Wettbewerbsrecht

OLG Köln: Vorschaltwerbung auf einem Kinder Online-Spieleportal ist nicht wettbewerbswidrig

Das Oberlandesgericht Köln (OLG) hat entschieden, dass die Vorschaltwerbung auf einem Kinder Online-Spieleportal nicht wettbewerbswidrig ist, da diese keine unzumutbare Belästigung im Sinne des Gesetzes darstellt (Az. 6 U 132/12).

Bevor das Spiel beginnt wird eine 10 Sekunden lange Werbung gezeigt

Der Betreiber eines Online Spiels für Kinder „www.spielaffe.de“ finanziert sein Portal über Werbeeinahmen. Auf diese Weise ist er in der Lage sein Spiel kostenlos anzubieten. Das Portal bietet mehrere Spielekategorien an, auf die man klicken kann, um das Spiel in Gang zu setzten. Nach dem Klick erscheint erst einmal eine teils durch bewegte Bilder animierte Vorschaltwerbung in Gestalt eines Videoclips. Das Werbefenster enthält den Hinweis, dass diese Werbung zur Finanzierungszwecken gezeigt wird. Das Wort „Werbung“ erscheint oberhalb des Werbefensters. Nach fünf Sekunden hat der Spieler die Möglichkeit auf ein Feld zu klicken und die Werbung zu überspringen um das Spiel zu beginnen. Tut er dies nicht, schaltet sich die Werbung fünf Sekunden später von selbst aus. Dem Betreiber wurde vorgeworfen unlauter zu handeln. Die Vorschaltwerbung verstoße gegen das Wettbewerbsrecht, da diese eine unzumutbare Belästigung darstelle.

Vorschaltwerbung ist bei dieser Dauer keine unzumutbare Belästigung

Das Gericht entschied, dass diese Vorschaltwerbung keine unzumutbare Belästigung, auch nicht des kindlichen Internetnutzers darstellt. Als Begründung führte das Gericht an, dass die Werbung insgesamt nur kurz (10 Sekunden) andauert und dass das Warten darauf, dass die Werbung automatisch aufhört, im Verhältnis zu der auch schon von Kindern im Alltag wahrgenommenen Fernsehwerbung, relativ kurz ist. Somit kann hier nicht von einer erhöhten Belästigung ausgegangen werden kann. Ein Unterlassungsanspruch aus den §§ 8 Abs. 1 S. 1,7 UWG besteht daher nicht. Ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht ist nur insofern anzunehmen, als dass die Werbeinhalte und die Spielinhalte nicht ausreichend getrennt sind und so der Werbecharakter verschleiert wird. Dadurch wird die geschäftliche Unerfahrenheit der jungen Spieler ausgenutzt. Die Kinder könnten dadurch zu einer geschäftlichen Entscheidung getrieben werden, die sie sonst nicht getroffen hätten.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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