube-unblocker-plus/

    die ROTE KARTE und zwar zu recht! Es reicht mit dem Geoblocking und mit diesen Unverschämtheiten die sich diese Grenzbeamtem im Netz erlauben (angefangen von unveschämtem Abbrechen der Internetverbindung, kuenstlichem Verlangsamen der Downloadgeschwindigkeit und anderen solchen Unverschämtheiten). Aber ich habe rausgefunden was dagegen hilft: ein Hard-Reset des Routers! Tja… die werte Filmindustrie kämpft hier auf verlorenem Posten und sollte endlich einsehen, dass sie verloren hat!

    Uebrigens: solche Diskriminierungen sind auch ueber internationales Recht (UN-Zivilpakt und UN-Menschenrechts-Charta) verboten. Im UN-Zivilpakt ist das Artikel 26 der da lautet wie folgt:

    http://www.zivilpakt.de/allgemeiner-gleichheitssatz-3405/

    „Artikel 26“
    „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Diskriminierung Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. In dieser Hinsicht hat das Gesetz jede Diskriminierung zu verbieten und allen Menschen gegen jede Diskriminierung, wie insbesondere wegen der Rasse, der Hautfarbe, des Geschlechts, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen oder sozialen Herkunft, des Vermögens, der Geburt oder des sonstigen Status, gleichen und wirksamen Schutz zu gewährleisten.“

    Von daher: Geoblocking ist illegal und verstößt nicht nur gegen unser Grundgesetz Artikel 3 sondern auch gegen EU-Recht (EU-Grundrechte-Charta Artikel 21) sowie auch gegen internationales Recht! Weg mit dem Geoblocking in die Muelltonne der Zeitgeschichte!

  2. Andrea sagt:

    Weiterhin sehe ich es so, dass dieses Geoblocking auf youtube, Netflix und weiteren solchen Streamingportalen

    a) verfassungswidrig ist gemäß Artikel 3 GG (Diskriminierungsverbot):

    https://dejure.org/gesetze/GG/3.html

    „(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

    b) eu-rechtswidrig ist gemäß EU-Grundrechte-Charta Artikel 21:

    http://www.europarl.de/resource/static/files/europa_grundrechtecharta/_30.03.2010.pdf

    „Artikel 21″
    Nichtdiskriminierung“

    „(1) Diskriminierungen insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen
    Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung sind verboten.“

    „(2) Unbeschadet besonderer Bestimmungen der Verträge ist in ihrem Anwendungsbereich jede Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit verboten.“

    und

    c) gegen internationales Recht verstößt (UN-Zivilpakt Artikel 26):

    http://www.zivilpakt.de/allgemeiner-gleichheitssatz-3405/

    „Artikel 26“
    „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Diskriminierung Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. In dieser Hinsicht hat das Gesetz jede Diskriminierung zu verbieten und allen Menschen gegen jede Diskriminierung, wie insbesondere wegen der Rasse, der Hautfarbe, des Geschlechts, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen oder sozialen Herkunft, des Vermögens, der Geburt oder des sonstigen Status, gleichen und wirksamen Schutz zu gewährleisten.“
    _______________________________________________________

    Ergo: das Geoblocking auf youtube, Netflix und anderen solchen Streamingportalen MUSS ersatzlos fallen, ob es diesen Contentlern passt oder nicht.

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×